Die Geschichte beginnt in Bautzen
Bevor Silbermond zu einer der bekanntesten deutschen Pop-Rock-Bands wurden, waren Stefanie Kloß, Johannes Stolle, Thomas Stolle und Andreas Nowak vier Jugendliche aus Bautzen mit einer gemeinsamen Leidenschaft für Musik.
Kennengelernt hatten sie sich über das Jugendmusikprojekt „Ten Sing“. Aus gemeinsamen Auftritten entwickelte sich eine feste Band. Zunächst spielten sie Coverversionen und englischsprachige eigene Songs.
Der damalige Name: JAST – zusammengesetzt aus den Anfangsbuchstaben von Johannes, Andreas, Stefanie und Thomas.
Erst später entstand der Name, der weit über Sachsen hinaus bekannt werden sollte: Silbermond.
Im Juni 2002 trat die Gruppe erstmals unter diesem Namen auf. Damit begann eine Karriere, die die vier Musiker aus der Oberlausitz auf einige der größten Bühnen Deutschlands führen sollte.
Der Durchbruch kommt 2004
Nach dem Schulabschluss zog die Band nach Berlin. Der Schritt war alles andere als luxuriös. Stefanie Kloß berichtete später, dass die Musiker zeitweise gemeinsam in einer Einzimmerwohnung lebten.
Die Entscheidung zahlte sich aus.
2004 erschien das Debütalbum „Verschwende deine Zeit“. Mit „Durch die Nacht“ gelang Silbermond der bundesweite Durchbruch. Spätestens mit „Symphonie“ war die Band endgültig im deutschen Mainstream angekommen.
Das Album wurde mehrfach mit Platin ausgezeichnet.
Aus einer Schülerband aus Bautzen war innerhalb weniger Jahre eine der erfolgreichsten deutschsprachigen Bands geworden.
„Das Beste“ wird zum Millionen-Hit
Mit dem zweiten Album „Laut gedacht“ setzte Silbermond ihre Erfolgsgeschichte fort.
Besonders ein Titel wurde zum Markenzeichen der Band: „Das Beste“.
Die Ballade erreichte die Spitze der deutschen Charts und entwickelte sich zu einem der bekanntesten deutschsprachigen Liebeslieder der 2000er-Jahre.
Es folgten weitere erfolgreiche Songs wie „Irgendwas bleibt“, „Krieger des Lichts“, „Himmel auf“ und „Leichtes Gepäck“.
Silbermond schafften etwas, das nur wenigen Bands über einen so langen Zeitraum gelingt: Sie blieben ihrem eigenen Stil treu und erreichten trotzdem immer wieder ein großes Publikum.
Vier Musiker – und eine außergewöhnlich stabile Band
Ein Teil der Silbermond-Geschichte ist bemerkenswert unspektakulär – und gerade deshalb ungewöhnlich.
Die Kernbesetzung ist seit vielen Jahren unverändert.
Stefanie Kloß ist die Stimme der Band. Johannes Stolle spielt Bass, sein Bruder Thomas Stolle Gitarre und Klavier, Andreas Nowak sitzt am Schlagzeug.
Während sich viele erfolgreiche Gruppen nach wenigen Jahren trennen oder ihre Besetzung mehrfach verändern, blieb Silbermond als Quartett bestehen.
Diese Kontinuität gehört inzwischen ebenso zur Geschichte der Band wie ihre großen Hits.
Bautzen blieb Teil ihrer Identität
Der Erfolg führte Silbermond nach Berlin und auf internationale Konzertbühnen. Die Herkunft aus Sachsen verschwand dennoch nie aus der öffentlichen Geschichte der Band.
Besonders deutlich wurde das mit Liedern wie „B96“.
Die Bundesstraße 96 führt durch die Lausitz und verbindet zahlreiche Orte im Osten Deutschlands. Im Song wird sie zum Sinnbild für Heimat, Erinnerung und das Gefühl, zwischen Weggehen und Zurückkehren zu stehen.
Auch mit „Mein Osten“ beschäftigte sich die Band ausdrücklich mit ihrer Herkunft.
Silbermond beschreiben darin keine verklärte Heimat. Sie thematisieren vielmehr eine Region mit Widersprüchen, Problemen und Menschen, die sich für ein anderes Bild ihrer Heimat einsetzen.
Diese Ambivalenz macht die Band für viele Ostdeutsche glaubwürdig: Heimatliebe ohne Schönfärberei.
Gesellschaftliches Engagement gehört dazu
Silbermond haben sich über ihre Musik hinaus immer wieder gesellschaftlich positioniert.
Bereits früh beteiligte sich die Band an Initiativen gegen Rechtsextremismus und für demokratische Werte. 2021 erhielt sie den Eugen-Bolz-Preis für ihr gesellschaftliches Engagement.
Damit wurde ein Teil ihrer Arbeit ausgezeichnet, der außerhalb der großen Hits manchmal weniger sichtbar ist.
Für Silbermond ist die Herkunft aus Sachsen nicht nur biografischer Hintergrund. Sie ist immer wieder Anlass gewesen, über gesellschaftliche Entwicklungen in der eigenen Heimat zu sprechen.
Mehr als sechs Millionen verkaufte Tonträger
Die Zahlen zeigen, welchen Stellenwert Silbermond inzwischen in der deutschen Musiklandschaft haben.
Nach Angaben der Band und des MDR wurden mehr als sechs Millionen Tonträger verkauft. Mehrere Alben erreichten Platz eins der Charts. Hinzu kommen zahlreiche Gold- und Platinauszeichnungen sowie Musikpreise wie Echo, Bambi und 1Live Krone.
Songs wie „Durch die Nacht“, „Symphonie“, „Das Beste“, „Krieger des Lichts“ oder „Leichtes Gepäck“ begleiten inzwischen mehrere Generationen.
Das jüngste Studioalbum „AUF AUF“ erschien 2023. Ein Jahr später folgte „AUF AUF – Live im Theater des Westens“.
2027 wartet die größte Bühne der Bandgeschichte
Nach mehr als zwei Jahrzehnten steht Silbermond nun vor einem besonderen Jubiläum.
2027 feiern die vier Musiker 25 Jahre unter dem Namen Silbermond.
Und dafür kehren sie bewusst nach Sachsen zurück.
Am 19. und 20. Juni 2027 spielen Silbermond im Rudolf-Harbig-Stadion in Dresden ihre ersten eigenen Stadion-Open-Airs.
Der erste Termin ist bereits ausverkauft.
Für die Band ist Dresden dabei mehr als irgendeine Konzertstadt. Sängerin Stefanie Kloß bezeichnete die sächsische Landeshauptstadt im Zusammenhang mit dem Jubiläum als ein Stück Zuhause.
Der Weg führt damit symbolisch zurück zu den eigenen Wurzeln.
Von Bautzen über kleine Proberäume und Wettbewerbe bis in ein ausverkauftes Fußballstadion.
Eine Erfolgsgeschichte aus der Oberlausitz
Silbermond gehören zu den Künstlern, deren Herkunft untrennbar mit ihrer Geschichte verbunden ist.
Die Band musste ihre Heimat nicht hinter sich lassen, um bundesweit erfolgreich zu werden.
Bautzen blieb Ausgangspunkt, Erinnerung und immer wieder Thema ihrer Musik.
Vielleicht erklärt genau das einen Teil des Erfolges: Silbermond erzählen keine erfundene Geschichte vom Osten. Sie erzählen ihre eigene.
Und die begann in Bautzen.