Der Umbau des Riebeckplatzes rückt einen weiteren Schritt näher. Halle hat mehrere Fachleistungen für die sogenannte Baufeldfreimachung ausgeschrieben. Gesucht werden unter anderem Planer für die fachliche Prüfung sowie Unternehmen für Bauüberwachung und Bauoberleitung.
Die Abgabefristen für die beiden Verfahren laufen nach Angaben der städtischen Vergabeplattform bis zum 20. August 2026.
Damit beginnt noch nicht unmittelbar der sichtbare Großumbau des Platzes. Baufeldfreimachung ist jedoch eine zentrale Voraussetzung, bevor spätere Hoch- und Tiefbauarbeiten beginnen können.
Riebeckplatz ist eines der größten Entwicklungsgebiete der Stadt
Kaum ein Verkehrsknoten prägt Halle so stark wie der Riebeckplatz.
Straßen, Straßenbahnen, Fußwege und der nahe Hauptbahnhof treffen dort aufeinander.
Gleichzeitig soll das Umfeld in den kommenden Jahren städtebaulich grundlegend verändert werden.
Eine besondere Rolle spielt dabei das geplante Zukunftszentrum für Deutsche Einheit und Europäische Transformation.
Dessen Ansiedlung hat die Diskussion über das gesamte Gebiet erheblich beschleunigt.
Baufeldfreimachung ist mehr als Abriss
Der Begriff klingt zunächst technisch.
Tatsächlich kann eine Baufeldfreimachung zahlreiche einzelne Aufgaben umfassen.
Dazu gehören beispielsweise:
- Rückbau bestehender Anlagen,
- Umverlegung von Leitungen,
- Sicherung bestehender Infrastruktur,
- Prüfung des Untergrundes,
- Bauverkehrsplanung,
- Kampfmittel- oder Altlastenuntersuchungen,
- Vorbereitung späterer Baustelleneinrichtungen.
Welche Arbeiten am Riebeckplatz tatsächlich notwendig werden, wird von den jeweiligen Planungsunterlagen bestimmt.
Komplexe Lage erhöht Anforderungen
Der Riebeckplatz kann nicht wie ein freies Grundstück behandelt werden.
Der Verkehr muss während der Bauzeit weitgehend weiter funktionieren.
Straßenbahnen, Busse, Autos, Radfahrer und Fußgänger nutzen den Knoten täglich.
Hinzu kommen Leitungen und technische Anlagen im Untergrund.
Deshalb sind Bauüberwachung und eine sorgfältige Koordination besonders wichtig.
Investitionen sollen Quartier langfristig verändern
Die Entwicklung des Areals beschränkt sich nicht auf ein einzelnes Gebäude.
Ziel ist ein neues Stadtquartier mit besseren Verbindungen zwischen Hauptbahnhof, Innenstadt und angrenzenden Vierteln.
Für Halle besitzt das Projekt deshalb enorme wirtschaftliche Bedeutung.
Neue Arbeitsplätze, Besucher und Investitionen könnten entstehen.
Gleichzeitig müssen Verkehr, öffentliche Räume und bestehende Gewerbestandorte während des langen Bauprozesses funktionieren.
Vergabeverfahren schafft Grundlage für nächste Phase
Mit den aktuellen Ausschreibungen baut die Stadt die technische Vorbereitung weiter aus.
Erst wenn planerische, organisatorische und rechtliche Voraussetzungen geklärt sind, kann die eigentliche Baufeldfreimachung beginnen.
Die kommenden Monate dürften deshalb vor allem von Planung und Vergabe geprägt sein.
Für den Riebeckplatz bedeutet das: Der Umbau wird zunehmend von einer politischen Vision zu einem konkreten Bauprojekt.
Quellen
Stadt Halle (Saale), Vergabeplattform: „Baufeldfreimachung Riebeckplatz – Fachplanerische Prüfung“, Ausschreibung vom Juli 2026
Stadt Halle (Saale), Vergabeplattform: „Baufeldfreimachung Riebeckplatz – Bauüberwachung und Bauoberleitung“, Ausschreibung vom Juli 2026