Die Nammo Schönebeck GmbH erweitert ihren Produktionsstandort in Sachsen-Anhalt. Das Unternehmen hat eine neue Fertigungshalle in Betrieb genommen und nach eigenen Angaben rund 15 Millionen Euro in den Ausbau investiert.
Mit der neuen Halle sollen zusätzliche Produktionskapazitäten entstehen. Zugleich kündigt das Unternehmen weitere Arbeitsplätze am Standort an. Die erste Ausbaustufe ist damit abgeschlossen, weitere Investitionen werden bereits geprüft.
Bei der feierlichen Inbetriebnahme würdigte Ministerpräsident Sven Schulze die Erweiterung als Vertrauensbeweis für den Wirtschaftsstandort Sachsen-Anhalt.
Produktionskapazitäten werden erweitert
Die neue Halle soll Nammo ermöglichen, die Fertigung in Schönebeck auszubauen und auf eine wachsende Nachfrage zu reagieren.
Das Unternehmen produziert am Standort Munition für den Sport-, Jagd- und taktischen Bereich. Einen besonderen Schwerpunkt bilden Sport- und Biathlonmunition.
Mit der Investition stärkt Nammo einen traditionsreichen Industriestandort in Schönebeck. Welche konkreten Anlagen in der Halle installiert wurden und wie stark die Produktionsmenge steigen soll, geht aus der Mitteilung nicht hervor.
Beschäftigtenzahl seit 2023 deutlich gestiegen
Nach Unternehmensangaben entwickelte sich der Standort bereits in den vergangenen Jahren deutlich.
Im Jahr 2023 beschäftigte Nammo in Schönebeck 87 Mitarbeiter. Inzwischen arbeiten dort rund 120 Menschen. Damit wuchs die Belegschaft innerhalb weniger Jahre um etwa 33 Beschäftigte.
Durch den aktuellen Ausbau sollen weitere Stellen entstehen. Eine genaue Zahl der neu geplanten Arbeitsplätze wurde allerdings nicht genannt.
Für Schönebeck und die umliegende Region ist die Entwicklung wirtschaftlich bedeutsam. Industrielle Arbeitsplätze sorgen nicht nur für Einkommen, sondern können auch Aufträge für Handwerksbetriebe, Logistikunternehmen und weitere Dienstleister auslösen.
Umsatz steigt auf 27,3 Millionen Euro
Parallel zur Beschäftigtenzahl erhöhte sich nach Angaben des Unternehmens auch der Jahresumsatz.
Dieser stieg von 20,3 Millionen Euro auf 27,3 Millionen Euro. Das entspricht einem Zuwachs von sieben Millionen Euro.
Die Zahlen zeigen, dass der Standort bereits vor der Inbetriebnahme der neuen Produktionshalle gewachsen ist. Die Investition soll diese Entwicklung nun fortsetzen.
Aus welchem Geschäftsjahr die aktuelle Umsatzangabe stammt, wird in der Mitteilung nicht näher erläutert.
Landesregierung sieht starkes Standortsignal
Ministerpräsident Sven Schulze bezeichnete die Investition als starkes Bekenntnis zu Sachsen-Anhalt.
Nammo setze damit weiterhin auf das Land und auf die Beschäftigten am Standort. Schulze hob die Fachkräfte und die vorhandene Infrastruktur als wichtige Standortvorteile hervor.
Die Landesregierung wolle nach seinen Worten weiterhin Rahmenbedingungen schaffen, unter denen Unternehmen wachsen und neue Arbeitsplätze schaffen können. Ziel sei es, Wertschöpfung dauerhaft im Land zu halten.
Fachkräfte werden zum entscheidenden Faktor
Der Ausbau macht zugleich deutlich, wie wichtig ausreichend qualifizierte Beschäftigte für industrielle Investitionen sind.
Unternehmen benötigen unter anderem Fachkräfte für Produktion, Technik, Qualitätskontrolle, Instandhaltung und Logistik. Gerade bei spezialisierten Fertigungsprozessen ist die Einarbeitung häufig aufwendig.
Ob Nammo die angekündigten zusätzlichen Stellen kurzfristig besetzen kann, dürfte deshalb auch vom regionalen Arbeitsmarkt und von der beruflichen Ausbildung abhängen.
Für den Standort kann eine enge Zusammenarbeit mit Schulen, Berufsschulen und weiteren Bildungseinrichtungen an Bedeutung gewinnen.
Schönebeck als Industriestandort
Schönebeck liegt südlich von Magdeburg und verfügt über eine lange industrielle Tradition.
Die Stadt profitiert von ihrer Nähe zur Landeshauptstadt und von Verkehrsverbindungen in andere Teile Sachsen-Anhalts. Für produzierende Unternehmen sind außerdem verfügbare Gewerbeflächen, Energieversorgung und Logistik entscheidend.
Mit Investitionen wie der neuen Nammo-Halle kann der Standort seine industrielle Basis stabilisieren. Gleichzeitig steigt die Verantwortung, ausreichend Infrastruktur, Wohnraum und Fachkräfte zur Verfügung zu stellen.
Produktion für Sport, Jagd und taktischen Bereich
Nammo zählt nach eigenen Angaben zu den international führenden Produzenten von Sport- und Biathlonmunition.
Die Fertigung in Schönebeck umfasst daneben Produkte für Jagd und taktische Anwendungen. Damit ist der Standort sowohl im zivilen Sport- und Jagdmarkt als auch in einem sicherheits- und verteidigungsnahen Wirtschaftsbereich tätig.
Die Erweiterung fällt in eine Zeit, in der Produktionskapazitäten der Munitionsindustrie in Europa verstärkt ausgebaut werden. In der vorliegenden Mitteilung wird jedoch nicht aufgeschlüsselt, welcher Anteil der Investition auf die einzelnen Produktbereiche entfällt.
Weitere Investitionen werden geprüft
Mit der Inbetriebnahme der neuen Halle ist die Entwicklung des Standorts möglicherweise noch nicht abgeschlossen.
Nammo prüft nach eigenen Angaben bereits weitere Investitionen in Schönebeck. Konkrete Angaben zu Umfang, Zeitplan oder Inhalt möglicher weiterer Ausbauschritte wurden noch nicht gemacht.
Ob zusätzliche Projekte umgesetzt werden, dürfte von der Nachfrage, den Genehmigungen, verfügbaren Fachkräften und den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen abhängen.
Wertschöpfung soll in Sachsen-Anhalt bleiben
Für Sachsen-Anhalt ist die Investition vor allem deshalb relevant, weil Produktion und Arbeitsplätze am bestehenden Standort erweitert werden.
Neue Industrieanlagen erzeugen häufig zusätzliche regionale Wertschöpfung. Neben den direkten Beschäftigten profitieren möglicherweise Bauunternehmen, Zulieferer, Wartungsbetriebe, Sicherheitsdienste und Transporteure.
Entscheidend wird sein, wie viele dauerhafte Arbeitsplätze tatsächlich entstehen und welcher Anteil der Aufträge an Unternehmen aus der Region vergeben wird.
Die Nammo Schönebeck GmbH investiert 15 Millionen Euro in eine neue Produktionshalle und erweitert damit ihre Fertigungskapazitäten in Sachsen-Anhalt.
Die Zahl der Beschäftigten ist seit 2023 von 87 auf rund 120 gestiegen. Auch der Jahresumsatz erhöhte sich nach Unternehmensangaben von 20,3 auf 27,3 Millionen Euro.
Mit der neuen Halle sollen weitere Arbeitsplätze entstehen. Zugleich prüft das Unternehmen bereits zusätzliche Investitionen. Für Schönebeck ist der Ausbau ein wichtiges Signal für den Erhalt und die Weiterentwicklung industrieller Wertschöpfung.
Quelle
– Presseinformation zur Inbetriebnahme der neuen Produktionshalle der Nammo Schönebeck GmbH, Juli 2026.