An der Rappbodetalsperre im Harz ist am Sonntag eine neue Gedenktafel zur NS-Zwangsarbeit eingeweiht worden. Damit wird die bisherige Darstellung der Bau- und Technikgeschichte um ein Kapitel ergänzt, das vor Ort bislang nur wenig sichtbar war. 173-280926_Willingmann weiht Ge…
Die Talsperre gilt heute als technisches Wahrzeichen der Region. Sie ist die größte Trinkwassertalsperre Deutschlands und spielt zugleich eine wichtige Rolle beim Hochwasserschutz im Harz. Ihre Geschichte begann jedoch lange vor der Inbetriebnahme im Jahr 1959. 173-280926_Willingmann weiht Ge…
Zwangsarbeiter mussten beim Bau schwere Arbeit leisten
Mit dem Bau des Talsperrensystems wurde bereits 1938 begonnen. Die Arbeiten wurden 1942 weitgehend eingestellt und 1952 wieder aufgenommen.
Während der ersten Bauphase wurden auch zwangsdeportierte Männer eingesetzt, darunter zahlreiche Juden. Sie mussten an verschiedenen Orten schwere körperliche Arbeit verrichten und lebten in gesicherten Lagern. Zu diesen Einrichtungen gehörte unter anderem das Lager Wendefurth II am sogenannten Kohlenberg. 173-280926_Willingmann weiht Ge…
Wie viele Menschen dort insgesamt zur Zwangsarbeit eingesetzt wurden, lässt sich heute nicht mehr zuverlässig bestimmen. Fest steht nach den Recherchen des Vereins „Spurensuche Harzregion“, dass viele von ihnen während dieser Zeit ums Leben kamen. 173-280926_Willingmann weiht Ge…
Historische Aufarbeitung macht Erinnerung sichtbar
Die Recherchen des Vereins bilden die Grundlage für die neue Gedenktafel. An der Aufarbeitung beteiligte sich auch Stephan Gistrichovsky, der Enkel eines ehemaligen Zwangsarbeiters. 173-280926_Willingmann weiht Ge…
Mit der Tafel soll die Geschichte der Menschen stärker in den Mittelpunkt rücken, die unter Zwang an der Entstehung des Bauwerks beteiligt waren.
Umweltminister Armin Willingmann betonte bei der Einweihung, dass die Rappbodetalsperre nicht nur als technisches Bauwerk und touristischer Anziehungspunkt betrachtet werden dürfe. Zur Geschichte gehörten auch diejenigen, die während der NS-Zeit entrechtet und verfolgt wurden und unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten mussten. 173-280926_Willingmann weiht Ge…
Technisches Wahrzeichen mit dunkler Vergangenheit
Die Rappbodetalsperre wurde 1959 eingeweiht. Ihre Staumauer ist 106 Meter hoch und 415 Meter lang. Damit besitzt die Anlage die höchste Staumauer Deutschlands. 173-280926_Willingmann weiht Ge…
Der Stausee kann rund 109 Millionen Kubikmeter Wasser speichern. Jährlich werden dort etwa 47 Millionen Kubikmeter Trinkwasser für rund 1,2 Millionen Menschen im mitteldeutschen Raum gewonnen. 173-280926_Willingmann weiht Ge…
Mit der neuen Gedenktafel erhalten Besucher nun neben Informationen zu Technik, Wasserversorgung und Hochwasserschutz auch einen Einblick in die Geschichte der Zwangsarbeit während der Zeit des Nationalsozialismus.