Aufgewachsen in Rostock
Marteria heißt eigentlich Marten Laciny und wurde am 4. Dezember 1982 in Rostock geboren.
Aufgewachsen ist er in Rostock-Lichtenhagen. Seine Mutter war Lehrerin, sein Vater Seemann. Schon früh spielte Fußball eine große Rolle in seinem Leben.
Laciny galt als großes Talent und spielte in der Jugend des FC Hansa Rostock. Später schaffte er es sogar in die deutsche U17-Auswahl.
Eine Karriere als Profifußballer schien möglich.
Doch sein Weg führte in eine andere Richtung.
Vom Fußball zum Model
1999 wurde Laciny bei einem Aufenthalt in New York von einem Modelscout entdeckt.
Plötzlich arbeitete der Jugendliche aus Rostock international als Model und war unter anderem für bekannte Marken unterwegs.
Was für viele wie ein Traum klingt, blieb für ihn jedoch nur eine Zwischenstation.
Laciny kehrte zurück nach Rostock und konzentrierte sich zunehmend auf Musik.
Hip-Hop hatte ihn längst gepackt.
Bereits als Jugendlicher war er Teil der Underdog Cru. Mit 16 Jahren erschienen erste Aufnahmen.
Der Umzug nach Berlin
2003 zog Laciny nach Berlin.
Dort besuchte er eine Schauspielschule und arbeitete weiter an seiner Musik.
Der große Erfolg kam nicht sofort.
Frühe Veröffentlichungen blieben zunächst weitgehend unter dem Radar. Erst Jahre später entwickelte sich aus dem Rostocker Rapper eine der markantesten Stimmen des deutschen Hip-Hop.
Sein Künstlername Marteria wurde zum Markenzeichen.
Parallel erschuf er eine zweite Figur: Marsimoto.
Marsimoto – das grüne Alter Ego
Marsimoto entstand zunächst eher spielerisch.
Laciny experimentierte mit einer hochgepitchten Stimme und entwickelte daraus eine eigene Kunstfigur.
Unter diesem Namen veröffentlichte er mehrere Alben und baute eine zweite musikalische Welt auf – experimenteller, psychedelischer und deutlich verspielter als Marteria.
2024 verabschiedete er Marsimoto mit einer eigenen Abschiedstournee.
Damit endete nach fast zwei Jahrzehnten eines der ungewöhnlichsten Alter Egos im deutschen Rap.
„Zum Glück in die Zukunft“ bringt den Durchbruch
Der entscheidende Karriereschritt kam 2010 mit dem Album „Zum Glück in die Zukunft“.
Songs wie „Verstrahlt“ und „Endboss“ machten Marteria einem großen Publikum bekannt.
Zwei Jahre später folgte mit „Lila Wolken“ gemeinsam mit Yasha und Miss Platnum ein Nummer-eins-Hit.
Der Song entwickelte sich zu einem der bekanntesten deutschsprachigen Titel der 2010er-Jahre.
Marteria war endgültig im Mainstream angekommen.
Zwischen Rap und Pop
Was Marteria von vielen anderen Rappern unterscheidet, ist die Mischung.
Seine Musik bewegt sich zwischen Hip-Hop, Pop, elektronischen Sounds und gesellschaftlichen Beobachtungen.
Er kann große Festivalhymnen schreiben und gleichzeitig sehr persönliche Songs veröffentlichen.
Titel wie „Kids (2 Finger an den Kopf)“, „Welt der Wunder“ oder „Mein Rostock“ zeigen diese Bandbreite.
Gerade „Mein Rostock“ ist für seine Biografie besonders wichtig.
Denn obwohl Marteria seit vielen Jahren in Berlin lebt und international unterwegs ist, blieb Rostock immer Teil seiner öffentlichen Identität.
Die Verbindung zu Hansa bleibt
Auch der Fußball verschwand nie ganz aus seinem Leben.
Marteria blieb dem FC Hansa Rostock eng verbunden.
Seine Vergangenheit als Jugendspieler und seine heutige Unterstützung des Vereins sind Teil seiner Geschichte.
Kaum ein anderer deutscher Musiker verbindet seine Heimatstadt so sichtbar mit seiner öffentlichen Person.
Rostock ist bei Marteria nicht nur Geburtsort.
Es ist Teil seiner Marke.
Konzert im Ostseestadion
Besonders deutlich wurde das 2018.
Damals spielte Marteria ein großes Konzert im Rostocker Ostseestadion.
Das dazugehörige Livealbum trägt schlicht den Titel „Live im Ostseestadion“.
Für einen Künstler, der einst selbst für Hansa auf dem Platz stand, hatte dieser Auftritt eine besondere Bedeutung.
Es war eine Rückkehr an einen Ort, der zu seiner Jugend gehört hatte – diesmal nicht als Fußballer, sondern als Musiker vor Zehntausenden Menschen.
Erfolge mit Casper
2018 veröffentlichte Marteria gemeinsam mit Casper das Album „1982“.
Das Projekt wurde zu einem weiteren großen Erfolg.
Beide Musiker gehörten bereits vorher zu den wichtigsten Namen der deutschen Rap- und Alternative-Szene.
Gemeinsam verbanden sie ihre unterschiedlichen Stile und erreichten erneut ein breites Publikum.
Das Album und die dazugehörigen Auftritte wurden mehrfach ausgezeichnet.
Mehr als drei Millionen verkaufte Tonträger
Über die Jahre entwickelte sich Marteria zu einem der kommerziell erfolgreichsten deutschen Rapper.
Nach den ausgewerteten Schallplattenauszeichnungen wurden mehr als 3,8 Millionen Tonträger verkauft.
Allein „Lila Wolken“ kam auf mehr als eine Million Verkäufe.
Hinzu kommen zahlreiche Musikpreise, darunter mehrere 1Live-Kronen und der Deutsche Musikautorenpreis.
2026 wieder mit neuem Album unterwegs
Auch 2026 ist Marteria weiterhin aktiv.
Auf seiner offiziellen Website steht inzwischen das Album „Zum Glück in die Zukunft III“ im Mittelpunkt.
Parallel läuft eine große Tour mit Stationen unter anderem in Münster, Köln, Berlin, Hamburg, Leipzig, Stuttgart, München, Frankfurt und Hannover.
Damit führt Marteria eine Albumreihe fort, die eng mit seinem größten Karriereschub verbunden ist.
Ein Rostocker mit internationaler Karriere
Marterias Lebensweg wirkt bis heute ungewöhnlich.
Jugendspieler bei Hansa Rostock.
Internationales Model.
Schauspielschüler in Berlin.
Und schließlich einer der bekanntesten deutschen Rapper.
Trotz dieser vielen Stationen ist seine Herkunft nie zur Nebensache geworden.
Rostock taucht in seiner Musik, seinen Konzerten und seiner öffentlichen Identität immer wieder auf.
Vielleicht ist genau das der Grund, warum Marteria so gut in die Reihe „Ossi`s“ passt.
Er hat den Osten nie als Etikett benutzt.
Er hat ihn einfach mitgenommen.