Abschusszahl steigt innerhalb eines Jahres um 37 Prozent

81.500 Wildschweine erlegt: Mecklenburg-Vorpommern verstärkt Jagd auf Schwarzwild

In Mecklenburg-Vorpommern sind im vergangenen Jagdjahr deutlich mehr Wildschweine erlegt worden. Rund 81.500 Tiere kamen zur Strecke – 37 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Das Land sieht die intensive Bejagung auch als wichtigen Schutz vor der Afrikanischen Schweinepest.

Von Anna-Lena Richter 2 Min. Lesezeit

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Wildschweine am Rand eines Feldes in Mecklenburg-Vorpommern als Symbol für die gestiegenen Abschusszahlen beim Schwarzwild.
Symbolbild (KI-generiert)

Die Jagd auf Wildschweine hat in Mecklenburg-Vorpommern deutlich zugenommen. Im Jagdjahr 2025/2026 wurden rund 81.500 Stück Schwarzwild erlegt. Das entspricht einem Anstieg um 37 Prozent gegenüber dem vorherigen Jagdjahr. Für das Landwirtschaftsministerium ist die intensive Bejagung nicht nur eine Frage der Wildbestände, sondern auch ein wichtiger Bestandteil der Vorsorge gegen die Afrikanische Schweinepest.

Die Afrikanische Schweinepest gehört seit Jahren zu den größten Tierseuchenrisiken für die Schweinehaltung.

Für Menschen ist das Virus ungefährlich.

Für Wild- und Hausschweine verläuft die Krankheit dagegen häufig tödlich.

Ministerium sieht Jagd als Seuchenschutz

Agrarminister Till Backhaus hebt deshalb die Rolle der Jägerschaft hervor.

Eine konsequente Bejagung des Schwarzwildes soll die Bestände kontrollieren und das Risiko einer schnellen Ausbreitung der Seuche verringern.

Bislang gibt es nach Angaben des Landes keine Hinweise auf einen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in Mecklenburg-Vorpommern.

Das ist insbesondere für die Landwirtschaft von erheblicher Bedeutung.

Ein Ausbruch könnte für schweinehaltende Betriebe weitreichende wirtschaftliche Folgen haben.

Auch Reh- und Rotwild stärker bejagt

Nicht nur beim Schwarzwild stiegen die Abschusszahlen.

Auch bei Reh- und Rotwild lagen die Werte über denen des vorherigen Jagdjahres.

Teilweise bleiben sie allerdings weiterhin unter den langfristigen Durchschnittswerten.

Beim Damwild wurden 10.029 Tiere erlegt.

Das Landwirtschaftsministerium spricht hier von einem stabilen Wert auf vergleichsweise niedrigem Niveau.

Auffällig viele Füchse geschossen

Besonders deutlich entwickelte sich auch die Fuchsstrecke.

22.013 Füchse wurden im Jagdjahr 2025/2026 erlegt.

Nach Angaben des Landes ist dies die höchste Zahl seit zehn Jahren.

Gestiegen sind außerdem die Abschusszahlen von Mink und Marderhund.

Auch beim Waschbären setzt sich eine langfristige Entwicklung fort.

Die Zahl der erlegten Waschbären hat sich im Vergleich zum Jagdjahr 2016/2017 mehr als verdreifacht.

Wildschweine stellen Landwirtschaft vor Herausforderungen

Große Schwarzwildbestände sind nicht nur mit Blick auf Tierseuchen relevant.

Wildschweine können erhebliche Schäden auf landwirtschaftlichen Flächen verursachen.

Besonders Maisfelder können innerhalb kurzer Zeit stark betroffen sein.

Hinzu kommen Verkehrsunfälle mit Wild.

Wo die Bestände wachsen, steigt deshalb der Druck auf Jagdpächter und Behörden, die Populationen zu regulieren.

Jagd bleibt umstrittenes Thema

Wie intensiv Wildbestände reguliert werden sollten, wird dennoch immer wieder diskutiert.

Forstwirtschaft, Landwirtschaft, Jagd, Tier- und Naturschutz setzen teilweise unterschiedliche Schwerpunkte.

Für Waldbesitzer ist beispielsweise entscheidend, dass junge Bäume nicht durch starken Wildverbiss geschädigt werden.

Jäger wiederum müssen Bestandsentwicklung, natürliche Lebensräume und behördliche Vorgaben miteinander in Einklang bringen.

37 Prozent mehr sind deutliches Signal

Der Sprung bei den Wildschweinen fällt in jedem Fall außergewöhnlich aus.

Ein Plus von 37 Prozent innerhalb eines Jagdjahres zeigt, wie intensiv Schwarzwild zuletzt bejagt wurde.

Für Mecklenburg-Vorpommern bleibt die Kontrolle der Bestände insbesondere wegen der Afrikanischen Schweinepest eine strategische Aufgabe.

Solange die Tierseuche in anderen Regionen Europas und Deutschlands vorkommt, wird die Prävention für Landwirtschaft und Jagd eine zentrale Rolle spielen.

Quellen

Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern – Wildstreckenstatistik 2025/2026

Land Mecklenburg-Vorpommern – Informationen zur Afrikanischen Schweinepest und Jagd

Themen: Mecklenburg-VorpommernLandwirtschaftWildschweineWaldSchwarzwildJagdAfrikanische Schweinepest

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