Rund 150.000 Euro investiert die Lutherstadt Wittenberg in neue Sichtschutzelemente für Mülltonnen am Kirchplatz. Seit dem 3. August werden mehrere Standorte unmittelbar an der Stadtkirche St. Marien eingehaust. Die Arbeiten sollen bis Ende August abgeschlossen sein. Finanziert wird das Projekt vollständig aus dem städtischen Haushalt. Damit setzt die Stadtverwaltung einen politischen Antrag um, der bereits mehrere Jahre zurückliegt.
Antrag stammt bereits aus dem Jahr 2021
Ausgangspunkt der Maßnahme ist ein Antrag der AdB-Fraktion aus dem Jahr 2021.
Ziel war es, die Mülltonnen der Anwohner am Kirchplatz optisch stärker aus dem historischen Stadtbild herauszunehmen.
Besonders relevant ist dabei die unmittelbare Umgebung der Stadtkirche St. Marien.
Die Müllbehälter verschwinden künftig nicht vollständig, werden jedoch durch neu errichtete Sichtschutzelemente von öffentlichen Blickachsen abgeschirmt.
Metall und Gebirgslärche sollen zur Altstadt passen
Bei der Gestaltung setzt Wittenberg auf eine Kombination aus anthrazitfarbenen Metallpfosten und naturbelassenem Holz.
Verwendet werden Leisten aus Gebirgslärche. Nach Angaben der Stadt zeichnet sich das Material durch hohe Wetterbeständigkeit, Festigkeit und Langlebigkeit aus.
Gleichzeitig soll die natürliche Holzoptik besser zum Erscheinungsbild der historischen Altstadt passen als rein funktionale Müllplatzlösungen.
Gerade im Umfeld bedeutender historischer Gebäude spielt die Gestaltung des öffentlichen Raums eine besondere Rolle.
Arbeiten beginnen an der Fronleichnamskapelle
Die einzelnen Sichtschutzelemente wurden vom Augustinuswerk Die Tischlerei gGmbH hergestellt.
Den Einbau übernimmt die Landschafts- und Gartenbau Stackelitz GmbH.
Begonnen haben die Arbeiten zunächst im Umfeld der Fronleichnamskapelle. Bis Ende August sollen anschließend weitere Standorte am Kirchplatz folgen.
Damit wird die Maßnahme schrittweise rund um einen der historischen Bereiche der Innenstadt umgesetzt.
150.000 Euro kommen vollständig aus dem Stadthaushalt
Für Planung, Herstellung und Einbau veranschlagt die Stadt Gesamtkosten von rund 150.000 Euro.
Fördermittel werden nach Angaben der Stadt nicht eingesetzt.
Die komplette Summe wird aus dem Haushalt der Lutherstadt Wittenberg bezahlt.
Die Investition dürfte deshalb auch kommunalpolitisch Aufmerksamkeit bekommen.
Denn bei 150.000 Euro geht es nicht mehr lediglich um einige einfache Verkleidungen, sondern um eine gestalterische Maßnahme im historischen Zentrum.
Kleine Bauwerke mit großer Wirkung auf das Stadtbild
Mülltonnen gehören zum notwendigen Alltag jeder Innenstadt.
Gerade an touristisch stark wahrgenommenen Plätzen können frei stehende Behälter jedoch das Erscheinungsbild historischer Gebäude und Plätze beeinträchtigen.
Wittenberg versucht deshalb, eine praktische Notwendigkeit mit den gestalterischen Anforderungen der Altstadt zu verbinden.
Die Behälter bleiben für Bewohner erreichbar, sollen künftig aber deutlich weniger sichtbar sein.
Historischer Kirchplatz bekommt ein einheitlicheres Erscheinungsbild
Die unmittelbare Umgebung der Stadtkirche St. Marien gehört zu den besonders sensiblen Bereichen der Wittenberger Altstadt.
Dort treffen alltägliche Wohnnutzung, Tourismus und historisches Stadtbild unmittelbar aufeinander.
Mit den neuen Einhausungen versucht die Stadt, genau diesen Gegensatz optisch besser zu lösen.
Ob die rund 150.000 Euro teure Gestaltung von Einwohnern und Besuchern als angemessen wahrgenommen wird, dürfte sich spätestens nach Abschluss der Arbeiten Ende August zeigen.
Quellen
Lutherstadt Wittenberg – Medieninformation vom 11. August 2026