Zwei Begegnungszentren in Mansfeld-Südharz erhalten finanzielle Unterstützung aus dem Investitionsgesetz Kohleregionen. Für ein Zentrum in Helbra sind rund 1,1 Millionen Euro vorgesehen, für Gerbstedt weitere 409.500 Euro. Ministerpräsident Sven Schulze will die beiden Zuwendungsbescheide am Montag, dem 10. August 2026, an die Volkssolidarität Mansfeld-Südharz e. V. überreichen. 442-PE Begegnungszentren.docxDOCX
Förderbescheide werden in Helbra übergeben
Die offizielle Übergabe ist für Montag um 13.30 Uhr angekündigt. Sie findet in der ehemaligen Grundschule in der Straße Am Hirtenhorn 5 in Helbra statt.
Empfänger der beiden Förderbescheide ist die Volkssolidarität Mansfeld-Südharz e. V. Die Mittel sind nach Angaben der Staatskanzlei ausdrücklich für die Einrichtung von Begegnungszentren in den beiden Kommunen bestimmt.
Den größeren Anteil erhält Helbra. Für das dortige Vorhaben sind rund 1,1 Millionen Euro vorgesehen. In Gerbstedt stehen 409.500 Euro zur Verfügung.
Nähere Angaben dazu, welche konkreten baulichen Arbeiten, Ausstattungen oder Angebote mit den jeweiligen Summen finanziert werden sollen, enthält die Presseinformation der Staatskanzlei vom 7. August noch nicht.
Geld stammt aus dem Investitionsgesetz Kohleregionen
Finanziert werden die Vorhaben im Rahmen des Investitionsgesetzes Kohleregionen. Dieses Instrument dient dazu, Regionen zu unterstützen, die vom Strukturwandel infolge des Ausstiegs aus der Kohleverstromung betroffen sind.
Dabei geht es nicht ausschließlich um klassische Wirtschafts- oder Industrieprojekte. Förderfähig sind auch Vorhaben, die die Lebensqualität und Infrastruktur in den betroffenen Regionen verbessern sollen.
Die geplanten Begegnungszentren gehören zu diesem Bereich der sozialen Infrastruktur. Sie sollen Räume schaffen, in denen Menschen zusammenkommen können und Angebote für das gesellschaftliche Leben gebündelt werden können.
Welche Zielgruppen und konkreten Nutzungskonzepte für Helbra und Gerbstedt vorgesehen sind, geht aus der aktuellen Mitteilung allerdings noch nicht im Detail hervor.
Volkssolidarität erhält beide Zuwendungsbescheide
Bemerkenswert ist, dass beide Projekte von der Volkssolidarität Mansfeld-Südharz e. V. umgesetzt werden sollen.
Der Verband ist in der Region bereits in verschiedenen sozialen Bereichen tätig. Mit den beiden Begegnungszentren soll das Angebot künftig um weitere feste Anlaufstellen ergänzt werden.
Die Landesregierung spricht in ihrer Ankündigung ausdrücklich von der „Einrichtung von Begegnungszentren“. Die Förderung umfasst damit zwei eigenständige Vorhaben – eines in Helbra und eines in Gerbstedt.
Für die Gemeinden können solche Einrichtungen eine besondere Bedeutung haben, wenn soziale Angebote, Beratung und gemeinschaftliche Aktivitäten an einem Ort zusammengeführt werden.
Welche Angebote dort nach Fertigstellung tatsächlich entstehen, dürfte sich aus den weiteren Planungen des Trägers ergeben.
Ehemalige Grundschule wird Ort der Übergabe
Die Förderbescheide werden nicht in Magdeburg, sondern unmittelbar in Helbra übergeben. Als Veranstaltungsort hat die Staatskanzlei die ehemalige Grundschule Am Hirtenhorn 5 genannt.
Damit rückt zugleich einer der beiden geförderten Orte selbst in den Mittelpunkt des Termins.
Ministerpräsident Sven Schulze ist für die persönliche Übergabe der beiden Bescheide angekündigt. Die Veranstaltung beginnt um 13.30 Uhr.
Aus der Einladung geht noch nicht hervor, ob neben Vertretern der Volkssolidarität und der Landesregierung auch kommunale Vertreter aus Helbra und Gerbstedt sprechen werden.
Strukturwandel soll auch das gesellschaftliche Leben stärken
Mansfeld-Südharz gehört zu den Regionen Sachsen-Anhalts, in denen Investitionen im Zusammenhang mit dem Strukturwandel eine besondere Rolle spielen.
Förderprogramme sollen dabei nicht nur neue wirtschaftliche Perspektiven schaffen. Ebenso wichtig ist die Frage, wie Städte und Gemeinden langfristig attraktive Wohn- und Lebensorte bleiben können.
Begegnungsmöglichkeiten können dazu beitragen, soziale Kontakte zu erleichtern und Angebote für unterschiedliche Generationen miteinander zu verbinden.
Gerade in kleineren Städten und Gemeinden können zentrale Treffpunkte eine wichtige Funktion übernehmen. Sie können Raum für Veranstaltungen, Beratung, gemeinschaftliche Aktivitäten oder ehrenamtliche Arbeit bieten.
Ob und in welcher konkreten Form dies in Helbra und Gerbstedt umgesetzt wird, muss jedoch zunächst die weitere Projektplanung zeigen.
Helbra erhält deutlich größere Fördersumme
Die unterschiedlichen Förderbeträge deuten darauf hin, dass Umfang und Investitionsbedarf der beiden Vorhaben nicht identisch sind.
Während für Gerbstedt 409.500 Euro bereitgestellt werden, liegt die angekündigte Summe für Helbra bei rund 1,1 Millionen Euro.
Warum der Finanzbedarf in Helbra deutlich höher ausfällt und welche Arbeiten dort konkret geplant sind, wird in der aktuellen Mitteilung nicht erläutert.
Mit der Übergabe der Zuwendungsbescheide am 10. August wird nun zunächst die finanzielle Grundlage für beide Projekte geschaffen.
Für Helbra und Gerbstedt bedeutet die Entscheidung damit einen weiteren Schritt bei der Nutzung der Strukturwandelmittel für kommunale und soziale Infrastruktur in Mansfeld-Südharz.
Quellen
Staatskanzlei und Ministerium für Kultur des Landes Sachsen-Anhalt – Pressemitteilung Nr. 442/2026 „Ministerpräsident Sven Schulze übergibt Zuwendungsbescheide für Begegnungszentren“