Demmin hat in den vergangenen Jahrzehnten viele Einwohner verloren – gleichzeitig werden qualifizierte Beschäftigte in mehreren Branchen dringend benötigt. Die Stadt positioniert sich deshalb inzwischen offensiv als Standort zum Leben und Arbeiten und nennt insbesondere Handwerk, Gesundheitswesen, Landwirtschaft und öffentlichen Dienst als Bereiche mit beruflichen Möglichkeiten.

Die Entwicklung ist typisch für zahlreiche kleinere Städte Ostdeutschlands: Der Arbeitsmarkt hat sich teilweise stabilisiert, während die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter sinkt.

Stadtverwaltung sucht selbst Personal

Dass Fachkräfte fehlen, zeigt sich auch im Rathaus.

Die Hansestadt hat in diesem Jahr unter anderem eine Leitungsstelle im Schul- und Ordnungsamt ausgeschrieben. In der Ausschreibung beschreibt die Kommune sich ausdrücklich als Mittelzentrum mit rund 11.000 Einwohnern.

Öffentliche Verwaltungen konkurrieren damit zunehmend direkt mit Unternehmen um qualifizierte Beschäftigte.

Gesundheit ist wichtiger Arbeitgeber

Demmin besitzt ein Krankenhaus mit umfangreicher medizinischer Versorgung und ambulanten Angeboten.

Gesundheitsberufe bieten damit auch außerhalb der großen Universitätsstädte Arbeitsplätze. Gleichzeitig trifft der demografische Wandel gerade diesen Bereich besonders stark, weil der Bedarf an medizinischer und pflegerischer Versorgung wächst.

Lebensqualität wird zum Standortfaktor

Unternehmen können Fachkräfte langfristig nur halten, wenn auch das Umfeld stimmt.

Wohnungen, Schulen, Kitas, Freizeitangebote und Verkehrsanbindungen werden deshalb zunehmend zu Wirtschaftsfaktoren.

Demmin versucht hier mit seiner vergleichsweise zentralen Lage zwischen mehreren Regionen, Naturangeboten und noch überschaubaren Wohnkosten zu punkten.

Quellen

Hansestadt Demmin: Standortinformationen „Leben & Arbeiten“

Hansestadt Demmin: Stellenausschreibungen und Beschreibung des Mittelzentrums