Neu ankommende Asylsuchende erhalten in Berlin künftig eine Bezahlkarte, wobei Bargeld zunächst auf 50 Euro monatlich begrenzt wird.
Berlin hat als letztes Bundesland die Bezahlkarte für neu ankommende Asylsuchende eingeführt. Die SocialCard funktioniert als Visa-Debitkarte. Erwachsene können während der ersten sechs Monate monatlich höchstens 50 Euro Bargeld abheben.
SocialCard ersetzt Bargeldauszahlungen
Wie das Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten mitteilt, wird die Karte bundesweit an Stellen akzeptiert, die Visa-Zahlungen ermöglichen. Auch Online-Einkäufe sind grundsätzlich möglich.
Für Kinder können zusätzlich 50 Euro Bargeld monatlich abgehoben werden. Überweisungen ins Ausland sind mit der Karte nicht möglich. Nach sechs Monaten entfällt die Bargeldobergrenze.
Menschen, die bereits länger in Berlin leben und Leistungen erhalten, werden nicht nachträglich auf die Karte umgestellt.
Landesamt erwartet weniger Verwaltungsaufwand
Das Landesamt verspricht sich durch die SocialCard weniger Termine für Bargeldauszahlungen und damit eine Entlastung der Mitarbeiter. Für neu ankommende Menschen mit bestimmten schweren Erkrankungen oder Behinderungen sind Ausnahmen vorgesehen.
Der Flüchtlingsrat Berlin kritisiert dagegen Einschränkungen bei der Bargeldnutzung und fordert reguläre Bankkonten für Geflüchtete. Auch Fragen zu Datenschutz und Kosten werden von den Gegnern der Regelung angeführt.
Der Berliner Senat hatte die Einführung bereits im Dezember 2024 beschlossen. Bis zur tatsächlichen Ausgabe der ersten Karten vergingen damit mehr als eineinhalb Jahre.
Quelle: Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten Berlin