Fünf ostdeutsche Künstlerinnen und ihre Sicht auf Weiblichkeit stehen im Mittelpunkt einer neuen Sonderausstellung im Museum Lyonel Feininger in Quedlinburg. Unter dem Titel „FRAUEN sind!“ zeigt das Haus vom 20. August 2026 bis zum 11. Januar 2027 Arbeiten von Grita Götze, Kerstin Grimm, Kat Menschik, Luise Neupert und Tanja Pohl. Dabei treten Frauen nicht als Muse oder Modell auf, sondern als eigenständige Bildschöpferinnen und als Gegenstand ihrer eigenen künstlerischen Reflexion.
Fünf Positionen ostdeutscher Kunst
Wie das Museum Lyonel Feininger mitteilt, vereint die Ausstellung Künstlerinnen verschiedener Generationen.
Grita Götze, Kerstin Grimm, Kat Menschik, Luise Neupert und Tanja Pohl verbinden persönliche Biografien mit sehr unterschiedlichen künstlerischen Ausdrucksformen. Das Museum versteht die Werkschau zugleich als Beitrag zu einer stärkeren Sichtbarkeit ostdeutscher Künstlerinnen im gesamtdeutschen Kunstkanon.
Keramik, Illustration und Scherenschnitt
Auch die verwendeten Medien unterscheiden sich deutlich.
Grita Götze arbeitet mit Keramik und hinterfragt dabei traditionelle Grenzen zwischen Kunst und Kunsthandwerk. Kerstin Grimm entwickelt poetische und teilweise traumartige Bildwelten, während Kat Menschik Illustration, Literatur und freie Bildfindung miteinander verbindet.
Luise Neupert ist mit Scherenschnitten vertreten, die Eleganz, Humor und Ironie verbinden. Tanja Pohl beschäftigt sich dagegen mit Körperlichkeit, Verletzbarkeit, Gewalt und gesellschaftlichen Erwartungen.
Weiblichkeit ohne festgelegte Antwort
Die Ausstellung will nach Angaben des Museums bewusst keine eindeutige Definition davon liefern, was Frauen sind.
Keramik, Malerei, Grafik, Illustration und Scherenschnitt stehen gleichberechtigt nebeneinander und eröffnen unterschiedliche Perspektiven auf weibliche Identität, Erinnerung und Selbstbehauptung.
Die Ausstellung wurde von Museumsdirektorin Dr. Adina Christine Rösch kuratiert und entstand gemeinsam mit den Künstlerinnen, Leihgebern und weiteren Partnern. Unterstützt wird das Projekt unter anderem vom Land Sachsen-Anhalt, der Ostdeutschen Sparkassenstiftung und der Stiftung der Kreissparkasse Quedlinburg.
Vernissage am 19. August
Die feierliche Eröffnung findet bereits am 19. August um 17 Uhr im Museumshof statt.
Für den musikalischen Rahmen sorgt die eigens für diesen Anlass zusammengestellte Band THE LYONELLES. Auch ausstellende Künstlerinnen werden nach Angaben des Museums bei der Vernissage anwesend sein.
Ab dem 20. August ist die Ausstellung regulär für Besucher geöffnet. Sie läuft bis zum 11. Januar 2027 und kann gemeinsam mit der Dauerausstellung „Mensch, Meister, Modernist | Feininger im Fokus“ besucht werden.
Workshops und Tagung begleiten Ausstellung
Zur Ausstellung gehört ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Führungen, Workshops, Kunstkursen, Lesungen und einer wissenschaftlichen Tagung.
Unter anderem ist am 22. August ein Scherenschnitt-Workshop geplant. Im November findet die Fachtagung „Zwischen System und Selbstentwurf. Künstlerinnen in Ostdeutschland 1949 bis heute“ statt.
Begleitend erscheint außerdem ein Ausstellungskatalog mit 200 Seiten und 169 Farbabbildungen.
Quelle:
Museum Lyonel Feininger, Presseinformation 21/2026, August 2026.