Die Vorauswahl für den Potsdamer Bürgerhaushalt 2027/28 steht fest. Aus insgesamt 707 eingereichten Ideen hat ein Redaktionsteam 40 Vorschläge ausgewählt. Über diese können die Einwohner vom 7. September bis zum 8. November 2026 abstimmen.
Die Bandbreite reicht von günstigeren Fahrpreisen und mehr Grünflächen bis zu Einsparungen in der Verwaltung, höheren Parkgebühren und einer stärkeren finanziellen Beteiligung des Tourismus.
Rund 2.200 Menschen beteiligten sich
Der Dialog zum Doppelhaushalt begann am 18. Mai 2026. Bis zum 3. Juli gingen 707 Vorschläge ein. Diese wurden in der ersten Beteiligungsphase 560-mal kommentiert und insgesamt 25.764-mal unterstützt.
Nach Angaben der Stadt beteiligten sich rund 2.200 Menschen. Ein Redaktionsteam aus Einwohnern, Mitgliedern der Stadtverordnetenversammlung und der Verwaltung prüfte die Vorschläge und fasste ähnliche Ideen zusammen.
Das Ergebnis sind 20 Vorschläge für zusätzliche oder zu sichernde Ausgaben sowie 20 Ideen zur Finanzierung und Haushaltskonsolidierung.
Günstigere Fahrpreise und mehr Grün
Zu den ausgewählten Ausgabenvorschlägen gehören unter anderem:
- Preise für Bus und Bahn senken,
- Kinder- und Jugendarbeit erhalten und ausbauen,
- Sportförderung sichern,
- mehr Bäume und Begrünung schaffen,
- Geh- und Radwege ausbauen,
- öffentliche Toiletten erweitern,
- Trinkwasserbrunnen und Cooling-Points errichten,
- digitale Geräte für Schulen bereitstellen,
- den Bürgertreff und die Zweigbibliothek Waldstadt modernisieren,
- den Kleinen Saal im Lottenhof ganzjährig nutzbar machen.
Auch der Erhalt und die Sanierung des Rechenzentrums sowie eine attraktivere Gestaltung des Alten Marktes und des Landtagsumfeldes stehen zur Abstimmung.
Vorschläge für Einsparungen und höhere Einnahmen
Ein zweiter Teil der Liste beschäftigt sich mit der Finanzierung des städtischen Haushalts.
Vorgeschlagen werden unter anderem:
- Kosten für Verwaltung und Stadtpolitik senken,
- den Fuhrpark der Stadtverwaltung verkleinern,
- Lizenzkosten durch andere Software reduzieren,
- das Rathauspersonal schrittweise verringern,
- Einnahmen durch Werbung auf städtischen Flächen erzielen,
- die Zweitwohnungssteuer erhöhen,
- Touristen stärker an städtischen Kosten beteiligen,
- Parkgebühren erhöhen,
- Dauer- und Anwohnerparken ausweiten,
- die Hundesteuer anheben.
Auch höhere Eintrittspreise in städtischen Museen sowie Einsparungen beim Brandenburg Museum wurden in die Vorauswahl aufgenommen.
Stadt prüft Kosten und Umsetzbarkeit
In den kommenden Wochen erstellt die Verwaltung zu allen 40 Vorschlägen fachliche Einschätzungen. Dabei geht es um die Umsetzbarkeit, die voraussichtlichen Kosten und den zeitlichen Rahmen.
Bürgermeister Burkhard Exner erklärte, die große Zahl der Vorschläge zeige, welche Themen den Menschen in Potsdam wichtig seien.
„Alle Potsdamerinnen und Potsdamer sind eingeladen, darüber abzustimmen, welche Ideen mit dem Entwurf des Doppelhaushalts 2027/28 diskutiert werden.“
Abstimmung läuft zwei Monate
Die zweite Beteiligungsrunde beginnt am 7. September und endet am 8. November 2026.
Teilnehmen dürfen alle Menschen mit Haupt- oder Nebenwohnsitz in Potsdam. In den beiden Kategorien Ausgaben und Finanzierung können jeweils bis zu fünf Stimmen vergeben werden.
Die insgesamt 20 Vorschläge mit der größten Unterstützung werden Anfang Dezember gemeinsam mit dem Entwurf des Doppelhaushalts 2027/28 an die Stadtverordnetenversammlung übergeben. Dort wird über die weitere Umsetzung beraten und entschieden.
Quelle
- Landeshauptstadt Potsdam: Information 342/2026 „Dialog zum Haushalt 2027/28: Aus 707 Ideen werden 40 Vorschläge“, 31. Juli 2026.