Geschichten mitten aus dem Leben

Das Seniorentheater SENTHA hat am 2. und 3. Oktober im Theater Meißen mit seiner Produktion „Kommen und Bleiben“ gezeigt, wie viel Lebenserfahrung, Humor und persönliche Geschichte auf einer Bühne zusammenkommen können.

Das derzeit 16 Mitglieder starke Ensemble arbeitet mit Erfahrungen aus dem eigenen Leben. Beziehungen, Sehnsucht, Begegnungen, Abschied und die Frage nach dem eigenen Platz im Leben bilden den Kern des Stückes.

Dabei geht es nicht um künstlich überhöhte Figuren. Die Spielerinnen und Spieler bringen ihre eigenen Erinnerungen, ihren Humor und ihre Sicht auf das Leben in die Inszenierung ein.

Das Ergebnis verbindet heitere Szenen mit nachdenklichen Momenten.

Warum bleiben Menschen in einer Stadt?

Ausgangspunkt für die Produktion waren sehr persönliche Fragen.

Warum lebt ein Mensch gerade an einem bestimmten Ort? War es Zufall, Notwendigkeit oder Liebe? Wie verändert eine Stadt das eigene Leben – und welchen Einfluss hat man selbst auf diesen Ort?

Diese Fragen wurden gemeinsam mit den Mitgliedern des Ensembles entwickelt und prägen „Kommen und Bleiben“.

Dadurch wird das Stück auch zu einer Auseinandersetzung mit Meißen selbst.

Das Theater beschreibt die Produktion als eine mögliche kritische Liebeserklärung an die Stadt.

Erster Schritt auf dem Weg zu 1.100 Jahre Meißen

„Kommen und Bleiben“ besitzt zugleich eine besondere Bedeutung für das bevorstehende Stadtjubiläum.

Die Produktion ist der erste Meilenstein auf dem Weg zum 1.100-jährigen Bestehen Meißens im Jahr 2029.

Regisseur Utz Pannike arbeitet bereits seit 2002 mit den Seniorinnen und Senioren des Ensembles und entwickelt mit ihnen in jeder Spielzeit ein neues Stück.

Für 2027 und 2028 sind weitere Produktionen vorgesehen.

Im Jubiläumsjahr 2029 sollen die drei Arbeiten schließlich als Trilogie gemeinsam uraufgeführt werden.

Theater kennt keine Altersgrenze

Für das Ensemble geht es jedoch nicht allein um eine Aufführung.

Die Gruppe bietet älteren Menschen die Möglichkeit, gemeinsam kreativ zu sein, Geschichten zu erzählen und soziale Kontakte zu pflegen.

Utz Pannike hebt hervor, wie selbstständig SENTHA im Theater Meißen arbeiten könne und wie stark das Haus die Gruppe unterstütze.

Diese Bedingungen seien nach seiner Einschätzung außergewöhnlich.

Auch die soziale Bedeutung des Projekts spielt eine wichtige Rolle.

Gemeinsames Theaterspielen könne gerade im Alter Isolation entgegenwirken und neue Begegnungen ermöglichen.

SENTHA sucht neue Mitspieler

Das Seniorentheater ist weiterhin offen für neue Mitglieder.

Geprobt wird jeweils donnerstags um 15.30 Uhr.

Wer Interesse am Theaterspielen hat, kann sich dem Ensemble anschließen. Das Theater spricht dabei augenzwinkernd von gesuchtem „Seniorennachwuchs“.

Auch das Junge Theater arbeitet am Jubiläum

Parallel beschäftigt sich auch das Junge Theater Meißen mit dem Stadtjubiläum.

Unter dem Titel „POP UP“ entsteht eine weitere Produktion unter Leitung von Utz Pannike.

Die Uraufführung ist für den 4. und 5. November 2026 vorgesehen.

Auch diese Arbeit versteht das Theater als ersten Baustein auf dem Weg zum Jubiläumsjahr 2029.

Damit beginnt am Theater Meißen bereits drei Jahre vor dem großen Jubiläum eine künstlerische Auseinandersetzung mit der Frage, was Heimat, Ankommen und Bleiben für unterschiedliche Generationen bedeutet.