Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsministerin Stefanie Drese fordert einen konsequenten Ausbau des gesundheitlichen Hitzeschutzes.

Anlass ist eine vom Robert Koch-Institut veröffentlichte Schätzung, wonach seit Jahresbeginn bundesweit rund 9.800 Todesfälle im Zusammenhang mit hohen Temperaturen stehen sollen. Drese bezeichnete Hitze als ernst zu nehmendes Gesundheitsrisiko und als dauerhafte Aufgabe für Politik, Gesundheitswesen und Bevölkerung.

Besonders viele ältere Menschen gefährdet

Zu den besonders gefährdeten Gruppen gehören nach Angaben des Ministeriums:

  • ältere Menschen,
  • chronisch Kranke,
  • Schwangere und Stillende,
  • Kinder,
  • körperlich schwer arbeitende Beschäftigte.

Mecklenburg-Vorpommern sei aufgrund seiner Bevölkerungsstruktur besonders gefordert. Ältere und chronisch kranke Menschen machten einen großen Teil der Bevölkerung aus.

Auch im Norden seien längere Hitzeperioden, tropische Nächte und Temperaturen von mehr als 30 Grad in Gebäuden inzwischen keine Seltenheit mehr, erklärte Drese.

Land setzt auf eigenen Hitzeschutzplan

Mecklenburg-Vorpommern hat bereits einen gesundheitsbezogenen Hitzeschutzplan erarbeitet. Dieser soll Kommunen, Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und weitere Verantwortliche bei der Vorsorge unterstützen.

Zu den vorgesehenen Maßnahmen gehören:

  • eine zentrale Koordinierung,
  • die Nutzung von Hitzewarnsystemen,
  • gezielte Informationen für besonders gefährdete Gruppen,
  • langfristige Anpassungen in Stadtplanung und Bauwesen,
  • Empfehlungen für Arbeitsplätze,
  • Hinweise zu Ernährung, Medikamenten, Bewegung und UV-Schutz.

Der Plan ist als praktische Handreichung gedacht, um gesundheitliche Gefahren während längerer Hitzephasen zu verringern.

Erstes landesweites Hitzeschutzsymposium

In diesem Jahr fand nach Angaben des Ministeriums erstmals ein landesweites Hitzeschutzsymposium statt.

Rund 120 Teilnehmer aus Kommunen, Gesundheitsämtern, Verbänden, Pflege, Medizin und Wissenschaft tauschten sich über geeignete Schutzmaßnahmen aus.

Drese begrüßte die Zusammenarbeit der verschiedenen Einrichtungen. Gleichzeitig müsse Hitze künftig bundesweit stärker in Krisenvorsorge, Gesundheitsversorgung und Katastrophenschutz einbezogen werden.

Hitze als Daueraufgabe

Die Ministerin verwies darauf, dass Hitzeschutz nicht nur bei einzelnen Wetterlagen eine Rolle spielen dürfe. Es gehe vielmehr um langfristige Strukturen und eine stärkere Sensibilisierung der Bevölkerung.

Aus Sicht des Landes müssen Warnsysteme, Pflegeeinrichtungen, Krankenhäuser und Kommunen enger zusammenarbeiten. Auch bauliche Maßnahmen, mehr Schatten und angepasste Arbeitsbedingungen sollen künftig wichtiger werden.

Quelle

Pressemitteilung Nr. 181 des Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Sport Mecklenburg-Vorpommern vom 30. Juli 2026.