Kohleausstieg verändert die gesamte Region

Der schrittweise Ausstieg aus der Braunkohle betrifft weit mehr als Tagebaue und Kraftwerke.

Arbeitsplätze bei Zulieferern, Verkehrswege, kommunale Einnahmen und Ausbildungsmöglichkeiten hängen ebenfalls an der bisherigen Wirtschaftsstruktur.

Neue Branchen müssen deshalb entstehen, bevor alte Beschäftigung vollständig wegfällt.

Bad Muskau liegt abseits der großen Industriestandorte

Die Kur- und Parkstadt besitzt keine mit Cottbus, Hoyerswerda oder Weißwasser vergleichbare industrielle Größe.

Dennoch ist sie vom Strukturwandel betroffen. Fördermittel, Verkehrsverbindungen und die wirtschaftliche Entwicklung des Umlands wirken unmittelbar auf Handel, Tourismus und Einwohnerzahl.

Kleine Städte dürfen bei der Verteilung der Strukturmittel nicht nur als Randgebiet betrachtet werden.

Tourismus bietet Chancen, aber keine vollständige Lösung

Der Muskauer Park zieht Gäste aus Deutschland, Polen und weiteren Ländern an.

Tourismus sichert Arbeitsplätze in Hotels, Gastronomie, Handel und Kultur. Er ist für Bad Muskau deshalb ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.

Die Einkommen in diesen Branchen liegen jedoch häufig unter denen industrieller Arbeitsplätze. Zudem schwankt die Nachfrage saisonal.

Tourismus kann den Strukturwandel unterstützen, aber nicht sämtliche weggefallenen Industriearbeitsplätze ersetzen.

Grenzlage muss stärker genutzt werden

Bad Muskau und die polnische Nachbarstadt Łęknica bilden einen gemeinsamen Lebens- und Wirtschaftsraum.

Arbeitskräfte, Kunden und Besucher überqueren täglich die Grenze. Gemeinsame Verkehrs-, Kultur- und Tourismusprojekte können beiden Seiten nutzen.

Unterschiedliche Zuständigkeiten, Förderbedingungen und Sprachen erschweren die Zusammenarbeit jedoch teilweise.

Der Salon Talk sollte konkrete Beispiele diskutieren, bei denen grenzüberschreitende Projekte bereits funktionieren oder bislang scheitern.

Fördermilliarden müssen dauerhaft wirken

Für den Strukturwandel stehen erhebliche öffentliche Mittel zur Verfügung.

Entscheidend ist nicht allein, wie viel Geld bewilligt wird. Projekte müssen nach dem Ende der Förderung wirtschaftlich und gesellschaftlich weiterbestehen.

Gebäude ohne dauerhaftes Nutzungskonzept oder kurzfristige Veranstaltungen schaffen noch keinen neuen Wirtschaftsstandort.

Einwohner müssen an Entscheidungen beteiligt werden

Viele Menschen erleben Strukturwandel zunächst als politische Planung von oben.

Bürgerdialoge können Vertrauen schaffen, wenn Fragen und Kritik tatsächlich in Entscheidungen einfließen.

Eine reine Präsentation bereits beschlossener Projekte reicht dafür nicht aus.

Kulturort bietet Raum für offene Debatte

Der Grüne Salon im Neuen Schloss ist ein repräsentativer Veranstaltungsort.

Gerade dort sollte nicht nur über kulturelle Chancen gesprochen werden, sondern auch über Löhne, Abwanderung, Infrastruktur und wirtschaftliche Risiken.

Eine glaubwürdige Debatte benötigt unterschiedliche Perspektiven aus Unternehmen, Kommunen, Wissenschaft und Bevölkerung.

Quellen

Stiftung Fürst-Pückler-Park Bad Muskau, Veranstaltungsankündigung „Muskauer Salon Talk“, Termin am 19. August 2026

Stadt Bad Muskau, Veranstaltungskalender und Hinweise zum Gespräch über den Strukturwandel in der Lausitz, Stand August 2026