Die Geschichte der DDR und der deutschen Teilung soll nach Ansicht der Stiftung Berliner Mauer einen größeren Stellenwert im Schulunterricht erhalten. Direktor Axel Klausmeier sieht erhebliche Wissenslücken bei jungen Menschen. Besonders problematisch sei, dass zentrale Themen teilweise erst vergleichsweise spät im Unterricht behandelt werden.
Schüler kommen mit wenig Vorwissen
Klausmeier berichtet, dass viele Schulklassen Gedenkstätten mit nur begrenzten Kenntnissen über die DDR besuchen.
Das Interesse sei dennoch groß. Gut vorbereitete Schüler könnten aus Besuchen historischer Orte besonders viel mitnehmen.
DDR war keine Demokratie
Für den Direktor der Stiftung gehört zur historischen Bildung auch eine klare Einordnung des politischen Systems.
Die DDR verfügte nicht über freie demokratische Wahlen nach westlich-demokratischem Verständnis. Opposition, Reisefreiheit und freie politische Betätigung waren erheblich eingeschränkt.
Mauerbau bleibt zentraler Einschnitt
Die Forderung erhält durch den 65. Jahrestag des Mauerbaus neue Aktualität. Am 13. August 1961 begann die DDR-Führung mit der Abriegelung der Grenze in Berlin.
Familien wurden getrennt und Verkehrsverbindungen unterbrochen. Die Berliner Mauer entwickelte sich zum sichtbarsten Symbol der deutschen Teilung.
Erinnerung soll Demokratieverständnis stärken
Klausmeier verbindet historische Bildung ausdrücklich mit der Gegenwart. Demokratie müsse immer wieder erklärt und verteidigt werden.
Die Stiftung Berliner Mauer betreut mehrere historische Orte und Bildungsangebote, die sich mit Mauer, Flucht, Teilung und deren Folgen beschäftigen.
Die Forderung eröffnet damit eine bildungspolitische Debatte, die über den Jahrestag hinausreicht: Wie viel DDR-Geschichte brauchen Berliner Schüler, um die politische Entwicklung ihrer eigenen Stadt zu verstehen?
Quelle:
Stiftung Berliner Mauer; Stellungnahme von Direktor Axel Klausmeier.