Was bedeutet Heimat heute, wer fühlt sich zugehörig und wann entsteht das Gefühl, das eigene Land nicht mehr wiederzuerkennen? Darüber diskutiert PEN Berlin am Mittwoch, dem 12. August 2026, ab 19 Uhr im Stadtwohnzimmer der Lutherstadt Wittenberg.
WITTENBERG. Die Veranstaltung trägt den Titel „Ist das noch|schon mein Land?“ und ist Teil einer bundesweiten Gesprächsreihe über Heimat, Demokratie und gesellschaftliche Zugehörigkeit. In Sachsen-Anhalt sind innerhalb von 18 Tagen insgesamt 16 Veranstaltungen mit 48 Mitwirkenden geplant. Das Publikum soll dabei ausdrücklich als weiterer Gesprächspartner in die Diskussion einbezogen werden.
Der Wittenberger Abend wird gemeinsam mit der Buchhandlung „Der Esel auf dem Dach“ organisiert und findet im Stadtwohnzimmer statt. Beginn ist um 19 Uhr.
Unternehmer trifft Schriftsteller
Auf dem Podium sitzen Carsten Franzke und Lukas Rietzschel. Franzke stammt aus Lutherstadt Wittenberg und ist seit Juli 2026 Vorsitzender der Geschäftsführung der SKW Stickstoffwerke Piesteritz. Außerdem gehört er dem Vorstand des CDU-Wirtschaftsrates in Sachsen-Anhalt an.
Lukas Rietzschel wurde 1994 im sächsischen Räckelwitz geboren. Bekannt wurde er unter anderem durch den Roman „Mit der Faust in die Welt schlagen“. Zuletzt erschien 2026 sein Roman „Sanditz“. Der Schriftsteller war zeitweise im SPD-Ortsvorstand in Görlitz aktiv und wurde mehrfach für seine literarischen und dramatischen Arbeiten ausgezeichnet.
Moderiert wird das Gespräch von der Journalistin Kathleen Kröger. Sie arbeitete von 2017 bis 2026 bei der Thüringer Allgemeinen und gewann 2023 den Reporter Slam.
Publikum soll mitdiskutieren
Die Reihe ist nicht als klassische Lesung oder Podiumsrunde angelegt. Nach dem Konzept von PEN Berlin sollen die Besucher die Diskussion maßgeblich mitgestalten und eigene Erfahrungen, Sorgen und Vorstellungen von Heimat einbringen.
Der Titel lässt bewusst zwei Lesarten zu: „Ist das noch mein Land?“ beschreibt Zweifel, Entfremdung und mögliche Verlusterfahrungen. „Ist das schon mein Land?“ richtet den Blick auf Menschen, die neu ankommen oder um gesellschaftliche Anerkennung und Zugehörigkeit ringen.
PEN Berlin will damit unterschiedliche Perspektiven auf Heimat zusammenführen. Die Reihe war zuvor bereits mit zahlreichen Veranstaltungen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz unterwegs. Im Frühjahr folgten zusätzliche Termine in Thüringen, Brandenburg und Sachsen.
16 Veranstaltungen in Sachsen-Anhalt
Die Sachsen-Anhalt-Reihe startet am 10. August in Bitterfeld-Wolfen und führt unter anderem nach Dessau-Roßlau, Wittenberg, Weißenfels, Halle, Wernigerode, Halberstadt, Bernburg, Stendal und Magdeburg. Zu den angekündigten Mitwirkenden gehören Schriftsteller, Journalisten, Wissenschaftler, Unternehmer, Geistliche und weitere Persönlichkeiten aus Politik und Gesellschaft.
In Wittenberg treffen mit Franzke und Rietzschel zwei unterschiedliche Perspektiven aufeinander: die eines regional verwurzelten Industrievertreters und die eines ostdeutschen Schriftstellers, dessen Werke gesellschaftliche Spannungen, Brüche und Erfahrungen nach der Wiedervereinigung behandeln.
Veranstaltung
„Ist das noch|schon mein Land?“
Mittwoch, 12. August 2026
Beginn: 19 Uhr
Stadtwohnzimmer Lutherstadt Wittenberg
In Zusammenarbeit mit der Buchhandlung „Der Esel auf dem Dach“
Mitwirkende:
Carsten Franzke
Lukas Rietzschel
Moderation: Kathleen Kröger
Quellen
PEN Berlin: Pressemitteilung „Sechzehnmal in Sachsen-Anhalt: Ist das noch|schon mein Land?“ vom 17. Juli 2026.
PEN Berlin: Programm und Vorstellung der Mitwirkenden der Gesprächsreihe in Sachsen-Anhalt.
Buchhandlung „Der Esel auf dem Dach“: Kooperationshinweis zur Veranstaltung in Lutherstadt Wittenberg.