Bundesumweltminister Carsten Schneider hat am Freitag in Erfurt-Bischleben gemeinsam mit Ehrenamtlichen die Gewässergüte der Gera untersucht. Dabei beteiligte er sich selbst an den Untersuchungen des bundesweiten Citizen-Science-Projekts FLOW. Wie die Friedrich-Schiller-Universität Jena mitteilt, arbeiten in dem Projekt Wissenschaft, Anglerverbände und Bürger gemeinsam am Schutz kleiner Fließgewässer.
FLOW untersucht kleine Flüsse und Bäche
An dem Forschungsprojekt sind die Friedrich-Schiller-Universität Jena, das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung und das Deutsche Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung Halle-Jena-Leipzig beteiligt.
Die Teilnehmenden erfassen nach einem standardisierten Verfahren unter anderem die Gewässerstruktur, die chemisch-physikalische Wasserqualität und die Gemeinschaft wirbelloser Tiere.
Rund 2.000 Freiwillige sammeln Daten
Seit 2021 haben nach Angaben der Universität etwa 2.000 Freiwillige in rund 200 regionalen Gruppen mehr als 500 Probestellen untersucht.
Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass etwa 60 Prozent der untersuchten landwirtschaftlich geprägten Bäche den guten ökologischen Zustand nach der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie verfehlen.
Schneider fordert mehr Raum für Flüsse
Bundesumweltminister Schneider verwies beim Termin auf die Folgen von Niedrigwasser und Trockenheit.
Natürliche Wasserräume könnten Wasser speichern, ihre Umgebung kühlen und zur Grundwasserbildung beitragen. Deshalb müssten Bächen und Flüssen wieder mehr Raum sowie stärkere Auen und Überflutungsflächen gegeben werden.
Universität Jena verbindet Forschung und Engagement
Für die Universität Jena steht bei FLOW nicht allein die wissenschaftliche Datenerhebung im Mittelpunkt.
Vizepräsidentin Prof. Dr. Bärbel Kracke sieht das Projekt als Beispiel dafür, wie Forschung, gesellschaftliche Teilhabe und bürgerschaftliches Engagement miteinander verbunden werden können.
Aus Bürgerforschung soll konkretes Handeln werden
Das FLOW-Team will künftig über die reine Beobachtung hinausgehen und gemeinsam mit lokalen Gruppen Maßnahmen zur ökologischen Aufwertung kleiner Fließgewässer anstoßen.
Projektleiterin Prof. Dr. Aletta Bonn kündigte an, auf den vorhandenen FLOW-Daten aufzubauen und den Schritt von „Citizen Science“ zu „Citizen Action“ zu gehen.
Quelle:
Friedrich-Schiller-Universität Jena