Labormobil prüft Nordhäuser Brunnenwasser – jede fünfte Probe mit zu viel Nitrat

Wer im Garten Wasser aus einem eigenen Brunnen nutzt, kann dessen Qualität nicht allein an Farbe, Geruch oder Geschmack erkennen. Ein mobiles Labor bietet deshalb Mitte August auf dem Nordhäuser Rathausplatz Untersuchungen und persönliche Beratung an.

Das Labormobil des gemeinnützigen Vereins VSR-Gewässerschutz kommt am Montag, 17. August 2026, nach Nordhausen.

Zwischen 15 und 17 Uhr können Bürger ihre privaten Wasserproben auf dem Rathausplatz abgeben. Eine Grunduntersuchung auf Nitrat-, Säure- und Salzgehalt kostet zwölf Euro.

Ergebnisse teilweise noch vor Ort verfügbar

Die Grundwerte werden unmittelbar im Labormobil bestimmt. Teilnehmer sollen ihre Untersuchungsergebnisse nach Möglichkeit noch während der Aktion erhalten.

Gegen eine zusätzliche Kostenbeteiligung können weitere Parameter geprüft werden. Dazu gehören unter anderem Eisen, Phosphat und bakterielle Belastungen.

Anhand der Ergebnisse soll eingeschätzt werden können, ob das Wasser zum Gießen von Gemüse, zum Befüllen eines Planschbeckens oder für einen Gartenteich geeignet ist.

Eine Freigabe als Trinkwasser kann eine solche orientierende Untersuchung allerdings nicht automatisch ersetzen.

Jede fünfte Probe überschritt den Nitratwert

Der Verein hat 383 Brunnenwasseruntersuchungen aus dem Kreis Nordhausen aus den Jahren 2016 bis 2025 ausgewertet.

Im Zeitraum von 2021 bis 2025 überschritten demnach 22,5 Prozent der untersuchten Proben den Wert von 50 Milligramm Nitrat je Liter. Damit lag mehr als jede fünfte Probe oberhalb des maßgeblichen Grenzwertes.

Bei den im Juli 2025 abgegebenen Proben war ebenfalls etwa jeder fünfte private Brunnen betroffen. Auffällige Werte wurden damals unter anderem in Herreden, Leimbach und weiteren Orten des Landkreises gemessen.

Nitrat gelangt vor allem aus landwirtschaftlichen Flächen ins Grundwasser

Hohe Nitratwerte können entstehen, wenn Pflanzen den ausgebrachten Stickstoff nicht vollständig aufnehmen. Der überschüssige Anteil wird durch Niederschläge in tiefere Bodenschichten verlagert und kann ins Grundwasser gelangen.

Im Landkreis Nordhausen werden mehr als die Hälfte der Flächen landwirtschaftlich genutzt. Ein großer Teil davon besteht aus Ackerland, auf dem das Risiko einer Nitratauswaschung höher sein kann als unter dauerhaftem Grünland.

Auch undichte Brunnen, defekte Abwasserleitungen oder eindringendes Oberflächenwasser können die Wasserqualität beeinträchtigen.

So sollte die Wasserprobe vorbereitet werden

Für die Probe eignet sich eine saubere Kunststoffflasche, die zuvor mit Mineralwasser befüllt war. Empfohlen wird eine Flasche mit einem Fassungsvermögen von etwa einem halben Liter.

Sie sollte unmittelbar vor der Abgabe vollständig mit Brunnenwasser gefüllt werden. Rückstände von Säften, Reinigungsmitteln oder anderen Getränken können das Ergebnis verfälschen.

Das Wasser sollte möglichst frisch entnommen und bis zur Untersuchung kühl gelagert werden.

Quellen

– VSR-Gewässerschutz: Informationen zur Brunnenwasseranalyse auf dem Rathausplatz in Nordhausen am 17. August 2026.

– VSR-Gewässerschutz: Auswertung von 383 Brunnenwasserproben aus dem Kreis Nordhausen aus den Jahren 2016 bis 2025.

– Neue Nordhäuser Zeitung: „Verein testet auf dem Rathausplatz Brunnenwasser“, veröffentlicht am 5. August 2026.