Schwerin setzt ab Oktober zwei größere Bauvorhaben für den Radverkehr um. Zwischen Zippendorf und Mueß soll eine Lücke im 285 Kilometer langen Residenzstädte-Rundweg geschlossen werden. Gleichzeitig beginnt der Umbau der Mecklenburgstraße zur Fahrradstraße, der sich in mehreren Abschnitten bis März 2029 erstrecken soll.
Uferweg zwischen Zippendorf und Mueß wird ausgebaut
Wie die Landeshauptstadt Schwerin mitteilt, soll der bestehende Uferweg zwischen dem Zippendorfer Strand und der Mueßer Bucht als durchgängiger Radweg ausgebaut werden. Vorgesehen ist eine Breite von 2,50 Metern.
Der Weg soll asphaltiert, mit Rastplätzen ausgestattet und neu beschildert werden. Damit wird die Verbindung zwischen dem bereits 2022 gebauten Radweg an der Störwasserstraße und Mueßer Bucht sowie dem Radweg am Franzosenweg und Zippendorfer Strand geschlossen.
Die Arbeiten sollen bis zum Jahresende abgeschlossen sein. Die Kosten liegen bei rund 776.000 Euro, wobei das Land Mecklenburg-Vorpommern die Maßnahme als touristische Infrastruktur zu 90 Prozent fördert.
Stadt verteidigt Asphaltierung des Uferwegs
Der geplante Asphaltbelag sorgt bereits für Diskussionen. Der BUND hat Einwände gegen die Asphaltierung des etwa einen Kilometer langen Abschnitts erhoben.
Verkehrs- und Umweltdezernent Bernd Nottebaum weist die Kritik zurück. Nach Darstellung der Stadt wurden naturschutzrechtliche Anforderungen geprüft und berücksichtigt.
Die Asphaltbauweise sei gerade aus Gründen des Natur- und Baumschutzes gewählt worden. Nach Angaben der Stadt könne dadurch auf einen umfangreichen Unterbau verzichtet und der vorhandene Baumbestand weitgehend erhalten werden. Zugleich sollen Nutzungskomfort und Barrierefreiheit verbessert werden.
Mecklenburgstraße wird zur Fahrradstraße
Parallel beginnt ab Oktober die Umgestaltung der Mecklenburgstraße. Dabei nutzt die Stadt die ohnehin notwendige grundhafte Erneuerung der Anliegerstraße zwischen Geschwister-Scholl-Straße und Graf-Schack-Allee.
Der Umbau erfolgt in insgesamt acht Teilabschnitten und soll bis März 2029 abgeschlossen werden. Nach Angaben der Stadt wird jeweils nur ein begrenzter Straßenabschnitt gesperrt, während die übrigen Bereiche weiter nutzbar bleiben.
Feuerwehr, Rettungsdienste, Polizei und Notarzt sollen auch während der Bauarbeiten zu den betroffenen Grundstücken gelangen können. Gleiches gilt nach Abstimmung mit der Baufirma für Umzüge und Handwerker.
Radfahrer erhalten Vorrang
Nach dem Umbau dürfen Autos die Mecklenburgstraße weiterhin befahren. Auf der Fahrradstraße haben jedoch Radfahrer Vorrang und können die gesamte Fahrbahnbreite nutzen.
Auch das Nebeneinanderfahren von Fahrrädern ist dann erlaubt. Autofahrer müssen entsprechend Rücksicht nehmen.
Um den Kfz-Durchgangsverkehr zu verringern, soll zwischen dem IHK-Gebäude und der Geschwister-Scholl-Straße eine gegenläufige Einbahnstraßenregelung eingerichtet werden. Fahrräder dürfen dort weiterhin in beide Richtungen fahren.
Tempo 30 bleibt bestehen.
Zahl der Parkplätze sinkt deutlich
Mit dem Umbau verändert sich auch die Parksituation. Die Zahl der Stellplätze soll von derzeit rund 150 auf 72 sinken.
Künftig werden Parkflächen nur noch auf einer Straßenseite angeordnet. Auf der anderen Seite sind Fahrradhäuser für Anwohner, Stellplätze für Lastenräder und Fahrradbügel vorgesehen.
Zwischen Parkständen und Fahrbahn entsteht zusätzlich ein Sicherheitsstreifen. Damit sollen sogenannte Dooring-Unfälle verhindert werden, bei denen Radfahrer mit plötzlich geöffneten Autotüren kollidieren.
Die verbleibenden Parkplätze sollen ausschließlich Bewohnern mit Bewohnerparkausweis zur Verfügung stehen. Nach Einschätzung der Stadt reicht die geplante Zahl für die Anlieger weiterhin aus.
Quelle: Landeshauptstadt Schwerin, Pressemitteilung vom 11. August 2026.