Sanierung nach Havarie der Toilettenanlage

Alte Synagoge monatelang geschlossen: Erfurter Schatz nicht zugänglich

Das Museum Alte Synagoge bleibt bis Ende Februar 2027 geschlossen. Der Sanitärtrakt muss grundlegend erneuert werden. Während der Bauzeit können Besucher auf mehrere kostenfreie Ersatzangebote zum jüdischen Erbe Erfurts ausweichen.

Von Michael Kohlmann 2 Min. Lesezeit

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Die Alte Synagoge ist seit dem 3. August geschlossen. Nach der derzeitigen Planung soll das Museum am 1. März 2027 wieder öffnen. Bis einschließlich 28. Februar ist auch der berühmte Erfurter Schatz nicht zugänglich.

Sanitärtrakt wird grundlegend erneuert

Grund für die Schließung ist eine Havarie der Toilettenanlage. Nach 17 Jahren Dauerbetrieb muss der Sanitärtrakt umfassend saniert werden.

Da sich die Baustelleneinrichtung im Eingangs- und Funktionsgebäude befindet, kann der Besucherverkehr nicht parallel zu den Arbeiten fortgeführt werden. Reguläre Führungen und Veranstaltungen im Innenraum fallen aus oder werden an andere Orte verlegt.

Erfurter Schatz bleibt verborgen

Besonders betroffen ist die Präsentation des Erfurter Schatzes. Der mittelalterliche Fund gehört zu den wichtigsten Ausstellungsstücken der Alten Synagoge und kann während der gesamten Schließzeit nicht besichtigt werden.

Der Schatz umfasst unter anderem Münzen, Silbergeschirr und Schmuckstücke, die vermutlich während des Pogroms von 1349 verborgen wurden.

Kostenfreie Ersatzangebote geplant

Die Stadt und die Geschichtsmuseen wollen das jüdische Erbe während der Bauzeit trotzdem sichtbar halten. Dazu gehören kostenfreie Besuche der mittelalterlichen Mikwe, der Kleinen Synagoge und des Patrizierhauses „Zum Güldenen Krönbacken“.

Hinzu kommen die neue Freiluftausstellung „Inter Judeos“ sowie öffentliche Führungen durch das jüdische Quartier. Am Wochenende werden dafür zusätzliche Rundgänge angeboten.

Welterbe bleibt touristisch erlebbar

Die Alte Synagoge ist Teil des 2023 anerkannten UNESCO-Welterbes „Jüdisch-Mittelalterliches Erbe in Erfurt“. Zur Welterbestätte gehören außerdem die Mikwe und das Steinerne Haus.

Die Ersatzangebote sollen verhindern, dass dieser wichtige Teil der Erfurter Stadtgeschichte während der Sanierung vollständig aus dem touristischen Angebot verschwindet.

Veranstaltungen werden verlegt

Bereits geplante Vorträge, Konzerte und Bildungsangebote müssen teilweise an andere Veranstaltungsorte wechseln. Besucher sollten deshalb vor einer Anreise prüfen, ob und wo einzelne Termine stattfinden.

Die Stadt spricht von einer aufwendigen, aber notwendigen Baumaßnahme. Erst nach Abschluss der Arbeiten soll der reguläre Museumsbetrieb wieder aufgenommen werden.

Quellen

– Landeshauptstadt Erfurt: Alte Synagoge außer Haus – Angebote während der Schließung, 7. Juli 2026
– Geschichtsmuseen Erfurt: Besucherinformationen zur Alten Synagoge
– Erfurt Tourismus: Sanierungsarbeiten und Ersatzangebote während der Museumsschließung

Themen: SanierungErfurtMuseumUNESCO-WelterbeJüdisches LebenAlte SynagogeErfurter Schatz

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