Landschaften waren in der Kunst nicht immer das eigentliche Motiv. Zunächst bildeten Wälder, Berge und Flüsse häufig nur den Hintergrund religiöser Szenen. Erst im Laufe der Jahrhunderte rückte die Natur selbst in den Mittelpunkt – eine Entwicklung, die eine neue Rostocker Ausstellung anhand zahlreicher Originale sichtbar macht.
Öffentliche Führung am Donnerstag
Das Kulturhistorische Museum Rostock lädt am Donnerstag, 6. August 2026, um 17 Uhr zu einer öffentlichen Führung durch die Sonderausstellung „EIN und AUS. BLICKE. Landschaftsmalerei aus vier Jahrhunderten“ ein.
Die Teilnahme kostet drei Euro pro Person. Eine vorherige Anmeldung wird empfohlen. Die Ausstellung ist seit dem 19. Juli geöffnet und läuft nach Angaben des Museums bis zum 25. Oktober 2026.
Rund 60 Gemälde aus vier Jahrhunderten
Die Ausstellung versammelt etwa 60 Landschaftsbilder aus den Beständen des Museums. Sie führt von religiösen Bildwelten über niederländische und romantische Landschaften bis zur Freilichtmalerei des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts.
Besucher können dabei verfolgen, wie Landschaften zunächst als Kulisse dienten und später zu einer eigenständigen Bildgattung wurden. Künstler begannen, Natur nicht nur als Hintergrund, sondern als Ausdruck von Sehnsucht, Heimat, Ferne und persönlicher Stimmung zu verstehen.
Farbtube veränderte die Malerei
Anlass der Ausstellung ist der 185. Jahrestag der Erfindung der verschließbaren Farbtube. Im Jahr 1841 erhielt der amerikanische Maler John Goffe Rand ein Patent auf die erste verschließbare Bleitube für Farben.
Die Erfindung erleichterte es Künstlern, Farben sicher zu transportieren und außerhalb des Ateliers zu arbeiten. Zusammen mit tragbaren Staffeleien und Farbkästen bereitete sie den Weg für die Freilichtmalerei.
Maler mussten ihre Landschaften dadurch nicht mehr ausschließlich aus Skizzen oder Erinnerungen im Atelier entwickeln. Sie konnten Licht, Wetter und Farben direkt vor Ort beobachten.
Von Arkadien bis zur Ostseeküste
Ein Teil der Ausstellung beschäftigt sich mit der Vorstellung von Arkadien – einer idealisierten Landschaft, die für ein friedliches und glückliches Leben in der Natur steht.
Andere Werke zeigen Sehnsuchtsorte im Süden oder Landschaften des Nordens. Auch Künstler der Schwaaner und Ahrenshooper Künstlerkolonien griffen die neuen Möglichkeiten auf und suchten ihre Motive unmittelbar in der freien Natur.
Restaurierte Werke wieder öffentlich sichtbar
Zu den Höhepunkten gehören mehrere Gemälde, die aufwendig restauriert wurden und erstmals seit längerer Zeit wieder öffentlich gezeigt werden.
Besonders auffällig ist ein monumentales Mondscheingemälde von Maximilian Schmidt. Das Werk wiegt rund 200 Kilogramm, ist etwa 1,56 Meter hoch und mehr als zwei Meter breit. Normalerweise gehört es zu den verborgenen Schätzen im Museumsdepot.
Rostocker Sammlung wuchs durch Schenkungen
Die Geschichte der Sammlung reicht bis in das 19. Jahrhundert zurück. Der Rostocker Kunstverein erwarb bereits 1841 mehrere Gemälde, die anschließend unter seinen Mitgliedern verlost wurden.
Eine besondere Rolle spielte der Arzt Georg Wilhelm Detharding. Er schenkte der städtischen Kunstsammlung am Ende seines Lebens 66 Gemälde. Etwa die Hälfte davon waren Landschaftsdarstellungen. Weitere Werke kamen später durch Ankäufe und Schenkungen hinzu.
Weitere Führungen bis Oktober
Nach dem Termin am 6. August bietet das Museum weitere Führungen an mehreren Donnerstagen um 17 Uhr sowie an ausgewählten Sonntagen um 11 Uhr an.
Auch Workshops zur Landschaftsmalerei und besondere Abendveranstaltungen gehören zum Begleitprogramm. Die reguläre Teilnahme an den Führungen kostet drei Euro.
Quellen
• Kulturhistorisches Museum Rostock: Sonderausstellung „EIN und AUS. BLICKE. Landschaftsmalerei aus vier Jahrhunderten“, Stand 3. August 2026
• Hanse- und Universitätsstadt Rostock: Öffentliche Führung durch die neue Sonderausstellung, 3. August 2026
• Kulturhistorisches Museum Rostock: Führungs- und Begleitprogramm bis Oktober 2026