An der Oberschule Schleife könnten ab Herbst wöchentlich rund 200 Unterrichtsstunden ausfallen, und auch Schulen in Weißwasser und Krauschwitz melden große Lücken, weil zahlreiche Lehrerstellen unbesetzt bleiben.

In Schleife fehlen acht Vollzeitkräfte

Die Oberschule Dr. Marja Grollmuß in Schleife startet zunächst weitgehend nach Stundenplan. Die Lage dürfte sich jedoch bis Ende November deutlich verschärfen.

Fünf Lehrkräfte verlassen die Schule. Zwei abgeordnete Lehrer kehren an ihre Stammschulen zurück, zwei gehen in den Ruhestand und eine Lehrerin wird versetzt.

Nach Angaben der Schulleitung fehlen bereits jetzt rechnerisch acht Vollzeitkräfte. Gleichzeitig ist die Zahl der Klassen gestiegen.

Bis zu 200 Unterrichtsstunden fehlen

Ab Herbst könnten pro Woche rund 200 Unterrichtsstunden nicht regulär abgedeckt werden. Besonders betroffen sind Deutsch, Sorbisch, Biologie und Musik.

Im vergangenen Schuljahr konnte die Schule den Unterricht noch weitgehend absichern. Nun müssen Lehrkräfte teilweise fachfremd unterrichten oder nach ihrem Eintritt in den Ruhestand einzelne Wochenstunden übernehmen.

Auch Weißwasser meldet große Lücken

An der Bruno-Bürgel-Oberschule in Weißwasser können nach Angaben des Landesamtes für Schule und Bildung derzeit 145 Wochenstunden nicht abgedeckt werden. Obwohl zwei neue Lehrkräfte eingestellt wurden, bleibt die Personallage angespannt.

Am Landau-Gymnasium in Weißwasser fehlen etwa 130 Unterrichtsstunden pro Woche. An der Oberschule „Geschwister Scholl“ in Krauschwitz sind es rund 71 Stunden.

Die Krauschwitzer Oberschule benötigt nach Angaben der Schulleitung sechs zusätzliche Lehrer. Unter Einbeziehung auslaufender Verträge und bevorstehender Ruhestände steigt der Bedarf auf neun Stellen.

Unterricht in Abschlussklassen gefährdet

In Krauschwitz fehlen besonders Lehrkräfte für Informatik, Musik, Deutsch und Geografie. Ab September könnte selbst in Abschlussklassen kein regulärer Geografieunterricht mehr stattfinden.

Einige Schulen unterrichten bestimmte Fächer deshalb nur noch während eines Schulhalbjahres. Diese Lösung erhöht den Notendruck, da die Schüler ihre Leistungen in einem deutlich kürzeren Zeitraum erbringen müssen.

Abordnungen und Nachhilfe sollen helfen

Das sächsische Kultusministerium will besser versorgte Schulen verpflichten, Lehrkräfte an Standorte mit besonders hohem Unterrichtsausfall abzugeben. Die Abordnungen sollen schrittweise von Dresden nach Ostsachsen erfolgen.

Die Schulleitungen bezweifeln jedoch, dass diese Maßnahmen kurzfristig ausreichen. Schleife setzt deshalb zusätzlich auf professionelle Online-Nachhilfe. Dafür stehen der Schule aus ihrem Bildungsbudget rund 11.000 Euro zur Verfügung.

In den Landkreisen Bautzen und Görlitz arbeiten seit Beginn des Schuljahres 92 neue Lehrkräfte und 36 Seiteneinsteiger. Dennoch bleiben besonders im ländlichen Raum zahlreiche Stellen unbesetzt.

Quelle: MDR Sachsen unter Berufung auf das Landesamt für Schule und Bildung sowie die betroffenen Schulen