Nach der bereits gefeierten Premiere bringt das Ensemble TanzHarz sein Kammertanzstück „Schattenfänger“ erneut auf die Bühne in Halberstadt. Am Samstag, 3. Oktober 2026, ist die Produktion ab 19.30 Uhr in der Kammerbühne zu erleben.

Der rund 90-minütige Tanzabend besteht aus zwei eigenständigen choreografischen Arbeiten. Im Mittelpunkt stehen die Beziehungen zwischen Menschen, Erinnerungen, Ängste und Sehnsüchte – aber auch die Frage, wie jene verborgenen Seiten unser Handeln beeinflussen, die im Alltag häufig unsichtbar bleiben.

Zwei choreografische Welten an einem Abend

Chefchoreograf Tarek Assam beschäftigt sich in „Schattenfänger“ mit der Vorstellung, dass Schatten aus einer surrealen Welt in die Wirklichkeit treten. Die Produktion fragt, was geschieht, wenn diese normalerweise stummen Begleiter plötzlich lebendig werden und beginnen, Menschen zu beeinflussen und herauszufordern.

Für die Bühne hat Ausstatter Michele Lorenzini eine Welt zwischen Licht und Dunkelheit geschaffen. Übergroße Folien dienen als Projektionsflächen und ermöglichen unterschiedliche Licht- und Schatteneffekte. Lorenzini war am Harztheater bereits für Bühnenbild und Kostüme der Tanzproduktionen „Gravitas“ und „Sternzeit – Plancks Vision“ verantwortlich.

Die zweite Choreografie des Abends trägt den Titel „Self matters“. Sie stammt von Zach Enquist, der erstmals mit TanzHarz zusammenarbeitet. Enquist gewann 2025 den Produktionspreis beim Choreografischen Wettbewerb Hannover. Er stammt aus den USA, lebt seit mehreren Jahren in Schweden und ist bei der Tanzkompanie der Göteborger Oper engagiert.

Beziehungen, Begegnungen und Trennungen

In „Self matters“ richtet Enquist den Blick auf das Zwischenmenschliche. Beziehungen formen Menschen, neue Begegnungen entstehen, andere Verbindungen lösen sich wieder.

Die Ausstattung bleibt dabei bewusst reduziert. Kostüme und Kulissen orientieren sich stärker an alltäglichen Situationen und sollen die tänzerische Aussage unmittelbar wirken lassen.

TanzHarz verbindet damit zwei unterschiedliche Perspektiven: auf das konkret Erlebte zwischen Menschen und auf jene inneren Schatten, die aus Erinnerungen, Ängsten oder verdrängten Erfahrungen entstehen.

Das Harztheater beschreibt „Schattenfänger“ als Auseinandersetzung mit der Dualität des Menschen – mit den hellen ebenso wie mit den dunklen Seiten einer Persönlichkeit.

Tanz zwischen Licht und Dunkelheit

Die Tänzerinnen und Tänzer übertragen diese Themen in kraftvolle Bewegungen. Das Publikum soll dabei nicht nur einer abgeschlossenen Geschichte folgen. Vielmehr lässt die Produktion bewusst Raum für eigene Interpretationen.

Über etwa 90 Minuten einschließlich einer Pause entsteht so ein Tanzabend, der innere Konflikte ebenso aufgreift wie Nähe, Trennung und die Wirkung vergangener Erfahrungen.

Für die Choreografien zeichnen Tarek Assam und Zach Enquist verantwortlich. Die Ausstattung stammt von Michele Lorenzini. Als Musik nennt das Harztheater unter anderem Arbeiten von Ivo Mateus und Vladislav Delay.

Vorstellung am Tag der Deutschen Einheit

Die nächste Aufführung findet am Samstag, 3. Oktober, um 19.30 Uhr in der Kammerbühne Halberstadt statt. Karten sind nach Angaben des Harztheaters an den Theaterkassen in Halberstadt und Quedlinburg sowie über die bekannten Vorverkaufsstellen und das Harztheater erhältlich.

Weitere Aufführungen sind im Herbst und Winter in Halberstadt, Quedlinburg sowie als Gastspiele unter anderem in Wolfenbüttel und Eisleben vorgesehen.