Charlottenburg-Wilmersdorf verzichtet auf die Teilnahme an der Berliner Stadtbaumkampagne 2027. Der Bezirk will dennoch dieselbe Zahl neuer Bäume pflanzen, weil er die Vorgaben der Senatsverwaltung fachlich für unzureichend hält.

Bezirk lehnt Vorgaben für 225 Bäume ab

Wie das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf mitteilt, geht es um 225 geplante Straßenbäume. Streitpunkt ist insbesondere die Größe der vorgesehenen Baumscheiben.

Nach Darstellung des Bezirks verlangt die Senatsverwaltung Pflanzbereiche mit durchschnittlich sechs Kubikmetern Volumen. Im Einzelfall seien maximal acht Kubikmeter vorgesehen.

Der zuständige Bezirksstadtrat Oliver Schruoffeneger verweist dagegen auf fachliche Richtlinien mit deutlich größeren Pflanzräumen.

Charlottenburg-Wilmersdorf will selbst pflanzen

Der Bezirk kündigt trotz seines Ausstiegs die Pflanzung derselben Zahl von Bäumen an. Dafür sollen vom Bezirk eingeworbene Fördermittel des Bundes eingesetzt werden.

Charlottenburg-Wilmersdorf will nach eigenen Angaben größere Pflanzräume schaffen. Damit sollen die jungen Bäume langfristig bessere Entwicklungsbedingungen erhalten.

Konflikt reicht bis zum Klimaanpassungsgesetz

Das Bezirksamt sieht seine Position durch fachliche Standards und Anforderungen an nachhaltige Baumpflege gestützt. Die Senatsverwaltung habe angebotene Lösungen und eine Übernahme zusätzlicher Kosten durch den Bezirk nicht akzeptiert.

Die Darstellung stammt vom Bezirksamt. Eine Bewertung der strittigen fachlichen und rechtlichen Positionen der Senatsverwaltung ist in der Mitteilung nicht enthalten.

Der Vorgang macht damit einen grundsätzlichen Konflikt sichtbar: Berlin will viele neue Straßenbäume pflanzen, während Charlottenburg-Wilmersdorf stärkere Qualitätsanforderungen an die einzelnen Standorte verlangt.

Quelle: Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf