Ein Ort zum Reden, gemeinsamen Feiern oder einfach zum Zusammensein kann im Alltag viel bewirken. Genau solche Treffpunkte will Mecklenburg-Vorpommern mit dem neuen Förderprogramm „Dritte Orte“ stärken. Der erste Förderbescheid geht nun nach Kühlungsborn.

Sozialministerin Stefanie Drese übergab dem dortigen Seniorentreff Fördermittel in Höhe von 2.000 Euro. Das Geld soll helfen, das bestehende Angebot auszubauen und neue Formate für Begegnung und Gemeinschaft zu schaffen.

Pavillons sollen neue Angebote im Freien ermöglichen

Ein Teil der Förderung soll in die Anschaffung von Pavillons fließen.

Damit können künftig auch größere Gruppen wetterunabhängiger zusammenkommen. Zugleich sollen neue Begegnungsangebote im Freien möglich werden.

Die Förderung ist damit nicht auf klassische Seniorenangebote beschränkt.

Nach Angaben des Ministeriums sollen auch Kinder-, Familien- und Seniorenabende profitieren.

Musikanlage für Kultur- und Gemeinschaftsangebote

Zusätzlich ist die Anschaffung einer Musikanlage vorgesehen.

Damit sollen Veranstaltungen technisch besser ausgestattet und neue Kultur- und Gemeinschaftsangebote ermöglicht werden.

Sozialministerin Drese sieht in solchen vergleichsweise kleinen Investitionen eine Möglichkeit, Begegnungsorte dauerhaft aufzuwerten.

Programm soll Einsamkeit und Isolation entgegenwirken

Der Hintergrund des Förderprogramms ist eine gesellschaftliche Herausforderung.

Mit „Dritte Orte“ will das Land öffentliche und leicht zugängliche Gemeinschaftsorte schaffen, an denen Menschen unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen miteinander in Kontakt kommen können.

Drese betonte bei der Übergabe, dass solche Orte einen Beitrag gegen Einsamkeit und Isolation leisten können.

Dabei müsse gesellschaftlicher Zusammenhalt nicht zwangsläufig mit großen Bauprojekten beginnen. Entscheidend sei vielmehr, Menschen zusammenzubringen und Räume zu schaffen, in denen sie sich willkommen fühlen und gemeinsam etwas erleben können.

Fördervolumen bereits vollständig ausgeschöpft

Das Interesse an dem neuen Programm ist nach Angaben des Sozialministeriums groß.

Die Nachfrage war so hoch, dass das zur Verfügung stehende Fördervolumen bereits nach kurzer Zeit ausgeschöpft wurde. Neue Anträge können deshalb derzeit nicht mehr eingereicht werden.

Für das Land ist dies ein Hinweis darauf, dass vielerorts Bedarf an zusätzlichen Begegnungsorten besteht.

Rund 700.000 Euro für „Dritte Orte“

Das Land Mecklenburg-Vorpommern hatte das Förderprogramm Ende Juni gestartet.

Insgesamt wurden dafür rund 700.000 Euro bereitgestellt. Gefördert werden unter anderem die Gestaltung von Begegnungs- und Verweilorten sowie Sachkosten für eine Erst- oder Ersatzausstattung.

Dazu können beispielsweise Möbel oder technische Geräte gehören, sofern sie einen erkennbaren Mehrwert für die Allgemeinheit schaffen.

Kühlungsborn macht den Anfang

Mit der Förderung des Seniorentreffs beginnt nun die praktische Umsetzung des Programms.

Der erste Bescheid zeigt zugleich, dass auch kleinere Projekte berücksichtigt werden können, wenn sie unmittelbar das gemeinschaftliche Leben vor Ort stärken.

Gerade in Städten und Gemeinden können solche niedrigschwelligen Angebote dabei helfen, Menschen zusammenzubringen, die im Alltag sonst nur wenige Möglichkeiten für soziale Kontakte haben.

Quellen

Ministerium für Soziales, Gesundheit und Sport Mecklenburg-Vorpommern – Pressemitteilung Nr. 185 vom 10. August 2026