Die Hauptschlagader des ostbrandenburgischen Schienenverkehrs liegt vorübergehend still: Von heute an bis zum morgendlichen Betriebsbeginn am 15. August fahren zwischen Berlin-Ostbahnhof und Frankfurt (Oder) keine Züge der Regionalexpress-Linie RE1. Für Tausende Berufspendler und Reisende aus der Region bedeutet die dreiwöchige Vollsperrung spürbar längere Fahrzeiten, Umwege und Busumstiege.

Ersatzbusse auf Landstraßen und Autobahnen

Grund für den kompletten Stillstand sind umfangreiche Bauarbeiten der Bahntochter DB InfraGO AG an den Gleis- und Signalanlagen. Der Linienbetreiber, die Ostdeutsche Eisenbahn GmbH (ODEG), richtet für die Dauer der Arbeiten einen großflächigen Ersatzverkehr mit Bussen (SEV) ein:

  • Regulärer Ersatzverkehr: Busse bedienen alle Zwischenhalte wie Fürstenwalde (Spree), Hangelsberg oder Briesen über die Landstraßen.

  • Expressbusse: Zur Entlastung fahren teilweise Direktbusse über die Autobahn A12, die kleinere Zwischenstationen auslassen.

  • S-Bahn als Alternative: Reisende aus dem Berliner Umland werden auf die S-Bahn-Linie S3 ab Erkner verwiesen.

Dennoch warnen Verkehrsverbände und die Betreiber: Eine Fahrt im Ersatzbus dauert teils doppelt so lange wie mit dem gewohnten Regionalexpress.

Verkehrsminister schaltet sich ein

Der RE1 gilt seit Monaten als das Sorgenkind im brandenburgischen Nahverkehr. Zuletzt litten Pendler zwischen Frankfurt (Oder), Fürstenwalde und Berlin immer wieder unter Verspätungen, Zugausfällen und reduzierten Taktzeiten. Allein bis April fielen in diesem Jahr baustellenbedingt rund 13 Prozent der geplanten Verbindungen aus.

Brandenburgs Verkehrsminister Robert Crumbach (SPD) erhöht daher zum Sperrungsauftakt den Druck auf die Akteure:

„Wichtig ist mir, dass die angekündigten rund drei Wochen eingehalten werden und ODEG und Deutsche Bahn die Reisenden gut über Fahrplanänderungen und Ersatzverkehre informieren. Das werde ich genau beobachten.“

Tipps für Reisende und Pendler

  1. Fahrplan-Apps prüfen: Vor Fahrtantritt sollten Reisende zwingend die digitalen Auskunftsmedien (VBB-App, Bahn-App oder odeg.de) konsultieren, da Busabfahrten abweichen.

  2. Mehr Zeit einplanen: Wer pünktlich zur Arbeit oder zu Terminen in Berlin oder Frankfurt (Oder) kommen muss, sollte mindestens 30 bis 60 Minuten mehr Zeit einkalkulieren.

  3. Fahrradmitnahme eingeschränkt: In den Ersatzbussen ist die Mitnahme von Fahrrädern nur sehr begrenzt möglich; Rollstühle und Kinderwagen haben Vorrang.

Die Arbeiten sollen nach aktuellem Plan am Samstag, den 15. August, in den frühen Morgenstunden abgeschlossen sein. Bis dahin bleibt den Menschen im östlichen Brandenburg nur die Geduld auf der Straße.

Quellen & Datenbasis

  • Ostdeutsche Eisenbahn GmbH (ODEG): Bauarbeiten und Schienenersatzverkehr-Fahrpläne auf der Linie RE1.

  • Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung Brandenburg (MIL): Stellungnahme von Verkehrsminister Robert Crumbach.

  • dpa / Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb): Daten zu baustellenbedingten Zugausfällen.