Innerhalb kurzer Zeit beschäftigen mehrere schwere Eigentums- und Gewaltdelikte die Potsdamer Kriminalpolizei. Die Tatorte und Abläufe unterscheiden sich deutlich – gemeinsam ist den Fällen jedoch, dass Geld unter Drohungen oder unter Vorhalt einer Waffe verlangt beziehungsweise genommen worden sein soll.
Zu den bekannt gewordenen Fällen gehören ein Überfall auf eine Tankstelle in Potsdam-West, eine räuberische Erpressung in einem Bus der Linie N17 und ein Vorfall mit mehreren Jugendlichen auf dem Bassinplatz.
Wichtig ist dabei die Einordnung: Aus drei einzelnen Ermittlungsverfahren lässt sich keine allgemeine „Kriminalitätswelle“ in Potsdam ableiten. Dafür wären längerfristige und vergleichbare Fallzahlen notwendig.
Mitarbeiterin bei Tankstellenüberfall mit Waffe bedroht
Besonders schwer wiegt ein Überfall auf eine Tankstelle in Potsdam-West.
Nach Angaben der Polizei betraten in den frühen Morgenstunden zwei Männer das Geschäft. Eine Mitarbeiterin bemerkte, dass einer der Männer eine Waffe in der Hand hielt.
Unter Vorhalt dieser Waffe soll Bargeld gefordert worden sein.
Die Mitarbeiterin übergab daraufhin den Inhalt der Kasse. Anschließend flüchteten die beiden Männer über die Zeppelinstraße in bislang unbekannte Richtung.
Kurz darauf war die Polizei am Tatort und leitete Fahndungsmaßnahmen ein. Kriminalisten sicherten Spuren und Beweismaterial.
Ob es sich bei der verwendeten Waffe um eine scharfe Schusswaffe handelte, wurde zunächst nicht bekannt.
Geld im Nachtbus N17 gefordert
Ein weiterer Fall ereignete sich in der Nacht zum Montag in einem Bus der Linie N17.
Ein Fahrgast berichtete der Polizei, dass ihn ein unbekannter Mann zunächst nach Geld gefragt habe.
Nachdem er die Forderung abgelehnt hatte, soll ihm der Unbekannte mit Schlägen gedroht haben, falls er sein Bargeld nicht herausgebe.
Der Fahrgast übergab daraufhin Geld und verließ den Bus an der Haltestelle „Am Gehölz“.
Die Polizei reagierte unmittelbar und stoppte den Bus später auf seiner Strecke in Richtung Hauptbahnhof.
Der Tatverdächtige befand sich zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht mehr im Fahrzeug.
Kriminalpolizei ermittelt wegen räuberischer Erpressung
In dem Nachtbus-Fall wurden Beweise gesichert und Ermittlungen wegen räuberischer Erpressung eingeleitet.
Die Kriminalpolizei versucht nun unter anderem nachzuvollziehen, wann und wo der unbekannte Mann den Bus verlassen haben könnte.
Eine Täterbeschreibung oder Angaben zur Höhe des erbeuteten Geldes lagen zunächst nicht vor.
Jugendliche auf Bassinplatz bedroht
Auch auf dem Bassinplatz kam es zu einem Vorfall, bei dem Geld unter Drohungen gefordert worden sein soll.
Ein Zeuge meldete am Samstagabend eine Auseinandersetzung zwischen mehreren Jugendlichen.
Nach bisherigen Erkenntnissen sollen zwei Jugendliche aus einer Personengruppe heraus aufgefordert worden sein, ihr Geld „rauszurücken“.
Dabei soll ihnen mit Schlägen gedroht worden sein.
Einer der Jugendlichen übergab offenbar aus Angst einen Geldschein.
Dem zweiten Geschädigten wurde nach Polizeiangaben die Geldbörse aus der Hand gerissen und daraus ebenfalls ein Geldschein genommen.
Fahrradreifen zusätzlich beschädigt
Nach dem Vorfall entfernte sich die Gruppe in unbekannte Richtung.
Dabei soll zusätzlich der Fahrradreifen eines der betroffenen Jugendlichen zerstochen worden sein.
Die Polizei leitete unmittelbar Fahndungsmaßnahmen in der Potsdamer Innenstadt ein, konnte die gesuchte Personengruppe jedoch nicht mehr feststellen.
Auch in diesem Fall wurden Beweise gesichert und Ermittlungen wegen räuberischer Erpressung eingeleitet.
Drei Fälle mit unterschiedlichen Tatabläufen
So auffällig die Häufung auf den ersten Blick erscheint, unterscheiden sich die drei Fälle deutlich.
Beim Tankstellenüberfall sollen zwei Erwachsene beziehungsweise bislang nicht näher beschriebene Männer unter Vorhalt einer Waffe gehandelt haben.
Im Nachtbus richtete sich die Tat gegen einen einzelnen Fahrgast.
Am Bassinplatz wiederum waren mehrere Jugendliche beteiligt.
Es gibt nach den bislang veröffentlichten Angaben keinen Hinweis darauf, dass die Fälle miteinander in Verbindung stehen.
Keine belastbare Aussage über Kriminalitätsentwicklung
Eine Häufung einzelner Polizeimeldungen innerhalb weniger Tage kann Aufmerksamkeit erzeugen, ist jedoch noch kein Beleg für einen dauerhaften Anstieg schwerer Kriminalität.
Für eine solche Bewertung wären etwa Monats- oder Jahreszahlen, Vergleichswerte früherer Zeiträume sowie eine Aufschlüsselung nach Deliktsarten notwendig.
Dass räuberische Erpressungen und Raubdelikte in Potsdam auch in den vergangenen Monaten vorkamen, zeigen frühere Polizeimeldungen. So ermittelte die Polizei im Juli nach einer Geldforderung gegenüber Teenagern in Babelsberg-Süd ebenfalls wegen eines Raubdelikts. Im Mai wurden nach einem Raub im Volkspark drei minderjährige Tatverdächtige gestellt.
Diese Fälle zeigen, dass entsprechende Delikte nicht erst jetzt auftreten – sie erlauben aber ebenfalls keine Aussage über einen Trend.
Polizei setzt auf Fahndung und Spurensicherung
In den aktuellen Potsdamer Fällen ähneln sich vor allem die polizeilichen Maßnahmen.
Nach Bekanntwerden der Taten wurden Fahndungen eingeleitet, Tatorte untersucht und Beweise gesichert.
Die weiteren Ermittlungen liegen bei der Kriminalpolizei.
Ob und wann Tatverdächtige identifiziert werden können, ist derzeit offen.
Quellen
Polizeidirektion West – aktuelle Polizeimeldungen zu Potsdam
Polizei Brandenburg – Polizeimeldungen zu früheren Raubdelikten in Potsdam
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