Eine ehemalige Kraftfuttermischfabrik in Riesa ist seit Samstag Schauplatz internationaler urbaner Kunst. Rund 60 Künstler aus 18 Ländern haben das Muskator-Areal gestaltet, bevor die ibug ihre Tore für Besucher öffnete.

ibug Riesa verwandelt Muskator-Werk in Kunstfläche

Malerei, Graffiti, Installationen, Upcycling und Multimedia haben die verlassenen Hallen verändert. Die Arbeiten entstanden während einer mehrwöchigen Kreativphase direkt auf dem früheren Industrieareal.

Die ibug versteht sich dabei nicht als klassische Kunstausstellung. Die Gebäude selbst werden zum Bestandteil der Werke, und die Geschichte des verlassenen Standorts bleibt sichtbar.

Riesa ist bereits zum zweiten Mal Gastgeber des Festivals.

60 Künstler aus 18 Ländern arbeiten in Riesa

Nach Angaben der Stadt beteiligen sich in diesem Jahr rund 60 Künstlerinnen und Künstler aus 18 Ländern. Sie haben das ehemalige Muskator-Kraftfuttermischwerk in der Bahnhofstraße gestaltet.

Zum Festival gehören neben der Ausstellung auch Konzerte, DJs, Workshops, Talks und geführte Rundgänge. Die Veranstalter verbinden damit Kunst, Industriekultur und die Frage nach der Zukunft brachliegender Gebäude.

ibug 2026 läuft an drei Wochenenden

Das Festival öffnet in diesem Jahr an drei Wochenenden: am 22. und 23. August, am 29. und 30. August sowie am 5. und 6. September.

Die Ausstellungsräume sind jeweils von 10 bis 20 Uhr zugänglich. Hinzu kommen Bühnenprogramm und Biergarten. Geführte Kunstrundgänge starten mehrmals täglich und sind im Eintrittspreis enthalten.

Zwischen den ersten beiden Festivalwochenenden gibt es zudem eine Bildungswoche für Schulklassen.

Urbane Kunst trifft Riesaer Industriegeschichte

Der Standort ist ein wesentlicher Teil des Konzepts. Wo früher industrielle Produktion den Alltag bestimmte, stehen nun Kunstwerke, Licht, Musik und Begegnung im Mittelpunkt.

Die ibug sucht seit ihrer Gründung gezielt verlassene Industrieanlagen für ihre Ausstellungen. Dadurch geraten Gebäude wieder in den Blick, die vielerorts längst aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwunden sind.

Für Riesa bedeutet die zweite Ausgabe im Muskator-Werk zugleich eine neue Debatte über das Areal selbst. Tausende Besucher können die Anlage betreten und sich ein eigenes Bild davon machen, welches Potenzial in einer scheinbar nutzlosen Industriebrache steckt.

Quelle: ibug e. V., Große Kreisstadt Riesa