Teilnehmer legten Blumen und Kränze nieder, und der Freundeskreis erinnerte an Ernst Thälmann, der vor 82 Jahren ermordet wurde.

Der Freundeskreis „Ernst Thälmann“ Ziegenhals-Berlin veranstaltete die Kundgebung am 23. August 2026. Sie fand am Gedenkstein für die sogenannte Ziegenhalser Tagung statt.

Vereinsvorsitzender Max Renkl begrüßte die Teilnehmer. Seine Rede verband die Erinnerung an den früheren KPD-Vorsitzenden mit Kritik an Aufrüstung, Wehrpflicht, Rassismus und deutscher Außenpolitik.

Ziegenhals erinnert an historische Tagung

Ernst Thälmann leitete die Kommunistische Partei Deutschlands von 1925 bis zu seiner Festnahme im Jahr 1933. Die Nationalsozialisten hielten ihn mehr als elf Jahre in Haft und ermordeten ihn im August 1944 im Konzentrationslager Buchenwald.

Ziegenhals besitzt für die Geschichte der KPD eine besondere Bedeutung. Dort fand im Februar 1933 eine illegale Tagung mit führenden Parteimitgliedern statt. Thälmann warnte damals vor der nationalsozialistischen Diktatur.

Der heutige Gedenkstein erinnert an diese Zusammenkunft. Das frühere Sporthaus Ziegenhals diente über Jahrzehnte als Gedenkstätte, wurde jedoch 2010 abgerissen.

Kränze erinnern an Opfer des Nationalsozialismus

Die Teilnehmer legten Blumen und Kränze für Ernst Thälmann nieder. Das Gedenken galt nach Angaben des Veranstalters auch weiteren Menschen, die wegen ihres Widerstands gegen den Nationalsozialismus verfolgt und ermordet wurden.

Ralf Kubitza von der RotFuchs-Regionalgruppe Königs Wusterhausen trat als weiterer Redner auf. Eine Singegruppe der Organisation begleitete das Programm musikalisch.

Renkl berichtete außerdem über eine Spendensammlung des Freundeskreises. Der Verein sammelte nach seinen Angaben 1.000 Euro für eine Spende nach Kuba.

Renkl kritisiert Aufrüstung und Wehrpflicht

In seiner Rede wandte sich Renkl gegen höhere Rüstungsausgaben und eine mögliche Wiedereinführung der Wehrpflicht. Er kritisierte außerdem erweiterte Befugnisse für Polizei und Nachrichtendienste.

Einen weiteren Schwerpunkt bildete die Flüchtlingspolitik. Renkl warnte davor, Geflüchtete für fehlende Wohnungen, niedrige Löhne oder gekürzte Sozialleistungen verantwortlich zu machen. Die politischen und wirtschaftlichen Entscheidungen würden an anderer Stelle getroffen.

Der Redner äußerte zudem grundlegende Kritik an der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik. Seine weitreichenden Bewertungen spiegeln die politische Position des Vereins wider und gehen deutlich über das historische Gedenken hinaus.

Freundeskreis grenzt sich von AfD ab

Renkl lehnte eine Zusammenarbeit der Friedensbewegung mit der AfD ausdrücklich ab. Friedenspolitische Aussagen der Partei bewertete er als unglaubwürdig.

Auch Menschen mit Sympathien für Russland sollten sich nach seiner Auffassung nicht der AfD anschließen. Antimilitarismus, Internationalismus und der Kampf gegen Nationalismus seien mit den Positionen der Partei nicht vereinbar.

Die Kundgebung verband damit historische Erinnerung und aktuelle politische Botschaften. Der Freundeskreis stellte Thälmanns Widerstand gegen den Nationalsozialismus in den Mittelpunkt und nutzte das Gedenken zugleich für eine grundsätzliche Kritik an der heutigen Gesellschaftsordnung.

Quelle: Redemanuskript von Max Renkl, Freundeskreis „Ernst Thälmann“ Ziegenhals-Berlin, Kundgebung vom 23. August 2026