Mehrere Ehrenamtliche aus der Hansestadt Gardelegen sind für den Bürgerpreis 2026 des Altmarkkreises Salzwedel nominiert. Zu den vorgeschlagenen Persönlichkeiten gehören Karl-Heinz Genz, der sich im Heimatverein Gardelegen für die Bewahrung der Stadtgeschichte einsetzt, und Renate Grabenstein, die die Volkssolidaritäts-Ortsgruppe Schlüsselkorb leitet. Die Preisträger werden am 30. August im Freilichtmuseum Diesdorf bekannt gegeben.

Bürgerpreis würdigt Arbeit im Hintergrund

Ehrenamtliche Arbeit findet häufig außerhalb der öffentlichen Aufmerksamkeit statt.

Vereinsarchive werden gepflegt, Veranstaltungen vorbereitet, ältere Menschen besucht und Gemeinschaftsräume organisiert. Viele dieser Aufgaben wirken unspektakulär, sind für das gesellschaftliche Leben aber unverzichtbar.

Der Bürgerpreis soll Menschen sichtbar machen, die solche Verantwortung über lange Zeit übernehmen.

Karl-Heinz Genz bewahrt Stadtgeschichte

Karl-Heinz Genz ist in der Kategorie Lebenswerk nominiert.

Der Landkreis hebt sein Engagement im Heimatverein Gardelegen hervor. Dabei geht es um die Bewahrung und Vermittlung lokaler Geschichte.

Heimatvereine sammeln Fotografien, Dokumente und Erinnerungen, die andernfalls verloren gehen könnten. Sie tragen dazu bei, Entwicklungen der Stadt auch für kommende Generationen nachvollziehbar zu machen.

Renate Grabenstein stärkt soziale Gemeinschaft

Auch Renate Grabenstein wurde in der Kategorie Lebenswerk vorgeschlagen.

Sie engagiert sich als Vorsitzende der Volkssolidaritäts-Ortsgruppe Schlüsselkorb.

Solche Ortsgruppen schaffen Begegnungsmöglichkeiten für ältere Menschen und helfen gegen Einsamkeit. Gemeinsame Veranstaltungen, Beratungen und persönliche Kontakte erhalten gerade im ländlichen Raum eine wachsende Bedeutung.

Ehrenamt ersetzt nicht den Sozialstaat

Freiwilliges Engagement kann staatliche und kommunale Leistungen sinnvoll ergänzen.

Es darf sie jedoch nicht vollständig ersetzen. Pflege, soziale Beratung und öffentliche Kulturarbeit benötigen verlässliche professionelle Strukturen und eine ausreichende Finanzierung.

Ehrenamtliche sollten unterstützen und gestalten können, ohne dauerhaft Aufgaben übernehmen zu müssen, für die eigentlich Behörden oder soziale Träger zuständig sind.

Preisverleihung am 30. August

Die Gewinner werden im Rahmen der Hopfen- und Kartoffelernte im Freilichtmuseum Diesdorf bekannt gegeben.

Die Veranstaltung verbindet damit regionale Tradition, Landwirtschaft und die Würdigung des gesellschaftlichen Engagements.

Unabhängig vom Ergebnis macht bereits die Nominierung sichtbar, wie vielfältig sich Menschen aus Gardelegen für ihre Stadt und ihre Mitbürger einsetzen.

Vereine brauchen Nachwuchs

Viele traditionsreiche Vereine stehen vor einem Generationenwechsel.

Langjährige Mitglieder ziehen sich aus Altersgründen zurück, während jüngere Menschen Beruf und Familie miteinander vereinbaren müssen. Verantwortungsvolle Ämter lassen sich dadurch immer schwerer besetzen.

Eine öffentliche Auszeichnung kann Interesse wecken. Nachhaltig hilft sie jedoch nur, wenn Vereine offen für neue Formen der Mitarbeit, digitale Organisation und zeitlich begrenzte Aufgaben sind.

Anerkennung muss im Alltag spürbar sein

Urkunden und Pokale sind wichtige Zeichen.

Ehrenamtliche benötigen aber ebenso bezahlbare Räume, unkomplizierte Förderverfahren und Unterstützung bei Versicherungen, Datenschutz und Veranstaltungsrecht.

Wer freiwillige Arbeit stärken will, muss deshalb nicht nur loben, sondern auch bürokratische Hürden senken.

Gardelegen besitzt starkes Vereinsleben

Die Nominierungen zeigen, dass gesellschaftliches Engagement in der Hansestadt viele Bereiche umfasst.

Heimatpflege und Seniorenarbeit wirken auf den ersten Blick sehr unterschiedlich. Beide Aufgaben verbinden jedoch Menschen und bewahren Strukturen, die eine Stadt lebenswert machen.

Quellen

Altmarkkreis Salzwedel, Nominierungen für den Bürgerpreis 2026, Stand August 2026

Altmarkkreis Salzwedel, Informationen zur Bürgerpreisverleihung am 30. August 2026 im Freilichtmuseum Diesdorf