Wirtschaft funktioniert normalerweise über Wettbewerb. Zwei Verkaufsstände mit ähnlichem Angebot versuchen, möglichst viele Kunden für sich zu gewinnen. Beim Fürstenberger Altstadtfest entschied sich ein Händler am Wochenende jedoch bewusst für einen anderen Weg und verzichtete auf einen Teil seines eigenen Angebots.

Winfried Janetzky gehört mit seinem mobilen Eis- und Süßwarenverkauf zu den regelmäßigen Teilnehmern des Altstadtfestes.

In unmittelbarer Nähe hatten vier Schülerinnen des Albert-Schweitzer-Gymnasiums einen Kuchenstand aufgebaut.

Sie sammelten dort Spenden für ihren geplanten Abiball.

Schüler wollen Eintrittspreise niedrig halten

Die Jugendlichen rechnen für die gesamte Abschlussfeier mit erheblichen Kosten.

Mit Aktionen wie dem Kuchenverkauf wollen sie dazu beitragen, dass die späteren Eintrittskarten für ihre Mitschüler möglichst bezahlbar bleiben.

Der benachbarte Händler wollte diesen Einsatz unterstützen.

Deshalb verzichtete er bewusst auf ein Angebot, das direkt mit dem Kuchenstand konkurriert hätte.

Kleine Geste mit großer Wirkung

Finanziell mag der Verzicht für einen einzelnen Veranstaltungstag überschaubar sein.

Für die Schülerinnen bedeutet eine solche Unterstützung jedoch zusätzliche Aufmerksamkeit und möglicherweise mehr Einnahmen.

Gleichzeitig zeigt die Situation, wie eng wirtschaftliche und soziale Beziehungen auf einem lokalen Stadtteilfest miteinander verbunden sein können.

Händler und Vereine kennen sich

Bei regelmäßig stattfindenden Festen begegnen sich viele Beteiligte über Jahre hinweg.

Händler kennen Veranstalter, Vereine und Teile des Publikums.

Dadurch entsteht eine Form von Zusammenarbeit, die auf einem anonymen Markt kaum möglich wäre.

Das Fürstenberger Altstadtfest lebt deshalb nicht ausschließlich von Verkäufen und Bühnenprogramm, sondern auch von solchen kleinen Gesten zwischen den Beteiligten.

Quellen

Märkische Oderzeitung – Bericht vom 9. August 2026