Mecklenburg-Vorpommern steht vor einem der spannendsten Landtagswahlkämpfe seit Jahren. Wenige Wochen vor dem Urnengang verschärfen die Parteien ihre Auseinandersetzung um Wirtschaft, Migration, innere Sicherheit und die Zukunft des ländlichen Raums. Besonders im Mittelpunkt steht der Wettbewerb zwischen AfD und SPD.

Die AfD beginnt an diesem Freitag mit einer größeren Kundgebung in Stralsund ihre intensive Wahlkampfphase. Landeschef Enrico Schult erklärt, seine Partei wolle Regierungsverantwortung übernehmen.

AfD liegt in aktueller Umfrage vorn

Nach einer aktuellen Umfrage erreicht die AfD rund 36 Prozent.

Die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig folgt mit etwa 29 Prozent.

Die Linke wird bei rund zwölf Prozent gesehen.

Deutlich schwieriger ist die Situation für mehrere kleinere Parteien.

Die CDU liegt nach der zitierten Erhebung bei etwa neun Prozent. Andere Parteien kämpfen teilweise unmittelbar um die Fünf-Prozent-Hürde.

Umfragen sind allerdings keine Wahlergebnisse. Bis zur Abstimmung können sich politische Stimmungen noch deutlich verändern.

SPD setzt auf Schwesig

Die SPD versucht, den Wahlkampf stark auf Ministerpräsidentin Manuela Schwesig zuzuschneiden.

Sie regiert Mecklenburg-Vorpommern seit 2017 und verfügt über hohe Bekanntheitswerte.

Für die Sozialdemokraten ist die Wahl auch deshalb bedeutsam, weil die SPD in anderen Teilen Deutschlands zuletzt deutlich an Zustimmung verloren hat.

Ein gutes Ergebnis in Mecklenburg-Vorpommern hätte deshalb bundespolitische Signalwirkung.

AfD will erstmals Regierungsverantwortung

Die AfD geht mit einem deutlich anderen Anspruch in den Wahlkampf.

Sie will nicht lediglich stärkste Oppositionskraft werden, sondern spricht offen davon, Regierungsverantwortung übernehmen zu wollen.

Ob dafür tatsächlich Koalitionspartner zur Verfügung stehen würden, ist allerdings unklar.

Die anderen größeren Parteien grenzen sich bislang von einer Zusammenarbeit ab.

CDU steht unter besonderem Druck

Besonders schwierig ist die Ausgangslage für die CDU.

Eine einstellige Umfragezahl wäre für eine Partei, die Mecklenburg-Vorpommern früher selbst regiert hat, ein schwerer Rückschlag.

Sie muss gleichzeitig Stimmen von AfD, SPD und möglicherweise Nichtwählern zurückgewinnen.

Wirtschaft und ländlicher Raum im Mittelpunkt

Mecklenburg-Vorpommern steht vor erheblichen strukturellen Herausforderungen.

Viele Regionen verlieren Einwohner, Fachkräfte fehlen und kleinere Gemeinden müssen mit begrenzten Haushalten große Infrastrukturen unterhalten.

Gleichzeitig besitzt das Land Chancen in Tourismus, erneuerbaren Energien, Häfen, Landwirtschaft und maritimer Wirtschaft.

Welche Partei glaubwürdige Antworten auf diese Fragen liefert, könnte für viele Wähler entscheidender sein als bundespolitische Auseinandersetzungen.

Wahl am 20. September

Die Landtagswahl findet am 20. September 2026 statt – am selben Tag wie die Berliner Abgeordnetenhauswahl.

Damit stehen innerhalb weniger Wochen gleich mehrere wichtige politische Entscheidungen in Ostdeutschland an.

Sachsen-Anhalt wählt bereits am 6. September.

Berlin und Mecklenburg-Vorpommern folgen zwei Wochen später.

Der politische September könnte damit die Kräfteverhältnisse in Ostdeutschland erheblich verändern.

Quellen

Bundeswahlleiterin: Wahltermine in Deutschland 2026

Aktuelle Parteien- und Wahlkampfangaben aus Mecklenburg-Vorpommern

Aktuelle Umfrage zur Landtagswahl Mecklenburg-Vorpommern, August 2026