Mit einem symbolischen Spatenstich haben am 22. Juli 2026 die Bauarbeiten für eine neue Integrierte Sekundarschule am Auerbacher Ring und an der Maxie-Wander-Straße in Berlin-Hellersdorf begonnen. Der Neubau soll zum Schuljahr 2028/2029 in Betrieb gehen.
Geplant ist eine sogenannte Holz-Compartmentschule mit Sporthalle und einem wettkampfgerechten Kleinspielfeld. Nach Angaben der Berliner Verwaltung wird die Schule Platz für 625 Schülerinnen und Schüler sowie rund 60 Lehrkräfte bieten. Die Gesamtkosten liegen bei etwa 70 Millionen Euro.
Teil eines neuen Schulcampus
Die neue Sekundarschule wird Teil des entstehenden Schulcampus „Auerbacher Ring“. Dieser befindet sich auf dem Gelände zwischen Carola-Neher-Straße, Maxie-Wander-Straße, Klingenthaler Straße und Auerbacher Ring.
Ein modularer Ergänzungsbau ist dort bereits vorhanden. Dieser soll künftig als Grundschule genutzt werden. Mit dem Neubau der Sekundarschule entsteht damit schrittweise ein größerer Bildungsstandort für Kinder und Jugendliche aus Marzahn-Hellersdorf.
Schulstadtrat Stefan Bley erklärte, der Campus solle dringend benötigte Schulplätze sowohl im Grundschul- als auch im Oberschulbereich schaffen. Zugleich werde die Bildungsinfrastruktur im Bezirk langfristig gestärkt.
Vier Züge in der Sekundarstufe I
Die neue Schule wird als 4+3-zügige Integrierte Sekundarschule geplant. Das bedeutet, dass in der Sekundarstufe I vier Klassen je Jahrgang und in der Sekundarstufe II drei Klassen je Jahrgang vorgesehen sind.
Die Schule soll damit nicht nur einen mittleren Schulabschluss, sondern auch eine gymnasiale Oberstufe ermöglichen. Schülerinnen und Schüler können somit grundsätzlich bis zum Abitur an einem Standort unterrichtet werden.
Neben den Unterrichtsräumen entstehen eine Sporthalle und ein Kleinspielfeld, das für Wettkämpfe geeignet sein soll.
Unterricht in kleineren Compartments
Das pädagogische Konzept unterscheidet sich von klassischen Schulgebäuden mit langen Fluren und nebeneinanderliegenden Klassenräumen.
Die sogenannte Compartmentschule gliedert das Gebäude in kleinere Lernbereiche. Mehrere Unterrichtsräume werden jeweils mit zusätzlichen Aufenthalts-, Arbeits- und Differenzierungsflächen verbunden.
Diese Bereiche sollen flexibel genutzt werden können. Neben klassischem Unterricht sind Gruppenarbeit, individuelle Förderung und gemeinsame Projekte möglich.
Der Bau soll damit unterschiedliche Lernformen unterstützen und Lehrkräften mehr Möglichkeiten bei der Gestaltung des Schulalltags geben.
Vorgefertigte Holzmodule verkürzen Bauzeit
Die Schule wird überwiegend aus vorgefertigten Raummodulen errichtet. Fenster, Sanitäranlagen, Haustechnik und Heizkörper werden bereits in einer Produktionshalle in die Module eingebaut.
Anschließend werden die fertigen Bauelemente zur Baustelle transportiert und dort zusammengesetzt. Fußböden, Dachdeckung, Fassadenbekleidung und zentrale Versorgungsleitungen werden vor Ort ergänzt.
Die modulare Bauweise soll die Arbeiten auf der Baustelle beschleunigen und eine gleichbleibende Fertigungsqualität ermöglichen.
Staatssekretär Alexander Slotty erklärte, dass durch die Vorfertigung dringend benötigte Schulplätze schneller zur Verfügung gestellt werden könnten. Die Schule am Auerbacher Ring werde berlinweit bereits das siebte Gebäude dieser Bauart.
Flexible Bauform für unterschiedliche Grundstücke
Die Holz-Compartmentschulen beruhen auf einem Typenbauprogramm der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen.
Trotz der standardisierten Bauweise können die Gebäude an unterschiedliche Grundstücke angepasst werden. Die drei Gebäudeflügel mit einem zentralen Treppenhaus lassen sich je nach örtlichen Gegebenheiten verschieden ausrichten.
Damit soll der Typenbau besser auf bestehende Straßen, Nachbargebäude, Grünflächen und andere städtebauliche Bedingungen reagieren können.
Als Vorbild dienen drei bereits errichtete Holzbauschulen aus der ersten Tranche der Berliner Schulbauoffensive.
Photovoltaik und begrünte Dächer
Der Neubau soll im Energieeffizienzstandard EH 40 errichtet werden. Zusätzlich ist eine Zertifizierung nach dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen im Standard „Silber“ vorgesehen.
Auf den Schulgebäuden und der Sporthalle sollen Photovoltaikanlagen installiert werden. Geplant sind außerdem begrünte Dächer.
Die Gebäude erhalten hybride Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung. Diese sollen natürliche Lüftung mit technischer Unterstützung verbinden und einen Teil der Wärme aus der Abluft wieder nutzbar machen.
Durch den Einsatz von Holz als wesentlichem Baustoff und die energieeffiziente Gebäudetechnik soll die Schule vergleichsweise klimaschonend gebaut und betrieben werden.
70 Millionen Euro Investitionskosten
Für den gesamten Neubau sind rund 70 Millionen Euro vorgesehen. Darin enthalten sind das Schulgebäude, die Sporthalle, das Kleinspielfeld sowie die technische und bauliche Ausstattung.
Mit dem Projekt wird die Berliner Schulbauoffensive in Marzahn-Hellersdorf fortgesetzt. Das Programm umfasst die Sanierung bestehender Schulen und den Neubau zusätzlicher Standorte.
Staatssekretär Dr. Torsten Kühne erklärte, es gehe nicht allein um die Zahl der Schulplätze. Ziel seien zugleich zeitgemäße Lernorte, die flexible Unterrichtsformen, individuelle Förderung und Zusammenarbeit ermöglichen.
Wachsende Wohngebiete brauchen neue Schulen
Marzahn-Hellersdorf gehört zu den Berliner Bezirken, in denen in den vergangenen Jahren zahlreiche neue Wohnungen entstanden sind. Mit zusätzlichen Einwohnern steigt auch der Bedarf an Schulen, Kitas, Sporthallen und weiteren öffentlichen Einrichtungen.
Neue Schulstandorte benötigen allerdings mehrere Jahre von der Planung bis zur Eröffnung. Verzögerungen können dazu führen, dass bestehende Schulen überbelegt werden oder Kinder weitere Schulwege zurücklegen müssen.
Die Eröffnung zum Schuljahr 2028/2029 bleibt deshalb für den Bezirk ein wichtiger Termin. Bis dahin müssen Bau, Ausstattung, Personalplanung und die organisatorische Vorbereitung des Schulbetriebs abgeschlossen sein.
Am Auerbacher Ring in Hellersdorf entsteht für rund 70 Millionen Euro eine neue Integrierte Sekundarschule in Holzmodulbauweise. Sie soll ab dem Schuljahr 2028/2029 Platz für 625 Schülerinnen und Schüler und etwa 60 Lehrkräfte bieten.
Mit flexiblen Lernbereichen, Sporthalle, Kleinspielfeld, Photovoltaikanlagen und begrünten Dächern soll ein moderner und energieeffizienter Schulstandort entstehen.
Der Neubau ist zugleich ein wichtiger Baustein des künftigen Schulcampus Auerbacher Ring. Entscheidend wird sein, dass der Zeitplan eingehalten wird und die dringend benötigten Schulplätze tatsächlich zum geplanten Termin bereitstehen.
Quelle
– Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf und Berliner Senatsverwaltungen: Pressemitteilung zum Spatenstich für die Holz-Compartmentschule am Auerbacher Ring, 22. Juli 2026