Die Bundesregierung hat einen Gesetzentwurf für die sogenannte Frühstartrente beschlossen. Der Bund will Kindern ab dem sechsten Lebensjahr monatlich zehn Euro für die private Altersvorsorge bereitstellen. Wie das Bundesfinanzministerium mitteilt, soll das Geld in ein individuelles kapitalgedecktes Depot fließen und langfristig bis zum Renteneintritt angelegt bleiben.
Zehn Euro im Monat vom Staat
Nach dem beschlossenen Modell soll jedes anspruchsberechtigte Kind vom sechsten bis zum 18. Lebensjahr monatlich zehn Euro aus dem Bundeshaushalt erhalten. Die Förderung wird in einem speziellen Altersvorsorgedepot angelegt.
Eltern können zusätzlich eigenes Geld einzahlen. Nach Angaben des Bundesfinanzministeriums sind freiwillige Beiträge von bis zu 6.840 Euro pro Jahr möglich.
Zunächst profitiert der Jahrgang 2020
Die Einführung soll mit Kindern beginnen, die im Jahr 2020 geboren wurden und 2026 sechs Jahre alt werden. Die staatlichen Einzahlungen sollen für diesen Jahrgang rückwirkend zum 1. Januar 2026 berücksichtigt werden.
Ab 2027 soll jeweils der neue Jahrgang der Sechsjährigen hinzukommen. Voraussetzung für die endgültige Umsetzung ist noch die Zustimmung des Bundestages zum Gesetzentwurf.
Aus zehn Euro können langfristig Tausende Euro werden
Nach Berechnungen des Finanzministeriums kann allein aus den staatlichen Einzahlungen bis zur Volljährigkeit ein Depotwert von rund 2.200 Euro entstehen. Bei langfristiger Kapitalanlage könnten daraus bis zum Renteneintritt ohne weitere Einzahlungen rund 53.000 Euro werden.
Zahlen Eltern monatlich ebenfalls zehn Euro ein, nennt das Ministerium als mögliche Größenordnung bis zum Rentenalter rund 107.000 Euro. Dabei handelt es sich um Modellrechnungen, deren tatsächliches Ergebnis von der langfristigen Entwicklung der Kapitalmärkte abhängt.
Erträge bleiben bis zur Rente steuerfrei
Die während der Ansparphase entstehenden Erträge sollen bis zum Beginn der Auszahlungsphase steuerfrei bleiben. Eine Auszahlung des geförderten Kapitals ist grundsätzlich nicht vor Vollendung des 65. Lebensjahres vorgesehen.
Mit Volljährigkeit kann das Depot weiter bespart oder in einen anderen zertifizierten Altersvorsorgevertrag überführt werden. Die Bundesregierung will damit einen möglichst nahtlosen Übergang in die private Altersvorsorge ermöglichen.
Klingbeil will Vorsorge unabhängiger vom Elternhaus machen
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil begründet die Frühstartrente mit dem Ziel, Kindern unabhängig von der finanziellen Situation ihrer Familie einen Einstieg in die private Altersvorsorge zu ermöglichen. Zugleich soll der frühe Umgang mit Kapitalanlagen nach Vorstellung der Bundesregierung die Finanzbildung stärken.
Die Frühstartrente ergänzt damit die laufende Reform der privaten Altersvorsorge. Ob das Modell wie geplant umgesetzt wird, entscheidet nun das weitere Gesetzgebungsverfahren im Bundestag.
Quelle:
Bundesministerium der Finanzen; Bundesregierung; Beschluss des Bundeskabinetts vom 12. August 2026.