Am 20. September 2026 wählen die Berliner das Abgeordnetenhaus und die zwölf Bezirksverordnetenversammlungen. Für die Durchführung werden in der gesamten Stadt rund 40.000 Wahlhelfer benötigt. Ende Juni fehlten nach Angaben des Landeswahlleiters noch etwa 1.500 Personen. In Marzahn-Hellersdorf werden insbesondere Reservekräfte für die Funktionen als Wahlvorsteher und Schriftführer gesucht. Die Ausgabe beziehungsweise der Versand der Briefwahlunterlagen soll am 10. August beginnen.
Wahlhelfer sichern den Ablauf in den Wahllokalen
Ein Wahlvorstand besteht aus einem Vorsteher, einem Schriftführer, deren Stellvertretungen und bis zu fünf weiteren Mitgliedern.
Die Helfer kontrollieren Wahlberechtigungen, geben Stimmzettel aus, achten auf einen ordnungsgemäßen Ablauf und zählen nach Schließung der Wahllokale die Stimmen aus.
Besondere berufliche Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Die notwendigen Kenntnisse werden durch Onlineangebote, Unterlagen und Präsenzschulungen vermittelt.
Marzahn-Hellersdorf sucht vor allem Reservekräfte
Nach dem landesweiten Aufruf bestand in Marzahn-Hellersdorf zuletzt vor allem Bedarf an Reservekräften für leitende Funktionen in den Wahlvorständen.
Reservekräfte halten sich am Wahlsonntag für einen möglichen Einsatz bereit. Sie werden benötigt, wenn eingeplante Wahlhelfer kurzfristig erkranken oder aus anderen Gründen ausfallen.
Kurze Wege zwischen Wohnort und möglichem Einsatzort sind dabei von Vorteil. Wer als Reservekraft nicht eingesetzt wird, erhält nach Angaben des Landeswahlleiters dennoch eine Aufwandsentschädigung von 20 Euro. Bei einem tatsächlichen Einsatz wird das für die jeweilige Funktion vorgesehene Erfrischungsgeld gezahlt.
Bis zu 120 Euro für den Einsatz am Wahlsonntag
Mitglieder eines Urnenwahlvorstandes erhalten je nach Aufgabe ein Erfrischungsgeld zwischen 100 und 120 Euro.
Für Mitglieder der Briefwahlvorstände sind 80 bis 100 Euro vorgesehen. Beschäftigte des öffentlichen Dienstes, die einen Freizeitausgleich erhalten, bekommen niedrigere Beträge.
Auch Schulungen werden vergütet. Für eine Präsenzschulung werden 40 Euro, für die Onlineschulung 25 Euro gezahlt.
Die höheren Aufwandsentschädigungen sollen dazu beitragen, ausreichend Freiwillige zu gewinnen und verantwortungsvolle Funktionen zuverlässig zu besetzen.
Briefwahl beginnt am 10. August
Im Bezirkswahlamt Marzahn-Hellersdorf sollen Briefwahlunterlagen ab Montag, dem 10. August 2026, ausgegeben beziehungsweise versandt werden.
Wahlberechtigte sollten die Unterlagen möglichst frühzeitig beantragen und nach dem Ausfüllen rechtzeitig zurücksenden. Entscheidend ist, dass der Wahlbrief spätestens am Wahlsonntag innerhalb der vorgesehenen Frist bei der zuständigen Stelle eingeht.
Wer den Postweg vermeiden möchte, kann die Briefwahlunterlagen grundsätzlich auch persönlich nutzen oder den Wahlbrief direkt bei einer zuständigen Stelle abgeben. Die genauen bezirklichen Angebote sollten vorab geprüft werden.
Rund 2.500 Urnenwahllokale in Berlin geplant
Nach dem Statusbericht des Landeswahlleiters sind für die Wahl 2026 berlinweit etwa 2.500 Urnenwahllokale vorgesehen. Hinzu kommen Briefwahlbezirke und zentrale organisatorische Standorte.
Die Suche nach geeigneten Räumen gehört zu den größten logistischen Aufgaben. Wahllokale müssen erreichbar, ausreichend groß und möglichst barrierefrei sein. Zudem werden Tische, Wahlkabinen, Urnen, Stimmzettel und technische Ausstattung benötigt.
Schulen, öffentliche Einrichtungen und weitere Gebäude werden deshalb am Wahlwochenende stark beansprucht.
Erfahrungen aus früheren Pannen erhöhen den Druck
Die Vorbereitung der Berliner Wahlen steht unter besonderer Beobachtung. Die organisatorischen Probleme bei der Wahl 2021 haben das Vertrauen in die Berliner Wahlverwaltung belastet.
Seitdem wurden Zuständigkeiten, Personalplanung und organisatorische Abläufe überarbeitet. Der Landeswahlleiter veröffentlicht Statusberichte und informiert regelmäßig über den Stand der Vorbereitung.
Eine störungsfreie Wahl hängt jedoch nicht allein von neuen Strukturen ab. Entscheidend sind ausreichend Personal, pünktlich gelieferte Unterlagen, geeignete Wahllokale und klare Kommunikationswege am Wahltag.
Jüngere Wahlberechtigte erweitern die Zielgruppe
Bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl dürfen auch jüngere Wahlberechtigte teilnehmen. Damit gewinnt die Ansprache an Schulen, Jugendverbänden und Ausbildungseinrichtungen zusätzliche Bedeutung.
Für die Bezirksverordnetenversammlungen gelten teilweise andere Voraussetzungen als für die Abgeordnetenhauswahl. Wahlberechtigte sollten deshalb die amtlichen Informationen prüfen, wenn sie Fragen zu Alter, Staatsangehörigkeit oder Wohnsitzdauer haben.
Auch bei der Tätigkeit als Wahlhelfer gelten rechtliche Voraussetzungen. Nach den Berliner Informationen kann grundsätzlich mitarbeiten, wer selbst bei einer Bundestags- oder Abgeordnetenhauswahl wahlberechtigt ist. Ein Hauptwohnsitz in Berlin ist dafür nicht in jedem Fall zwingend erforderlich.
21 Parteien hatten Wahlvorschläge eingereicht
Bis Mitte Juli hatten 21 Parteien Landes- oder Bezirkslisten eingereicht. Die zuständigen Wahlausschüsse mussten anschließend über die Zulassung entscheiden.
Bei der vorherigen Abgeordnetenhauswahl waren mehr Parteien mit entsprechenden Listen angetreten. Die Zahl der eingereichten Wahlvorschläge allein sagt jedoch noch nichts über die endgültige Zahl zugelassener Parteien oder den späteren Wahlerfolg aus.
Ohne Freiwillige ist die Wahl nicht durchführbar
Die Wahlorganisation kann nur funktionieren, wenn ausreichend Menschen bereit sind, am Sonntag Verantwortung zu übernehmen.
Der Einsatz beginnt in Urnenwahllokalen meist vor der Öffnung um 8 Uhr und endet erst nach der Auszählung. Die Mitglieder eines Wahlvorstandes wechseln sich während des Tages ab, müssen zur Ergebnisermittlung aber wieder vollständig anwesend sein.
Gerade für leitende Funktionen und Reservepositionen braucht es zuverlässige Helfer. Wer sich anmeldet, leistet damit einen unmittelbaren Beitrag zur demokratischen Infrastruktur Berlins.
Quellen
- Landeswahlleiter für Berlin: „Noch 1.500 Wahlhelferinnen und Wahlhelfer gesucht“, veröffentlicht am 29. Juni 2026.
- Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf: Informationen zu Wahlhelfenden für die Berliner Wahlen am 20. September 2026, abgerufen am 1. August 2026.
- Bezirkswahlamt Marzahn-Hellersdorf: Hinweise zum Beginn der Briefwahl am 10. August 2026, abgerufen am 1. August 2026.
- Landeswahlleiter für Berlin: Zweiter Statusbericht zur Vorbereitung der Berliner Wahlen 2026, veröffentlicht im März 2026.
- Landeszentrale für politische Bildung Berlin: Aufruf zur Mitarbeit als Wahlhelfer bei den Berliner Wahlen 2026, veröffentlicht 2026.