Görlitz – Am Städtischen Klinikum Görlitz ist erstmals eine biologische Gefäßprothese erfolgreich eingesetzt worden. Das Implantat vom Typ Artegraft erweitert nach Angaben der Gefäßchirurgie die Behandlungsmöglichkeiten bei besonders komplizierten arteriellen Rekonstruktionen.

Die Prothese kommt für ausgewählte Patienten infrage, bei denen körpereigene Venen nicht in ausreichender Qualität oder Menge zur Verfügung stehen und Standardmaterialien keine geeignete Lösung bieten.

Prothese besteht aus aufbereiteter Rinderhalsschlagader

Bei Artegraft handelt es sich um eine sogenannte xenogene Gefäßprothese.

Sie wird aus speziell aufbereiteter Rinderhalsschlagader hergestellt und besitzt die natürliche Struktur eines Blutgefäßes. Das Implantat steht in unterschiedlichen Längen und Durchmessern zur Verfügung.

Körpereigene Venen bleiben bei Bypassoperationen weiterhin die erste Wahl. Die biologische Prothese soll jedoch eine Lücke schließen, wenn diese Möglichkeit nicht besteht.

Patient mit stark beeinträchtigter Blutversorgung

Erstmals eingesetzt wurde die Prothese bei einem Patienten Mitte 70.

Bei ihm war die Blutversorgung im Bereich einer großen Beckenarterie durch einen Gefäßverschluss deutlich eingeschränkt. Frühere Erkrankungen, eine Strahlenchemotherapie sowie vorausgegangene Operationen hatten das Gewebe im Beckenbereich stark verändert und vernarbt.

Zunächst stellten die Gefäßchirurgen die Durchblutung mit einem Kunststoffbypass wieder her.

Aufgrund der schwierigen lokalen Gewebesituation musste dieses Implantat später jedoch ersetzt werden.

Durchblutung mit biologischer Prothese stabilisiert

Mit der biologischen Gefäßprothese konnte die Blutversorgung anschließend dauerhaft gesichert werden.

Der Patient wurde Ende August nach Hause entlassen und wird weiterhin ambulant in der gefäßchirurgischen Sprechstunde des Klinikums betreut.

Neue Option für schwierige Fälle

Die neue Methode ersetzt die etablierten Verfahren des Gefäßersatzes nicht.

Ob eine biologische Prothese eingesetzt wird, entscheidet das Behandlungsteam im Einzelfall. Berücksichtigt werden dabei unter anderem die jeweilige Gefäßerkrankung, frühere Operationen und der allgemeine Gesundheitszustand.

Oberärztin Dr. Daniela Zeller sieht in dem Implantat vor allem eine zusätzliche Möglichkeit für Patienten, bei denen die üblichen Behandlungsoptionen weitgehend ausgeschöpft sind.

Mehr als 1.500 Gefäßeingriffe pro Jahr

Die Gefäßspezialisten des Städtischen Klinikums Görlitz behandeln seit mehr als 30 Jahren Menschen mit Gefäßerkrankungen.

Jährlich werden dort mehr als 1.500 Eingriffe durchgeführt.

Dabei arbeiten Gefäßchirurgie, Radiologie, Angi

Görlitz – Das Städtische Klinikum Görlitz erweitert seine Möglichkeiten in der Gefäßchirurgie. Erstmals haben die dortigen Spezialisten eine biologische Gefäßprothese vom Typ Artegraft eingesetzt.

Das Implantat ist für ausgewählte Patienten vorgesehen, bei denen körpereigene Venen nicht zur Verfügung stehen oder für einen Bypass ungeeignet sind. Auch dann, wenn herkömmliche Prothesenmaterialien keine ausreichende Lösung bieten, kann die biologische Variante eine zusätzliche Behandlungsmöglichkeit darstellen.

Prothese wird aus Rinderhalsschlagader hergestellt

Die sogenannte xenogene Gefäßprothese besteht aus einer speziell aufbereiteten Rinderhalsschlagader.

Sie weist die natürliche Struktur eines Blutgefäßes auf und steht in unterschiedlichen Längen und Durchmessern zur Verfügung.

Körpereigene Venen bleiben nach Angaben des Klinikums bei Gefäßrekonstruktionen weiterhin die erste Wahl. Die biologische Prothese soll diese etablierten Verfahren nicht ersetzen, sondern das Behandlungsspektrum bei besonders schwierigen Fällen ergänzen.

Schwierige Ausgangslage bei erstem Patienten

Erstmals eingesetzt wurde die Prothese bei einem Patienten Mitte 70.

Bei ihm war die Blutversorgung im Bereich einer großen Beckenarterie durch einen Verschluss stark beeinträchtigt. Frühere Erkrankungen, eine Strahlenchemotherapie und mehrere Operationen hatten das Gewebe im Beckenbereich stark verändert und vernarbt.

Zunächst konnten die Gefäßchirurgen die Durchblutung mit einem Kunststoffbypass wiederherstellen.

Die schwierige Gewebesituation machte später jedoch einen Wechsel des Implantats notwendig.

Biologische Prothese sichert Durchblutung

Nach dem Einsatz der neuen Gefäßprothese konnte die Blutversorgung stabilisiert werden.

Der Patient wurde Ende August aus dem Krankenhaus entlassen und wird weiterhin ambulant in der gefäßchirurgischen Sprechstunde betreut.

Oberärztin Dr. Daniela Zeller sieht in dem Implantat eine zusätzliche Möglichkeit für Patienten mit besonders komplexen Gefäßerkrankungen.

Entscheidung erfolgt immer im Einzelfall

Ob die biologische Prothese tatsächlich eingesetzt wird, entscheidet das Behandlungsteam individuell.

Berücksichtigt werden dabei unter anderem Art und Schwere der Gefäßerkrankung, frühere Operationen und der allgemeine Gesundheitszustand des Patienten.

Vor allem bei Menschen, bei denen die üblichen Behandlungsmöglichkeiten weitgehend ausgeschöpft sind, eröffnet das neue Implantat zusätzliche Optionen.

Mehr als 1.500 Eingriffe pro Jahr

Die Gefäßspezialisten des Städtischen Klinikums Görlitz behandeln seit mehr als 30 Jahren Menschen mit Gefäßerkrankungen.

Jährlich werden dort mehr als 1.500 gefäßmedizinische Eingriffe vorgenommen.

Bei der Behandlung arbeiten mehrere Fachbereiche eng zusammen. Dazu gehören Gefäßchirurgie, Radiologie, Angiologie, Kardiologie, Neurologie und Intensivmedizin.

Mit der biologischen Gefäßprothese steht den Medizinern nun eine weitere Möglichkeit für besonders anspruchsvolle Gefäßrekonstruktionen zur Verfügung.

Gefäßtag im November

Am 14. November veranstaltet das Klinikum von 9 bis 12 Uhr den Görlitzer Gefäßtag unter dem Motto „Gefäßerkrankungen früh erkennen und gezielt behandeln“.

Geplant sind Gefäßultraschalluntersuchungen, Vorträge und Führungen.