Die Friedrich-Schiller-Universität Jena hat einen der wichtigsten Erfolge ihrer jüngeren Geschichte erreicht: Sie erhält den Status einer Exzellenzuniversität. Die Entscheidung wurde am 2. Oktober bekanntgegeben und in Jena mit großem Jubel aufgenommen.

Universitätspräsident Prof. Dr. Andreas Marx verfolgte die Bekanntgabe gemeinsam mit Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt, zahlreichen Beschäftigten der Universität sowie Partnern und Wegbegleitern in den Rosensälen.

Als feststand, dass Jena künftig zum Kreis der Exzellenzuniversitäten gehört, brach im Saal großer Jubel aus.

„Wir sind Exzellenzuniversität“

„Wir sind Exzellenzuniversität – und darüber freue ich mich sehr“, erklärte Marx unmittelbar nach der Entscheidung.

Der Erfolg sei eine Anerkennung für die Entwicklung der Universität und für die vielen Menschen, die in den vergangenen Jahren daran gearbeitet hätten. Marx dankte neben den Universitätsangehörigen ausdrücklich den Partnern in außeruniversitären Forschungseinrichtungen, dem Universitätsklinikum, der Wirtschaft, der Stadt Jena und dem Freistaat Thüringen.

Nach Angaben der Universität soll die Förderung nun genutzt werden, um wissenschaftliche Spitzenleistungen weiter auszubauen und die Zusammenarbeit verschiedener Fachrichtungen zu stärken.

„Light. Life. Liberty.“ überzeugt die Kommission

Die Universität war mit dem Antrag „Light. Life. Liberty. – Connecting People and Ideas“ in das Auswahlverfahren gegangen.

Das Konzept knüpft an die drei Profillinien LIGHT, LIFE und LIBERTY an. Im Mittelpunkt steht die Idee, wissenschaftliche Stärken stärker miteinander zu verknüpfen und zusätzliche Kooperationen über Fach- und Institutionsgrenzen hinweg zu schaffen.

Die Hochschule will mit dem neuen Status insbesondere herausragende Wissenschaftler gewinnen und fördern, neue Freiräume für interdisziplinäre Forschung schaffen und Forschung und Lehre enger miteinander verbinden.

Auch die Zusammenarbeit mit Wirtschaft und Gesellschaft soll ausgebaut werden.

Zwei Exzellenzcluster bilden die Grundlage

Voraussetzung für eine Bewerbung als Exzellenzuniversität sind mindestens zwei Exzellenzcluster. Jena erfüllt diese Bedingung mit den Clustern „Balance of the Microverse“ und „Imaginamics. Practices and Dynamics of Social Imagining“.

Im Cluster „Balance of the Microverse“ untersuchen Wissenschaftler, wie mikrobielle Gemeinschaften miteinander und mit ihrer Umwelt interagieren. Dabei geht es unter anderem um Fragen aus den Bereichen Gesundheit, Umwelt und Klima.

„Imaginamics“ widmet sich dagegen gesellschaftlichen Vorstellungen und Zukunftsbildern. Untersucht wird, wie Narrative entstehen, wie sie sich verändern und welchen Einfluss sie auf gesellschaftliche Entwicklungen, Konflikte und Zusammenhalt haben.

Damit verbindet die Universität naturwissenschaftliche und geisteswissenschaftliche Forschung in ihrer Exzellenzstrategie.

Ministerpräsident Voigt spricht von großem Erfolg

Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt würdigte die Entscheidung als Erfolg für den gesamten Freistaat.

„Heute ist ein großer Tag für Jena und für ganz Thüringen“, erklärte Voigt. Der Titel bringe zusätzliche finanzielle Möglichkeiten, internationale Sichtbarkeit und bessere Chancen, Wissenschaftler und Fachkräfte aus aller Welt nach Thüringen zu holen.

Auch Thüringens Wissenschaftsminister Christian Tischner gratulierte der Universität. Er bezeichnete den Status als Ergebnis jahrelanger Arbeit von Forschenden, Lehrenden und Studierenden.

Exzellenz sei nicht nur ein Titel, sondern zugleich ein Auftrag für die kommenden sieben Jahre.

Bedeutung weit über Jena hinaus

Für den Wissenschaftsstandort Jena könnte der neue Status erhebliche Auswirkungen haben.

Die Universität erhält zusätzliche Möglichkeiten, ihre Forschungsinfrastruktur auszubauen, internationale Netzwerke zu stärken und neue Wissenschaftler nach Thüringen zu holen.

Davon könnten auch Unternehmen, Forschungseinrichtungen und das Universitätsklinikum profitieren.

Jena verfügt bereits heute über ein dichtes Netzwerk aus Universität, außeruniversitären Forschungsinstituten und Technologieunternehmen.

Mit dem neuen Exzellenzstatus soll diese Zusammenarbeit weiter intensiviert werden.

Ab 2027 insgesamt 15 Exzellenzstandorte

Die Exzellenzstrategie wird gemeinsam von Bund und Ländern getragen. Sie soll besonders leistungsfähige Universitäten und Forschungsverbünde fördern.

Zehn bereits geförderte Standorte wurden 2026 erfolgreich evaluiert und werden weiter unterstützt. In der aktuellen Runde konnten bis zu fünf weitere Universitäten oder Verbünde neu aufgenommen werden.

Ab 2027 gibt es damit insgesamt 15 Exzellenzuniversitäten beziehungsweise Exzellenzverbünde in Deutschland.

Für Jena markiert die Entscheidung einen historischen Schritt.

Aus einer traditionsreichen Universität wird nun offiziell einer der besonders geförderten Wissenschaftsstandorte Deutschlands.