Thornton Wilders Schauspiel „Unsere kleine Stadt“ kommt erstmals auf die Bühne des Schiller-Theaters, und die Rudolstädter Inszenierung verbindet das berühmte Kleinstadtdrama mit dem 1250-jährigen Stadtjubiläum, das die Stadt 2026 begeht.

Die Premiere beginnt am Samstag, 19. September 2026, um 19.30 Uhr im Großen Haus. Die Inszenierung führt das Publikum in eine amerikanische Kleinstadt um das Jahr 1900 und erzählt vom Leben zweier Familien, deren Alltag von Schule, Arbeit, Nachbarschaft, Liebe und Verlust geprägt wird.

Im Mittelpunkt stehen Emily Webb und George Gibbs. Beide wachsen als Nachbarskinder Tür an Tür auf, werden älter, verlieben sich und heiraten. Ihre Geschichte erscheint zunächst alltäglich. Gerade in den wiederkehrenden Abläufen und scheinbar unbedeutenden Begegnungen entdeckt Thornton Wilder jedoch die großen Fragen des Lebens.

Premiere zum Stadtjubiläum

„Unsere kleine Stadt“ zählt zu den bedeutenden Dramen des 20. Jahrhunderts. Das Stück zeigt, wie schnell Jahre vergehen und wie wenig Aufmerksamkeit Menschen den gewöhnlichen Augenblicken ihres Lebens schenken.

Die Inszenierung passt damit zum Rudolstädter Stadtjubiläum. Wie im Schauspiel treffen persönliche Lebensgeschichten auf die Geschichte einer ganzen Gemeinschaft. Familien, Nachbarn und alltägliche Begegnungen werden zum Spiegel einer Stadt und ihrer Veränderungen.

Thornton Wilder verzichtet bewusst auf eine wirklichkeitsgetreue Bühnenwelt. Ein Spielleiter führt durch die Handlung, verbindet einzelne Szenen miteinander und richtet den Blick immer wieder über die kleine Stadt hinaus.

Emily kehrt für einen Tag zurück

Nach ihrem Tod erhält Emily die Möglichkeit, für einen einzigen Tag in die Welt der Lebenden zurückzukehren. Sie erlebt einen gewöhnlichen Morgen noch einmal und erkennt erst aus der Distanz, welche Bedeutung beiläufige Gespräche, vertraute Blicke und alltägliche Gesten besitzen.

Damit stellt das Stück eine zeitlose Frage: Nehmen Menschen ihr Leben bewusst wahr, während sie es führen? Das vermeintlich Unscheinbare erhält eine neue Bedeutung, weil es nachträglich nicht wiederholt oder festgehalten werden kann.

Die Geschichte verbindet leise Komik mit nachdenklichen und emotionalen Momenten. Aus dem überschaubaren Leben zweier Familien entsteht ein allgemeines Bild über Gemeinschaft, Vergänglichkeit und die begrenzte Zeit des Menschen.

Herbert Olschok führt Regie

Regie führt Herbert Olschok, der am Schiller-Theater bereits zahlreiche Produktionen inszeniert hat und 2026 sein 50-jähriges Bühnenjubiläum begeht. Bühne und Kostüme gestaltet Sabine Pommerening. Thomas Voigt übernimmt die musikalische Einstudierung, die Dramaturgie liegt bei Oliver Mörchel.

Thomas Maximilian Held spielt den Spielleiter. Franz Gnauck und Klaudia Raabe sind als George und Emily zu erleben. Zum Ensemble gehören außerdem Markus Seidensticker, Verena Blankenburg, Rayk Gaida, Franka Anne Kahl, Johanna Greff, Moritz Mensching, Laura Bettinger, Aron Torka, Michael Goralczyk, Johannes Arpe, Jakob Köhn, Beate Burkia und Katrin Strocka.

Weitere Aufführungen und Theaterfrühstück

Die Premiere am 19. September ist bereits ausverkauft. Karten für weitere Aufführungen sind an den Vorverkaufsstellen des Schiller-Theaters, über die Internetseite des Hauses und an der Theaterkasse in der KulTourDiele erhältlich. Die Theaterkasse ist unter 03672 450 10 00 erreichbar.

Bereits am Sonntag, 13. September, beginnt um 10 Uhr ein Theaterfrühstück im Kaffeehaus Wenzel in Rudolstadt. Dort erhalten Interessierte Einblicke in das Stück und seine Hintergründe. Für das Theaterfrühstück wird eine Reservierung unter 03672 480 14 14 empfohlen.

Quelle: Schiller-Theater Rudolstadt, Pressemitteilung vom 9. September 2026 „Premiere Unsere kleine Stadt“