Die Digitale Landesschule Mecklenburg-Vorpommern wird deutlich stärker genutzt. Seit dem Schuljahr 2023/2024 nahmen 5.099 Schüler aus 228 Klassen an 61 allgemeinbildenden Schulen an ihren digitalen Kursen teil. Das Angebot springt ein, wenn Schulen längerfristigen Vertretungsbedarf nicht mit eigenen Lehrkräften abdecken können.

4.315 Schüler allein im Schuljahr 2025/2026

Im Schuljahr 2024/2025 nutzten 784 Schüler aus 38 Klassen an 26 Schulen den digitalen Vertretungsunterricht. Angeboten wurden damals Mathematik, Deutsch, Englisch und Evangelische Religion.

2025/2026 wuchs die Zahl auf 4.315 Schüler aus 190 Klassen an 35 Schulen. Gleichzeitig kamen Geschichte, Physik, Chemie, Biologie, Spanisch, Sozialkunde, Philosophie und Französisch hinzu.

Digitaler Unterricht soll Ausfall verhindern

Nach Angaben des Bildungsministeriums übernimmt die Digitale Landesschule Unterricht bei längerfristigem Vertretungsbedarf. Ihre Fachlehrkräfte unterrichten per Videokonferenz und kombinieren Live-Unterricht mit selbstständigen digitalen Lernphasen.

Der Unterricht orientiert sich am regulären Stundenplan der jeweiligen Stammschule. Schulen benötigen dafür unter anderem eine stabile Internetverbindung, Kamera, Mikrofon, Zugang zur Lernplattform und eine Aufsichtsperson vor Ort.

Auch Sprachförderung wird stärker genutzt

Neben dem Vertretungsunterricht wächst die Nachfrage nach Deutsch als Zweitsprache. Die Teilnehmerzahl stieg von 186 im Schuljahr 2024/2025 auf 484 im Schuljahr 2025/2026; insgesamt nutzten bislang 670 Schüler dieses Angebot.

Zusätzlich stehen digitale Selbstlernkurse zur Vorbereitung auf die Mittlere Reife und das Abitur bereit. Bereits 1.963 Schüler nutzten diese Trainingsangebote in Deutsch, Mathematik und Englisch.

Ausbau bis 2029 geplant

Die Digitale Landesschule befindet sich weiterhin im Aufbau. Bis 2029 soll sie schrittweise alle Schularten, Jahrgänge und Niveaustufen erreichen und dauerhaft Bestandteil des Schulsystems Mecklenburg-Vorpommerns werden.

Für den Aufbau stellte das Land zwischen 2021 und 2024 rund drei Millionen Euro bereit. Mecklenburg-Vorpommern bezeichnet das Modell als bundesweit einmalig.

Digitale Lehrer dürfen Leistungen bewerten

Mit der Änderung des Schulgesetzes im Januar 2026 wurde auch der rechtliche Rahmen erweitert. Lehrkräfte der Digitalen Landesschule können künftig Leistungen bewerten und die Ergebnisse an die jeweilige Stammschule übermitteln.

Damit entwickelt sich das Projekt von einer zusätzlichen digitalen Unterrichtslösung zunehmend zu einem festen Instrument gegen längerfristigen Unterrichtsausfall im Flächenland Mecklenburg-Vorpommern.

Quelle: Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung Mecklenburg-Vorpommern; Landtag Mecklenburg-Vorpommern