Nachzählung verändert Ergebnis in Spandau

Gut anderthalb Wochen nach der Berliner Abgeordnetenhauswahl muss das Ergebnis eines Wahlkreises korrigiert werden.

Im Wahlkreis Spandau 1 hat nach der Überprüfung der Wahlunterlagen nicht die CDU-Kandidatin Bettina Meißner die meisten Erststimmen erhalten. Stattdessen liegt der AfD-Kandidat Tommy Tabor vorne und würde damit das Direktmandat gewinnen.

Nach Angaben des Berliner Landeswahlleiters beträgt Tabors Vorsprung 34 Stimmen.

Das bisher veröffentlichte vorläufige Ergebnis hatte dagegen noch Meißner als Siegerin ausgewiesen. Danach lag sie mit 80 Stimmen vor ihrem AfD-Konkurrenten.

Schnellmeldung stimmte nicht mit Wahlunterlagen überein

Auslöser für die erneute Prüfung war eine Unstimmigkeit bei der Übermittlung des Wahlergebnisses.

Die am Wahlabend telefonisch weitergegebene Schnellmeldung stimmte demnach nicht mit der schriftlichen Niederschrift des zuständigen Wahlvorstands überein.

In den offiziellen Wahlunterlagen waren andere Zahlen vermerkt.

Wie genau es zu der falschen Übermittlung kam, ist bislang nicht geklärt.

Die Korrektur zeigt zugleich, warum die am Wahlabend veröffentlichten Ergebnisse zunächst als vorläufig gelten und anschließend noch einmal anhand der Niederschriften und Wahlunterlagen überprüft werden.

AfD erhält zusätzliches Direktmandat

Sollte das korrigierte Ergebnis vom Landeswahlausschuss bestätigt werden, erhält Tommy Tabor das Direktmandat in Spandau 1.

Für die CDU bedeutet die Änderung den Verlust eines zunächst zugerechneten Wahlkreismandats.

Die Auswirkungen reichen jedoch möglicherweise über die beiden Kandidaten hinaus.

Denn durch das wegfallende CDU-Direktmandat verändert sich auch die Berechnung von Überhang