Der niedrige Wasserstand an der Talsperre Lehnmühle hat eine historische Steinbrücke wieder sichtbar gemacht. Immer wieder zieht das Bauwerk Besucher an, obwohl der betroffene Bereich zum Schutz der Trinkwasserversorgung nicht betreten werden darf. Deshalb setzt die Landestalsperrenverwaltung nun zusätzlich einen Sicherheitsdienst ein.

Talsperre Lehnmühle: Niedrigwasser legt alte Steinbrücke frei

Die alte Steinbrücke gehörte einst zum Ort Steinbrückmühle. Dieser musste dem Bau der Talsperre weichen. Durch das Tal verlief früher außerdem eine Verbindung aus dem Altenberger und Niederpöbeler Zinnerzgebiet in Richtung Freiberg.

Normalerweise liegt ein großer Teil der historischen Spuren unter Wasser. Der derzeit niedrige Wasserstand macht Teile der früheren Landschaft wieder sichtbar und lockt deshalb zahlreiche Neugierige an.

Die Landestalsperrenverwaltung sieht darin jedoch ein Problem. Besucher gelangen in Bereiche, die nicht für den öffentlichen Aufenthalt vorgesehen sind.

Trinkwasserschutzzone an der Talsperre Lehnmühle ist tabu

Die Talsperre Lehnmühle gehört zu den sächsischen Trinkwassertalsperren. Für diese Anlagen gelten besondere Regeln zum Schutz der Wasserqualität.

Die Schutzzone I umfasst grundsätzlich die Wasserfläche und unmittelbar angrenzende Uferbereiche. Außerhalb freigegebener Wege darf sie nicht betreten werden. Auch Baden, Wassersport, Grillen und Zelten sind dort untersagt.

Diese Einschränkungen dienen nicht dem Naturschutz allein. Sie sollen verhindern, dass Verunreinigungen in das für die Trinkwasserversorgung genutzte Wasser gelangen.

Sicherheitsdienst soll Besucher von der Steinbrücke fernhalten

Die freigelegte Steinbrücke entwickelt sich durch den niedrigen Wasserstand zu einem ungewöhnlichen Anziehungspunkt. Nach Angaben der Landestalsperrenverwaltung halten sich Besucher dabei auch in gesperrten Bereichen auf.

Ein Sicherheitsdienst soll deshalb zusätzlich darauf achten, dass die Schutzzone nicht betreten wird. Die Verwaltung warnt zugleich vor den Gefahren des Geländes.

Freiliegende Sedimente können instabil sein. Auch die historische Brücke ist kein touristisch erschlossenes Bauwerk und darf nicht wie eine reguläre Sehenswürdigkeit betreten werden.

Talsperre Lehnmühle ist wichtig für Sachsens Trinkwasserversorgung

Die Talsperre entstand in den 1920er-Jahren, nachdem durch Bevölkerungswachstum und Industrialisierung der Bedarf an Trinkwasserspeichern im Raum Dresden und Freital gestiegen war. Heute erfüllt die Anlage eine wichtige wasserwirtschaftliche Funktion.

Die Lehnmühle wirkt dabei im System mit der Talsperre Klingenberg auch als großer Reaktionsraum für die Wasserqualität. Nach den wasserwirtschaftlichen Unterlagen trägt sie dazu bei, Pflanzennährstoffe und andere Stoffe zurückzuhalten, die die Trinkwassergewinnung beeinträchtigen können.

Alte Steinbrücke bleibt kein Ausflugsziel

So außergewöhnlich die wieder sichtbare Brücke wirkt, die Talsperre Lehnmühle ist kein frei zugänglicher Erlebnissee. Die historischen Überreste befinden sich in einem Bereich, dessen wichtigste Aufgabe die Sicherung der Wasserqualität ist.

Die Landestalsperrenverwaltung appelliert deshalb grundsätzlich an Besucher von Trinkwassertalsperren, Sperrungen und Hinweisschilder zu beachten. Verstöße gegen die Schutzbestimmungen können angezeigt werden.

Der niedrige Wasserstand macht damit nicht nur ein Stück verschwundener Geschichte sichtbar. Er zeigt zugleich, wie schnell ein ungewöhnliches Fotomotiv mit dem Schutz einer wichtigen Trinkwasserressource in Konflikt geraten kann.

Quelle: Landestalsperrenverwaltung des Freistaates Sachsen