Das GKDZ in Leipzig hat mit 35 Beschäftigten nahezu seine geplante Personalstärke erreicht. Ab 2027 soll der Wirkbetrieb starten, nachdem sich die Inbetriebnahme um mehrere Jahre verzögert hat.

Fünf Ost-Länder nutzen gemeinsames Abhörzentrum

Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen tragen das Gemeinsame Kompetenz- und Dienstleistungszentrum, kurz GKDZ. Die Einrichtung soll als zentrale technische Dienstleisterin die IT-Systeme für die polizeiliche Telekommunikationsüberwachung betreiben.

Wie das sächsische Innenministerium mitteilt, arbeiten derzeit 35 Menschen für das GKDZ. Bis zum Wirkbetrieb soll die Belegschaft voraussichtlich auf rund 40 Beschäftigte wachsen.

Start erfolgt ab 2027 schrittweise

Die Polizeibehörden der fünf Länder sollen ab 2027 nacheinander an Software und technische Infrastruktur angeschlossen werden. Einen gemeinsamen Start aller beteiligten Länder an einem einzigen Termin sieht die derzeitige Planung damit nicht vor.

Ursprünglich sollte das Zentrum bereits 2024 betriebsbereit sein. Schwierigkeiten bei der Programmierung des Systems sowie personelle Probleme beim beauftragten Unternehmen verzögerten das Projekt.

GKDZ wurde bereits 2017 gegründet

Die fünf Länder vereinbarten das gemeinsame Zentrum mit einem Staatsvertrag vom 8. September 2017. Das GKDZ hat seinen Dienstsitz in Leipzig und unterhält zusätzlich einen Standort in Dresden.

Ziel des Projekts ist die gemeinsame technische Infrastruktur anstelle paralleler Lösungen in mehreren Ländern. Das GKDZ selbst beschreibt seine Aufgabe als Errichtung und Betrieb von IT-Systemen für polizeiliche Ermittlungsmaßnahmen und Gefahrenabwehr.

Technik für schwere Kriminalität

Telekommunikationsüberwachung kann unter den gesetzlichen Voraussetzungen beispielsweise bei Ermittlungen wegen Mordes oder Terrorverdachts eingesetzt werden. Technisch können neben Festnetz- und Mobiltelefonen auch Kommunikationsdienste wie Messenger erfasst werden.

Das GKDZ entscheidet dabei nicht eigenständig darüber, welche Personen überwacht werden. Seine Aufgabe liegt in der technischen Dienstleistung für die Polizeien der beteiligten Länder.

Jahrelange Verzögerung bleibt Belastung

Noch Ende Dezember 2025 beschäftigte das Zentrum lediglich 28 Menschen. Innerhalb weniger Monate stieg die Zahl damit auf 35 und liegt inzwischen nur noch wenige Stellen unter der vorgesehenen Personalstärke für den Wirkbetrieb.

Die Verzögerungen haben auch finanzielle Folgen. Bis Anfang Januar 2026 waren nach Angaben des sächsischen Innenministeriums rund 5,7 Millionen Euro an Schadenersatz- und Kompensationsleistungen des Vertragspartners an das GKDZ geflossen.

Quelle: Sächsisches Staatsministerium des Innern; Gemeinsames Kompetenz- und Dienstleistungszentrum der Polizeien der Länder Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen