Winterzeit beginnt am Sonntag

Zeitumstellung am 25. Oktober: Deutschland dreht die Uhren zurück – warum die Abschaffung weiter scheitert

Eine Stunde länger schlafen

Von Sophie Albrecht 4 Min. Lesezeit

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Ein schwarzer Wecker steht auf einem Holztisch neben einer Kaffeetasse und bunten Herbstblättern. Eine Hand verstellt den Minutenzeiger. Die Szene illustriert die Zeitumstellung von der Sommerzeit auf die Mitteleuropäische Normalzeit.
Ein schwarzer Wecker steht auf einem Holztisch neben einer Kaffeetasse und bunten Herbstblättern. Eine Hand verstellt den Minutenzeiger. Die Szene illustriert die Zeitumstellung von der Sommerzeit auf die Mitteleuropäische Normalzeit. Foto: KI-generierte Illustration / Ostdeutsche Zeitung (ODZ)

In der Nacht zum Sonntag, 25. Oktober 2026, endet in Deutschland die Sommerzeit. Um 3 Uhr werden die Uhren auf 2 Uhr zurückgestellt. Damit beginnt wieder die Mitteleuropäische Zeit, die umgangssprachlich häufig als Winterzeit bezeichnet wird. Für viele Menschen bedeutet die Umstellung eine zusätzliche Stunde Schlaf. Doch obwohl die Europäische Union seit Jahren über eine Abschaffung der halbjährlichen Zeitumstellung diskutiert, gibt es weiterhin keine politische Einigung. Die nächste Umstellung ist deshalb bereits für März 2027 vorgesehen.

Um 3 Uhr wird es wieder 2 Uhr

In der Nacht zum 25. Oktober endet die Mitteleuropäische Sommerzeit.

Um 3 Uhr morgens werden die Uhren um eine Stunde zurückgestellt.

Nach 2.59 Uhr Sommerzeit folgt damit erneut 2 Uhr, diesmal nach Mitteleuropäischer Zeit.

Die Nacht dauert dadurch rechnerisch eine Stunde länger.

Viele moderne Geräte stellen sich automatisch um.

Dazu gehören in der Regel Smartphones und Computer, die ihre Zeit über entsprechende Systeme synchronisieren.

Bei älteren Wanduhren, Armbanduhren und manchen Haushaltsgeräten muss die Zeit dagegen von Hand angepasst werden.

Die Umstellung findet in sämtlichen Mitgliedstaaten der Europäischen Union statt.

Warum gibt es die Sommerzeit überhaupt?

Die Zeitumstellung wurde ursprünglich mit der Hoffnung verbunden, Energie besser nutzen zu können.

Wenn es im Sommer abends länger hell ist, sollte unter anderem weniger künstliche Beleuchtung benötigt werden.

In Deutschland wurde die heute bekannte Sommerzeit 1980 erneut eingeführt.

Später wurden die Regelungen innerhalb Europas vereinheitlicht.

Seitdem gilt grundsätzlich, dass die Uhren am letzten Sonntag im März vorgestellt und am letzten Sonntag im Oktober zurückgestellt werden.

Die ursprünglichen Erwartungen an deutliche Energieeinsparungen werden inzwischen jedoch kritisch bewertet.

Denn der Energieverbrauch hängt von zahlreichen Faktoren ab.

Dazu zählen Beleuchtung, Heizung, Klimatisierung und das individuelle Verhalten der Menschen.

Ein eindeutiger großer wirtschaftlicher Vorteil durch die Zeitumstellung ist deshalb umstritten.

Millionen Europäer wollten die Zeitumstellung abschaffen

Die Europäische Union beschäftigt sich seit Jahren mit einer möglichen Abschaffung.

2018 führte die Europäische Kommission eine öffentliche Befragung durch.

Daran beteiligten sich rund 4,6 Millionen Menschen.

Eine große Mehrheit sprach sich gegen die bisherige halbjährliche Umstellung aus.

Die EU-Kommission legte daraufhin einen Vorschlag zur Abschaffung vor.

Das Europäische Parlament unterstützte grundsätzlich das Ziel, die regelmäßigen Wechsel zu beenden.

Trotzdem wurde die Regelung bis heute nicht abgeschafft.

Der Grund liegt vor allem darin, dass sich die Mitgliedstaaten nicht auf ein gemeinsames Vorgehen einigen konnten.

Dauerhafte Sommerzeit oder Winterzeit?

Eine der wichtigsten Streitfragen lautet, welche Zeit dauerhaft gelten soll.

Bei einer ganzjährigen Sommerzeit bliebe es im Winter morgens länger dunkel.

Dafür würde die Sonne am Nachmittag später untergehen.

Bei dauerhafter Normalzeit wäre es in den Wintermonaten morgens früher hell.

Im Sommer würden die Abende dagegen früher dunkel werden als bei der bisherigen Sommerzeit.

Diese Unterschiede betreffen die europäischen Staaten nicht gleichermaßen.

Denn zwischen Spanien, Deutschland, Polen und Finnland bestehen erhebliche geografische Unterschiede.

Auch deshalb ist eine gemeinsame europäische Entscheidung schwierig.

Die Mitgliedstaaten wollen vermeiden, dass durch unterschiedliche nationale Regelungen ein unübersichtlicher Flickenteppich von Zeitzonen entsteht.

Auswirkungen auf Schlaf und Gesundheit

Die halbjährliche Zeitumstellung beeinflusst auch den menschlichen Tagesrhythmus.

Viele Menschen bemerken zunächst eine Veränderung ihres Schlafverhaltens.

Besonders die Umstellung im Frühjahr wird häufig als belastend empfunden, weil dabei eine Stunde verloren geht.

Im Herbst fällt die Anpassung manchen Menschen leichter.

Dennoch können auch durch das Zurückstellen der Uhren Schlaf- und Wachzeiten vorübergehend durcheinandergeraten.

Wie stark die Auswirkungen sind, unterscheidet sich individuell.

Besonders Kinder, ältere Menschen und Personen mit festen Arbeits- und Schlafrhythmen können sensibel reagieren.

Die genaue gesundheitliche Bewertung ist Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen.

Auch Bahnverkehr und Schichtarbeit müssen umstellen

Für Unternehmen mit Nachtbetrieb bedeutet die Zeitumstellung zusätzlichen organisatorischen Aufwand.

Das betrifft unter anderem den Bahnverkehr, Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und Industriebetriebe.

Bei einer Nachtschicht kann die zurückgestellte Stunde dazu führen, dass Beschäftigte tatsächlich länger arbeiten.

Welche arbeitsrechtlichen Folgen dies hat, hängt von den jeweiligen vertraglichen und tariflichen Regelungen ab.

Im Bahnverkehr müssen Fahrpläne und technische Systeme die doppelt vorkommende Stunde berücksichtigen.

Moderne digitale Systeme sind grundsätzlich auf solche Umstellungen vorbereitet.

Trotzdem bleibt die Nacht der Zeitumstellung eine Besonderheit für alle Einrichtungen, die rund um die Uhr arbeiten.

Wann werden die Uhren wieder vorgestellt?

Die jetzt beginnende Normalzeit gilt bis zum Frühjahr 2027.

Am Sonntag, 28. März 2027, werden die Uhren erneut um eine Stunde vorgestellt.

Dann beginnt wieder die Mitteleuropäische Sommerzeit.

Solange die EU keine neue verbindliche Regelung beschließt, wird der bisherige halbjährliche Wechsel fortgesetzt.

Für die Bevölkerung bedeutet dies, dass sich der Alltag vorerst weiterhin zweimal im Jahr an eine neue Uhrzeit anpassen muss.

Abschaffung bleibt eine offene politische Entscheidung

Die Debatte über die Zeitumstellung zeigt, dass selbst eine vermeintlich einfache Änderung europaweit schwierig umzusetzen sein kann.

Zwar spricht sich ein großer Teil der Bevölkerung für eine Abschaffung aus.

Ungeklärt bleibt jedoch, welche Zeit künftig dauerhaft gelten soll und wie eine einheitliche europäische Lösung aussehen könnte.

Bis zu einer politischen Einigung bleibt es deshalb beim bisherigen Verfahren.

Am 25. Oktober 2026 werden die Uhren um 3 Uhr auf 2 Uhr zurückgestellt.

Die nächste Zeitumstellung folgt am 28. März 2027.

Themen: GesundheitEuropäische UnionSchlaf25. Oktober 2026ZeitumstellungWinterzeitSommerzeitUhrzeitEnergieeinsparung

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