Sachsens Hochschulen können einen großen Teil der eigenen Schulabgänger im Freistaat halten. Von den Studienanfängern, die ihre Hochschulzugangsberechtigung in Sachsen erworben hatten, begannen im Wintersemester 2025/2026 rund 67 Prozent ihr Studium ebenfalls in Sachsen.

Damit bleibt etwa jeder dritte Studienanfänger für sein Studium nicht im Freistaat. Dennoch entscheidet sich eine klare Mehrheit für eine der sächsischen Hochschulen.

Bundesweit liegt die Quote etwas höher.

Sachsen knapp unter Bundesdurchschnitt

Deutschlandweit begannen 69 Prozent der Studienanfänger ihr Studium in dem Bundesland, in dem sie zuvor auch ihre Hochschulzugangsberechtigung erworben hatten.

Sachsen kommt auf 67 Prozent und liegt damit nur knapp unter diesem Wert.

Besonders häufig wechseln sächsische Studienanfänger in die benachbarten ostdeutschen Bundesländer.

6,7 Prozent entschieden sich für eine Hochschule in Thüringen, weitere 6,1 Prozent für Sachsen-Anhalt.

Alle anderen Bundesländer spielten jeweils eine deutlich kleinere Rolle.

Auch Studenten aus Nachbarländern kommen nach Sachsen

Die Wanderungsbewegung funktioniert allerdings in beide Richtungen.

Unter den Studienanfängern an sächsischen Hochschulen hatten im Wintersemester 2025/2026 rund 66,8 Prozent ihre Hochschulzugangsberechtigung ebenfalls in Sachsen erworben.

Sechs Prozent kamen aus Thüringen, 5,5 Prozent aus Sachsen-Anhalt und 4,9 Prozent aus Brandenburg.

Damit ziehen die sächsischen Hochschulen besonders viele junge Menschen aus den angrenzenden ostdeutschen Ländern an.

Breites Studienangebot hält junge Menschen

Nach Einschätzung der Statistiker spielt vor allem die Vielfalt des Studienangebots eine wichtige Rolle.

Je mehr Hochschulen und unterschiedliche Studiengänge ein Bundesland bietet, desto häufiger bleiben junge Menschen nach dem Schulabschluss in ihrer Heimatregion.

Sachsen verfügt mit großen Universitäten in Dresden, Leipzig und Chemnitz sowie Hochschulen in zahlreichen weiteren Städten über ein vergleichsweise dichtes Hochschulnetz.

Insgesamt waren im Wintersemester 2025/2026 mehr als 107.000 Studierende an sächsischen Hochschulen eingeschrieben.

Deutliche Unterschiede zwischen Bundesländern

Wie groß der Einfluss des Hochschulangebots sein kann, zeigt der Vergleich mit anderen Bundesländern.

In Nordrhein-Westfalen blieben 82 Prozent der Studienanfänger im eigenen Bundesland.

In Brandenburg waren es dagegen nur 33 Prozent. Fast ebenso viele brandenburgische Studienanfänger entschieden sich für Berlin.

Für Sachsen ist die hohe Verbleibquote auch wirtschaftlich relevant.

Je mehr junge Menschen ihre Ausbildung im Freistaat absolvieren, desto größer ist grundsätzlich die Chance, sie später auch als Fachkräfte in Sachsen zu halten.

Angesichts des wachsenden Fachkräftemangels dürfte diese Frage in den kommenden Jahren noch wichtiger werden.