Für eines der bekanntesten Kulturareale Berlins zeichnet sich nach jahrelangem Streit eine langfristige Lösung ab. Clubs, Ateliers, Gastronomie und Sportangebote auf dem RAW-Gelände sollen über ein neues Mietmodell für Jahrzehnte abgesichert werden. Gleichzeitig sind rund 300 Wohnungen geplant.
Generalmieter soll Kultur für 30 Jahre schützen
Kern der Einigung ist ein langfristiger Generalmietvertrag mit der Eigentümerin Kurth-Gruppe.
Der künftige Generalmieter soll die Flächen für 30 Jahre übernehmen. Die bestehenden Kultur-, Sport- und Gastronomiebetriebe erhalten anschließend Untermietverträge und wären damit nicht mehr unmittelbar von Einzelentscheidungen der Grundstückseigentümerin abhängig.
Bezirk übernimmt zunächst Übergangsrolle
Bis das endgültige Modell steht, soll Friedrichshain-Kreuzberg ab September für zwei Jahre als eine Art Zwischenmieter auftreten.
Damit soll verhindert werden, dass Einrichtungen während des laufenden Planungsverfahrens ihre Standorte verlieren.
Rund 300 Wohnungen sollen entstehen
Die Stadtentwicklung bleibt dennoch Bestandteil des Projekts. Auf dem RAW-Gelände sollen ungefähr 300 Mietwohnungen entstehen.
Davon sollen 30 Prozent als Sozialwohnungen vorgesehen werden. Erst wenn der Bebauungsplan abgeschlossen ist, soll die Übergangslösung mit dem Bezirk enden.
Politische Zustimmung steht noch aus
Vollständig abgeschlossen ist das Verfahren noch nicht. Der Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses und die Bezirksverordnetenversammlung müssen über wichtige Bestandteile entscheiden.
Die Vereinbarung ist dennoch ein bedeutender Schritt für ein Gelände, auf dem seit Jahren Kulturinteressen, Wohnungsbau und wirtschaftliche Entwicklung miteinander konkurrieren.
Quelle:
Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg; Angaben zur Einigung über das RAW-Gelände.