Vier Rostocker Ortsteile dürfen weiterhin den staatlich anerkannten Titel „Seebad“ tragen. Das Land Mecklenburg-Vorpommern bestätigte damit erneut die Qualität von Warnemünde, Diedrichshagen, Hohe Düne und Markgrafenheide.
Jochen Schulte, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit, übergab die Anerkennungsurkunden am 4. August 2026 in Warnemünde an die Hanse- und Universitätsstadt Rostock.
Die vier Ortsteile tragen den Titel bereits seit 1996.
Anforderungen des Kurortgesetzes erfüllt
Im Zuge eines umfassenden Anerkennungsverfahrens wurde geprüft, ob die Rostocker Seebäder weiterhin die gesetzlichen Anforderungen erfüllen.
Dazu zählen eine hohe Badewasserqualität, eine leistungsfähige touristische Infrastruktur, attraktive Freizeit- und Gesundheitsangebote sowie eine gute medizinische Versorgung.
Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums wurden diese Voraussetzungen in allen vier Ortsteilen bestätigt.
2,3 Millionen Übernachtungen im Jahr 2025
In Rostock einschließlich der Seebäder wurden im Jahr 2025 insgesamt 2,3 Millionen Übernachtungen gezählt.
Damit belegte die Stadt bei den Übernachtungszahlen den zweiten Platz in Mecklenburg-Vorpommern. Nach Einschätzung von Staatssekretär Schulte haben die Seebäder einen entscheidenden Anteil an diesem Ergebnis.
Die erneute Anerkennung würdige zugleich das Engagement der Stadt, der Tourismuszentrale und der zahlreichen Akteure vor Ort.
147 Millionen Euro für touristische Infrastruktur
Das Land hat die touristische Entwicklung Rostocks seit 1990 mit umfangreichen Fördermitteln unterstützt.
Für 49 touristische Infrastrukturvorhaben der Hanse- und Universitätsstadt wurden nach Angaben des Ministeriums rund 147 Millionen Euro bereitgestellt.
Zu den geförderten Projekten gehören die Landstromanlage in Warnemünde, die Gestaltung der Promenade am Alten Strom, das Seetouristische Informationszentrum und die Entwicklung der Mittelmole.
Auch Infrastrukturmaßnahmen in Hohe Düne und Markgrafenheide wurden unterstützt.
Investitionen sichern Tausende Arbeitsplätze
Zusätzlich wurden in Warnemünde, Diedrichshagen und Hohe Düne innerhalb von 30 Jahren 57 gewerbliche Investitionsvorhaben mit rund 72 Millionen Euro gefördert.
Dadurch entstanden nach Angaben des Landes rund 900 neue Arbeitsplätze. Mehr als 2.500 bestehende Arbeitsplätze konnten gesichert werden.
Die Förderung soll die Seebäder langfristig als Reiseziele sowie als Wirtschafts- und Arbeitsstandorte stärken.
Neues Kurortgesetz gilt seit Juli
Der Landtag hatte im Juni eine Novellierung des Kurortgesetzes beschlossen. Veröffentlicht wurde das Gesetz am 21. Juli 2026.
Künftig werden staatliche Anerkennungen grundsätzlich für höchstens 15 Jahre erteilt. Neu eingeführt werden unter anderem die Kategorien „See- und Thalassoheilbad“ sowie „Seebad mit Kurbetrieb“.
Zugleich sollen die Anforderungen an Tourismusorte und Tourismusregionen weiter geschärft werden.
76 Kur- und Erholungsorte anerkannt
Derzeit gibt es in Mecklenburg-Vorpommern 76 staatlich anerkannte Kur- und Erholungsorte.
Hinzu kommen 50 Tourismusorte und vier Tourismusregionen. Das Land will mit den Qualitätsvorgaben die Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit der Reiseziele dauerhaft sichern.
Quellen
Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit Mecklenburg-Vorpommern – Pressemitteilung Nr. 113/2026 „Warnemünde: Schulte würdigt Qualität der Rostocker Seebäder“, veröffentlicht am 4. August 2026.