Sassnitz sieht sich finanziell zunehmend außerstande, große Infrastrukturaufgaben allein zu bewältigen. Besonders deutlich wird das an der Mole: Das rund 1,45 Kilometer lange Bauwerk ist Wahrzeichen, touristische Attraktion und gleichzeitig Teil des Hafen- und Küstenschutzes.

Gerade diese Mehrfachfunktion macht Sanierung und Unterhaltung teuer.

Die Stadt fordert deshalb langfristig stärkere Unterstützung von Bund und Land.

Sturmfluten erhöhen Handlungsdruck

Die Mole schützt nicht nur Hafenbereiche.

Mit zunehmenden Anforderungen durch Sturmfluten, Hochwasser und klimatische Veränderungen steigen auch die technischen Anforderungen an solche Bauwerke.

Eine Kommune mit der Größe von Sassnitz kann Investitionen dieser Größenordnung nach eigener Einschätzung nicht dauerhaft aus normalen Haushaltsmitteln finanzieren.

Auch Straßen und Schulen betroffen

Die Finanzprobleme beschränken sich nicht auf den Hafen.

Die Stadt verweist gleichzeitig auf Sanierungsbedarf an Straßen, Schulen und Sportanlagen.

Auch die Grundschule „Ostseeblick“ wird bereits seit Jahren schrittweise saniert.

Trotz Fördermitteln fehlen nach Angaben der Stadt teilweise Eigenmittel, um sämtliche Anforderungen umzusetzen.

Bahnhofsumfeld bereitet zusätzliche Sorgen

Auch das Stadtbild wird ausdrücklich angesprochen.

Sassnitz kritisiert den Zustand des Bereichs rund um Bahnhofstraße, Bahnhof und ehemaliges Stubnitz-Kino.

Gerade dieser Bereich ist für Bahnreisende der erste Eindruck von der Stadt.

Diskussion reicht über Sassnitz hinaus

Die Stadt beteiligt sich deshalb an der bundesweiten kommunalen Debatte über eine bessere Finanzausstattung.

Für Sassnitz steht dabei besonders die Frage im Mittelpunkt, ob Küsten- und Hafeninfrastruktur weiterhin weitgehend als kommunale Aufgabe behandelt werden kann.

Quellen

Stadt Sassnitz – „Kommunen am Limit: Sassnitz fordert mehr Unterstützung für kommunale Zukunftsaufgaben“, Juni 2026.