Der drohende vollständige Rückzug des Automobilentwicklers IAV aus Berlin ist vorerst abgewendet. Das Unternehmen und die IG Metall haben einen Zukunftstarifvertrag geschlossen. Danach bleiben sämtliche deutschen IAV-Regionen erhalten, und bis Ende 2028 soll es keine betriebsbedingten Kündigungen geben.
Schließung war im Frühjahr im Gespräch
Noch Anfang Mai sah die Situation deutlich anders aus.
Damals hatte das Unternehmen seine Beschäftigten über Überlegungen informiert, den Stammsitz in Berlin-Charlottenburg vollständig zu schließen und das Betriebsgelände zu verkaufen.
Rund 1.250 Beschäftigte arbeiteten zu diesem Zeitpunkt am Berliner Standort.
Lediglich ein kleinerer Kern sollte ursprünglich in der Hauptstadt verbleiben.
Die Pläne sorgten bei Beschäftigten, Gewerkschaft und Berliner Politik für erheblichen Widerstand.
Beschäftigtenzahl soll trotzdem stark sinken
Der Erhalt des Standorts bedeutet allerdings nicht, dass der Sparkurs beendet ist.
IAV will die Zahl seiner Beschäftigten in Deutschland deutlich reduzieren.
Von mehr als 5.000 Mitarbeitern soll die Zahl auf 2.970 sinken.
Der Abbau soll über freiwillige Programme erfolgen.
Wie viele Arbeitsplätze davon konkret in Berlin betroffen sein werden, ist bislang nicht klar.
Keine betriebsbedingten Kündigungen bis 2028
Ein wichtiger Bestandteil des Tarifvertrags ist der Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen bis Ende 2028.
Für die Beschäftigten schafft das zumindest für die kommenden Jahre eine deutlich größere Planungssicherheit.
Der Berliner Stammsitz bleibt damit Bestandteil des Unternehmens.
IAV will stärker auf KI setzen
Gleichzeitig verändert das Unternehmen seine technologische Ausrichtung.
Künstliche Intelligenz soll bei der zukünftigen Entwicklung eine stärkere Rolle spielen.
IAV gehört zu den großen deutschen Entwicklungsdienstleistern der Automobilindustrie und arbeitet unter anderem in den Bereichen Elektromobilität, Fahrzeugentwicklung und autonomes Fahren.
Größter Anteilseigner ist Volkswagen.
Für den Berliner Industriestandort ist der Verbleib des Unternehmens damit eine wichtige Nachricht – auch wenn die geplante Personalreduzierung weiterhin erhebliche Einschnitte bedeutet.
Quellen
IAV – Informationen zum Zukunftstarifvertrag – August 2026.