Mehr als 15 Projekte von Vereinen und Initiativen sollen 2026 über die Geraer Partnerschaft für Demokratie gefördert werden. Der zuständige Begleitausschuss empfiehlt dafür insgesamt rund 120.000 Euro. Im Mittelpunkt stehen Angebote gegen Gewalt sowie für Respekt, Vielfalt und gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Die geförderten Vorhaben unterscheiden sich deutlich voneinander. Neben klassischen Bildungs- und Diskussionsformaten sind auch Rugby, Philosophie, Theater, Graffiti und Stop-Motion-Filme vorgesehen.

Vereine entwickeln unterschiedliche Ansätze

Die Projekte sollen Menschen nicht nur über Vorträge erreichen. Stattdessen setzen die beteiligten Vereine auf praktische Erfahrungen und gemeinsames Arbeiten.

Beim Rugby können Regeln, Fairness und gegenseitiger Respekt unmittelbar vermittelt werden. Theater- und Filmprojekte ermöglichen es Jugendlichen, Konflikte und gesellschaftliche Fragen aus ihrer eigenen Perspektive zu bearbeiten.

Auch Graffiti und philosophische Gesprächsangebote gehören zum Programm. Dadurch sollen unterschiedliche Altersgruppen und Interessen angesprochen werden.

Bund und Land finanzieren die Förderung

Die Mittel stammen unter anderem aus dem Bundesprogramm „Demokratie leben“ und dem Thüringer Landesprogramm „Denk bunt“. Auch die Stadt Gera und die örtliche Koordinierungsstelle unterstützen die Umsetzung.

Der Begleitausschuss hatte die Projekte in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause beraten. Er sprach sich dafür aus, mehr als 15 Vorhaben sowie weitere Aktionen der Partnerschaft für Demokratie zu fördern.

Die endgültige Wirkung der Programme wird sich allerdings nicht allein an der Zahl der Veranstaltungen messen lassen. Entscheidend ist, ob die Angebote Menschen erreichen, die sich bislang nur selten an politischen oder gesellschaftlichen Projekten beteiligen.

Gewaltprävention beginnt im Alltag

Die Themen Gewalt, Ausgrenzung und Respekt betreffen Schulen, Sportvereine, Jugendclubs und öffentliche Räume gleichermaßen.

Lokale Projekte können staatliche Sicherheitsmaßnahmen nicht ersetzen. Sie können jedoch dabei helfen, Konflikte frühzeitig zu erkennen, Vorurteile abzubauen und jungen Menschen Möglichkeiten zur Mitgestaltung zu geben.

Besonders wichtig ist, dass die geförderten Angebote nicht nur einmalig stattfinden. Nachhaltige Wirkung entsteht vor allem dann, wenn Vereine und Initiativen dauerhafte Strukturen aufbauen.

Gera setzt auf breite Beteiligung

Die ungewöhnliche Mischung der Projekte zeigt, dass Demokratiearbeit nicht ausschließlich in politischen Sitzungen oder Klassenzimmern stattfinden muss.

Sport, Kunst und gemeinsame Freizeitaktivitäten können Menschen erreichen, die klassische Bildungsangebote eher meiden. Gleichzeitig müssen die Verantwortlichen transparent darstellen, wofür die Fördermittel eingesetzt werden und welche Ergebnisse erzielt wurden.

Mit rund 120.000 Euro steht dafür eine beträchtliche Summe zur Verfügung. Nun kommt es darauf an, dass daraus sichtbare und langfristig wirksame Angebote entstehen.

Quellen

Stadt Gera: Mehr als 15 Projekte der Partnerschaft für Demokratie sollen 2026 mit rund 120.000 Euro gefördert werden.

Partnerschaft für Demokratie Gera: Informationen zu Programmen und Projektarbeit.